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Das Ampelchaos Monte Laa´s sorgt bereits im normalen Betrieb für jede Menge Stau – noch schlimmer ist es also, wenn gar nichts mehr geht. In den letzten beiden Tagen raubten die beiden Ampeln an der Laaer-Berg-Straße zwischen der Urselbrunnengasse und der Absberggasse hunderten von Autofahrern den Nerv. Da die Schaltung nicht richtig funktionierte, reichte der Stau weit über die Laaer-Berg-Straße, Augenzeugen zufolge zeitweise sogar bis nach Leopoldsdorf, hinaus. Mit Verzögerungen von teilweise einer Stunde und mehr mussten zahlreiche Autofahrer als auch Fahrgäste der Buslinie 68A rechnen.

Stadtweit bekannt wurde das Ampelchaos Monte Laa´s an der Laaer-Berg-Straße durch den 3. Platz auf der Hitliste der nervigsten Ampeln Wiens, die im Oktober 2011 von den Bürgern Wiens gewählt wurden. Mit dem Mega-Chaos und Stau am 27. und 28. Mai 2013 schafften es die Ampeln nun sogar ins Radio.

Mittlerweile ist die Störung glücklicherweise behoben.

Die Bebauung am Monte Laa geht weiter: Dort, wo sich in den letzten Jahren eine Steppe zum wild verwachsenen Areal entwickelt hat, fahren in wenigen Tagen die Bagger auf. Am 26.11.2012 beginnen die Bauarbeiten auf Bauplatz 6.

Schon der im Jahr 2010 beschlossene und wegen seiner Türme heftig umstrittene Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 hat die nunmehr unmittelbar bevorstehende Bebauung umfasst. Vor rund einem Jahr wurden bereits Mieter für die künftigen Geschäftsflächen gesucht, nun wird es schließlich ernst.

Direkt neben dem Campus Monte Laa entsteht in Bälde ein Wohn- und Geschäftsbau in massiver und geschlossener Bauweise. Das Gelände wird hierfür stellenweise um knapp zwei Meter angeschüttet. Fünf Geschäftslokale, 131 Wohnungen und 197 Parkplätze in zwei Untergeschoßen werden schließlich in dem neuen Gebäude Platz finden. Gedacht wurde auch an Spielplätze für Kleinkinder sowie Kinder und Jugendliche. Weiters wird der Neubau über Fahrrad- und Kinderwagenabstellräume verfügen.

Wie zahlreiche weitere Bauten in und tw. rund um Monte Laa wird auch dieser Gebäudekomplex faktisch nur eine Zufahrtsmöglichkeit haben: Sowohl die geplante Zufahrt über die Urselbrunnengasse als auch jene über die Käthe-Odwody-Gasse sind einzig über die Laaer-Berg-Straße erreichbar.

Der aktuell gültige Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 sieht für Bauplatz 6 die Bebauungsklassen III (9 bis 16m Höhe) und IV (12 bis 21m Höhe) vor. Stellenweise wird der Baukomplex jedenfalls acht Obergeschosse aufweisen.

Detaillierte Ausführungen und allenfalls benötigte Kontaktinformationen sind den folgenden Aushängen zu entnehmen:

Bebauung Monte Laa´s schreitet voran

Bauplatz 6 des Stadtentwicklungsgebietes „Monte Laa“ am Laaer Berg wird von der Laaer-Berg-Straße, der Urselbrunnengasse und der Käthe-Odwody-Gasse sowie dem Park Monte Laa begrenzt und ist einer der letzten freien Bauplätze im Gebiet. Als noch unverbaut bleiben somit nur noch Bauplatz 2 (derzeitige Porr-Parkplatzfläche zwischen Rudolf-Friemel-Gasse und Emil-Fucik-Gasse) und die Bauplätze 3 und 5 (nebeneinander zwischen Emil-Fucik-Gasse und Käthe-Odwody-Gasse, dh direkt zwischen Campus Monte Laa und Laaer-Berg-Straße) übrig.

Diese drei letzten Bauplätze sehen die umstrittenen Türme Monte Laa´s vor. Schon im Jahr 2010 wurden geschätzt an die 1000 Stellungnahmen gegen den Entwurf abgegeben. Für mehr Bürgerbeteiligung beim nachfolgend beschlossenen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 werden derzeit mit der Petition „7915 – Rettet die Wohnqualität Monte Laa´s“ Unterschriften unter www.montelaa.biz gesammelt.

Die Bebauung von Bauplatz 6 stellt somit den Auftakt zu einer neuerlichen Bauphase am Monte Laa dar: Schon nächstes Jahr 2013 soll mit dem Bau des ersten Teils der Preyerschen Höfe begonnen werden, betroffene Anrainer und Bewohner am Monte Laa stehen den weiters geplanten Projekten Viola Park und Turmbau Monte Laa kritisch gegenüber.

Aufmerksame Autofahrer sowie Fahrgäste der Buslinie 68A haben es heute vielleicht schon bemerkt: Entlang der Laaer-Berg-Straße finden sich nunmehr Betonklötze, die die Fahrbahn verengen.

Vor einigen Stunden wurde entlang der Laaer-Berg-Straße Richtung stadtauswärts zwischen der Lidl-Filiale und der Auto Renault-Filiale eine Reihe Betonklötze aufgestellt. Sie führen die zwei Fahrstreifen zu einem Fahrstreifen zusammen und verlegen auch den Radfahrweg. Dieser verläuft nun nicht mehr geradlinig sondern schlaufenförmig entlang der Betonklötze. Auch einige Parkplätze sind von der Absperrung betroffen.

Die Verengung umfasst daher lediglich das wenige Meter lange Straßenstück entlang der Absbergbrücke. Glücklicherweise handelt es sich hierbei nicht um einen Dauerzustand. Nach Mitteilung der wie immer sehr freundlichen und bemühten Mitarbeiter der MA 28 und MA 46 ist diese Einrichtung im Zusammenhang mit der Sanierung der Absbergbrücke notwendig und wird voraussichtlich bis Ende Juni vorhanden sein.

Was in Monte Laa am Laaerberg eigentlich unvorstellbar ist, wurde nunmehr bittere Realität: Die Tageszeitung HEUTE berichtet über vier Schüsse, die des Nächtens auf das Bierlokal Müller Bräu in der Laaer-Berg-Straße 43 (beim PORR-Turm) abgegeben wurden.

 

 

Zitat:

    „Favoriten: Schussattentat in Biergasthof!

 

Unbekannter schießt durch die Fensterscheibe des Gasthofs, zwei Projektile schlagen im Innenraum ein. Anwesende kommen mit Schrecken davon: Niemand sieht den Amokschützen, er kann unerkannt flüchten.

 Vier Knaller, klirrendes Fensterglas gefolgt von lauten Schreien durchhallen die sonst so ruhigen Nächte am Laaer Berg. Die rätselhaften Schüsse auf das Favoritner Bierlokal beschäftigen seitdem die Polizei. Ein unbekannter Täter schoss insgesamt vier Mal auf das Gebäude an der Laaer- Berg-Straße 43.

Zwei Projektile durchbrachen zwei Fensterscheiben und landeten im großen Gastraum an der Straßenseite. Je ein Treffer schlug im Fensterrahmen und in die di-cke Hausmauer ein – alle hinterließen Spuren in dem robusten Bauwerk. Dass es bei dem Schussattentat im Süden Wiens keine Verletzten gab, ist nur einem Zufall zu verdanken. Sämtliche Anwesende hielten sich zur späten Stunde im hinteren Teil des Lokals auf.

 Ein Teil der Belegschaft war ebenfalls im von der Straße entfernten Bereich mit der Abrechnung beschäftigt. „Wir haben die Schussgeräusche gehört, das war Aufregung genug. Gesehen haben wir gar nichts“, erzählt einer der Kellner gegenüber „Heute“.

 Warum die Schüsse gezielt auf dieses eine Gasthaus abgegeben wurden, stellt Belegschaft und Polizei vor ein Rätsel. Die Ermittler haben noch keine heiße Spur zum Schützen, auch die Tatwaffe bleibt verschwunden.

    A. Huber und A. Bach“

    Quelle: HEUTE, 10.1.2011

Trauriger Nebenaspekt: Schon vor wenigen Tagen war die Laaer-Berg-Straße Schauplatz einer Schießerei. So ist in einer Presseaussendung der Bundespolizeidirektion Wien vom 6. Jänner 2011 folgendes zu lesen: „Gestern um 00.30 Uhr geriet der 20-jährige Daniel M. mit dem 17-jährigen Patrick M. in der Laaer Berg Straße in Streit. Es folgte ein Gerangel wobei Daniel M. eine Gaspistole zückte und seinem Widersacher zweimal ins Gesicht schoss. Anschließend flüchtete er. Der Beschuldigte konnte wenig später bei der Sofortfahndung von einer Polizeistreife angehalten und festgenommen werden. Das Opfer erlitt nur leichte Verletzungen.“

Das historische Areal an den Hängen des Laaerberges, das durch die Absberggasse und die Schrankenberggasse begrenzt wird, befindet sich derzeit im Wandel. Auf dem Grundstück des von Gottfried von Preyer ermöglichten Kinderspitals werden zukünftig die Preyer´schen Höfe ihren Platz finden.

 

Preyer´sches Kinderspital

Gottfried on PreyerDie Existenz des Preyer´schen Kinderspitals ist Gottfried von Preyer zu verdanken. Er wurde am 15.3.1807 in Hausbrunn bei Mistelbach geboren, studierte am Konservatorium der Stadt Wien, war Organist an evangelischen Kirchen und wurde im Laufe seiner Karriere Hoforganist (1841), Hofopernkapellmeister (1843) und Domkapellmeister zu St. Stephan (ab 1853). Gottfried von Preyer unterrichtete auch Harmonielehre am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, an welchem er in den Jahren 1844 bis 1849 auch Direktor war. Zeit seines Lebens schrieb er mehr als sechshundert Kompositionen, darunter Messen, Oratorien und Chorgesänge.

Er kam eines Tages nach Wien an den Laaer Berg und begegnete dort in einer kalten Nacht einer armen Frau mit einem kranken Kind in den Händen. Obwohl sich die Mutter anstrengte und alles dafür gab, konnte sie kein Spitalsbett finden. Gottfried von Preyer begleitete die Frau und ihr Kind in das Bezirkszentrum und versprach ihr Hilfe, das Kind jedoch starb auf dem Weg dorthin. Von diesem Moment an entschloss sich der Komponist, alles dafür zu tun damit die Armen Favoritens ein Spital erhalten. Favoriten brauchte dieses dringend, denn die meisten Kinder waren unterernährt und somit auch stark anfällig für Krankheiten.

Mit seinem Tod am 9.5.1901 vermachte Gottfried von Preyer sein Vermögen in der Höhe von zwei Millionen Goldkronen der Stiftung des Preyer´schen Kinderspitals. In den Jahren 1910 bis 1914 wurde das Preyer´sche Kinderspital schließlich errichtet. Da das Stiftungsvermögen damit jedoch rasch aufgebraucht wurde fehlte das Geld für die Inneneinrichtung. Als während des ersten Weltkrieges dringend Spitalsplätze notwendig waren, wurden seitens des Staates rasch die erforderlichen Mittel für die Fertigstellung zur Verfügung gestellt. 1914 diente das Gebäude als Lazarett zur Behandlung verletzter Soldaten, das Kinderspital als solches nahm seinen Betrieb erst im Jahre 1915 auf. Wie bitter nötig dieses gebraucht wurde zeigten schon die ersten Tage ab der Eröffnung, an denen die Ambulanz heillos überlaufen war. Die Bettenanzahl wurde rasch von ursprünglich 80 auf 100 erhöht, das Gebäude wurde in den folgenden Jahrzehnten um verschiedene Zu- und Anbauten vergrößert.

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Preyer´sche Kinderspital so schwer durch Bombeneinschläge beschädigt, dass es kurzfristig sogar geschlossen werden musste. In den Jahren nach der Wiederaufnahme des Betriebs am 1.7.1945 wurde das Spital weiter ausgebaut. Hierfür wurden auch angrenzende unbebaute Grundstücke dem Areal hinzugefügt, sodass unter anderem ein größerer Garten entstehen konnte. Mit dem Bau des Südtraktes in den Jahren 1958 bis 1960 wurde die Bettenanzahl auf 300 erhöht. Zwischen den Jahren 1976 und 1978 wurde ein zweites Schwesternheim auf dem Areal gebaut. In den Jahren 1973 bis 1976 erfolgte der Zubau des Operations- und Röntgentraktes. Die Eröffnung einer interdisziplinären (neonatologischen, pädiatrischen und chirurgischen) Intensivstation mit 8 Betten erfolgte 1984.

In den 90-ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgten im stationären und infrastrukturellen Bereich Generalsanierungen. Man nutzte diese Gelegenheit auch für die Anschaffung neuer Geräte. Das Therapieangebot konnte im Jahre 1994 erweitern werden. Um auch Begleitpersonen die Möglichkeit der Unterbringung zu bieten, wurde die Zahl der Betten in den folgenden Jahren reduziert. Im Jahr 2000 weist der Bettenbestand 130 Stück auf.

Zur Zeit der Errichtung gab es um das Spital herum übrigens nur Grünflächen, die ersten Häuser die man sehen konnte waren erst jene an der Favoritenstraße. Ausgehend vom Eisenstadtplatz wurde Ende der 50er-Jahre mit der Bebauung in der Umgebung begonnen. Heute finden sich rund um das Areal des Preyer´schen Kinderspitals, das von der Schrankenberggasse und der Absberggasse begrenzt wird, die unterschiedlichsten Bebauungsformen.

 

Preyersche Höfe – Die Nachnutzung des Areals

Da das moderne Mutter-Kind-Konzept in den Gebäuden des Kinderspitals nicht umsetzbar war, siedelte das Preyer´sche Kinderspital nach knapp 100 Jahren Betrieb in das SMZ Süd um. Obwohl die Gebäude aktuell noch teilweise genutzt werden, wird das Gottfried von Preyer’sche Kinderspital bereits seit 1.1.2008 als Kinder- und Jugendabteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitales, welches eine Einrichtung des SMZ Süd ist, geführt. Derzeit werden die Gebäude am Areal an der bereits Absberggasse Stück für Stück abgerissen.

Für die zukünftige Bebauung und Nachnutzung des Areals wurde ein städtebaulich-architektonischer Wettbewerb durchgeführt, welcher von BWM Architekten und Idealice Landschaftsarchitektur mit ihrem durchgängigen und barrierefreien Konzept gewonnen wurde. Auf einer Gesamtlänge von rund 300m war eine Steigung von 12m und der weitestmögliche Erhalt des Baumbestandes zu berücksichtigen. Zukünftig werden dort hauptsächlich Wohnungen, aber auch andere Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden. So sind unter anderem auch ein Kindergarten für rund 950 Kinder, Mietergärten sowie Einzelhandelsflächen an der Laaer-Berg-Straße vorgesehen. Unter dem Motto Generationenwohnen und –bauen werden Gebäudeteile teils so konzipiert, dass betreutes Wohnen auf Wunsch jederzeit möglich wäre. Das Areal wird mit drei Zufahrten zu teils zweigeschößigen Tiefgaragen versorgt werden.