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Wien braucht mehr Platz für seine Bewohner – das weiß nicht nur die Stadt sondern mittlerweile auch deren Bürger. Deshalb wird an vielen Ecken Wiens gebaut und geplant bis sich sprichwörtlich die Balken biegen. Das geschieht allerdings nicht immer ganz im Sinne der schon ansässigen Bewohner, wie viele Unterschriftenaktionen immer wieder zeigen. So wurden beispielsweise nur gegen die Bauprojekte am Monte Laa (Viola Park und Hochhäuser an der Laaer-Berg-Straße) insgesamt über 2000 Unterschriften in den letzten Jahren gesammelt.

Stadträtin Maria Vassilakou äusserte sich nun zu den aktuellen Bauprojekten, zu denen auch der umstrittene Viola Park und die Planungen für den Verteilerkreis Favoriten im zehnten Bezirk zählen. Während der Bezirk Favoriten insbesondere hinsichtlich des Verteilerkreises immer wieder „nur“ von Überlegungen spricht, ist in den jüngsten Zeitungsartikeln bereits von einer Flächenwidmung bis Ende 2014 mit anschließendem Baubeginn die Rede.

Hier geht’s zu den entsprechenden Artikeln von der Kronen Zeitung , Kurier und von DerStandard vom 5. Oktober 2013.

Die Wiener Bezirkszeitung ist erneut auf Monte Laa aufmerksam geworden:  Die mit dem Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 für Monte Laa im Jahr 2010 genehmigten Turmbauten mit Höhen von bis zu 110m, 100m und 65m entlang der Laaer-Berg-Straße bereiten nach wie vor Anlass zur Sorge. Schon damals wurden geschätzt bis zu 1000 Stellungnahmen im damaligen Flächenwidmungsverfahren abgegeben.

Auch aktuell werden wieder Unterschriften gesammelt: Wind, Schatten und Schall sind weiterhin ungelöste Hauptprobleme die die direkten Anwohner betreffen, ein verstärktes Verkehrsaufkommen und Verschlechterung der Parkplatzsituation betreffen jedoch noch viele mehr. Vor allem im Zusammenhang mit den umliegenden zukünftigen Bebauungen der Preyer´schen Höfe, Viola Park und Hauptbahnhof / Sonnwendviertel wird zudem ein totales Verkehrschaos an der Laaer-Berg-Straße befürchtet.

Die Petition „7915 – Rettet die Wohnqualität Monte Laa´s!“ widmet sich der seit Jahren gewünschten Bürgerbeteiligung und setzt sich für die Abänderung des derzeit gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 für Monte Laa ein, die unter Einbindung und in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern erfolgen soll.

Mit Post- und Email-Zusendungen haben bis dato bereits mehr als 300 Unterstützer die Petition unterschrieben. Direkte Anrainer als auch Bürger, die in irgendeiner Art und Weise von diesem Projekt mitbetroffen sind, weisen durch diese Unterschriftenaktion auf die brisante Lage am Laaer Berg hin.

In den letzten Monaten wurden weiters  rund 700 Unterschriften gegen das Projekt Viola Park gesammelt. Auch über die Buslinie 68A ärgern sich Betroffene seit Jahren. Erst jüngst ist ein neuerlicher Artikel hierzu in der Bezirkszeitung erschienen, den man hier nachlesen kann.

Der zwischenzeitig ebenfalls in der Wiener Bezirkszeitung erschiene Artikel zur Unterschriftenaktion in Monte Laa kann hier nachgelesen werden. Weitere Informationen zur geforderten Bürgerbeteiligung am Projekt Monte Laa sowie die Möglichkeit zur Unterfertigung der Online-Petition finden sich unter www.montelaa.biz.

Wien hat gewählt – was das in Zukunft für unsere Stadt bedeutet, wird sich erst weisen. Nach der Wahl vom 10. Oktober 2010 ist jedoch die Regierungsvariante Rot-Grün mit Maria Vassilakou als neue Planungs- und Verkehrsstadträtin fixiert. Reinhard Seiß beschäftigt sich aktuell in einem derStandard-Artikel mit den Möglichkeiten und Aussichten der Grünen und kommt dabei auch auf Monte Laa zu sprechen.

 

Auszug:

Wird Wien anders?

[..] Der überfällige Paradigmenwechsel im Wiener Städtebau wird nicht im Planungsressort allein zu bewältigen sein. Gleich mehrere Stadträte – allen voran der Wohnbaustadtrat, der für die Wiener Bauordnung, die Baupolizei oder auch die Vergabe der Wohnbauförderung zuständig ist – haben stadtplanungsrelevante Kompetenzen inne und können diesen Paradigmenwechsel begünstigen oder verhindern. Genau ist die Bereitschaft von Bauträgern, Unternehmern und Investoren vonnöten, ihr Wirken – stärker als bisher – als Beitrag für eine lebenswerte Stadt zu verstehen. Insofern ist Vassilakou aufgerufen, in einer breiten Öffentlichkeit baukulturelles Bewusstsein zu erzeugen, zumal die Grünen um Unterstützung für gravierende Änderungen im Planungs- und Baurecht werben – etwa für die öffentliche Abschöpfung privater Widmungsgewinne.

Auch das Bewusstsein der meisten Abgeordneten im Gemeinderat bedürfte einer Schärfung, insbesondere was die Wahrnehmung der von ihnen selbst beschlossenen übergeordneten Ziele für die Stadtentwicklung betrifft: der Stadtentwicklungspläne, der Verkehrskonzepte, des Grünraum- oder auch des Hochhauskonzepts. Diese wurden – weil rechtlich unverbindlich – in den vergangenen zwei Dekaden oft übergangen, wenn es um den Beschluss parteipolitisch forcierter Flächenwidmungs- und Bebauungspläne ging. Urbanistische Problemfälle wie die Wienerberg City oder Monte Laa zeugen von dieser Praxis. [..]

(Reinhard Seiß, DER STANDARD, Printausgabe, 20./21.11.2010)

 

Reinhard Seiß macht immer wieder auf die Fehlplanungen in Wien aufmerksam und schrieb auch das bekannte Buch „Wer baut Wien?“, welches sich mit den Hintergründen und Motiven der Stadtentwicklung beschäftigt und die oftmals undurchsichtige Realisierung von Bauvorhaben unter die Lupe nimmt.

Insbesondere die Bürotürme des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 für das Gebiet Monte Laa auf den ehemaligen Porr-Gründen sorgen nach wie vor für großen Ärger bei den Bewohnern und Anrainern. Das höchst umstrittene Projekt – das entgegen hunderter Stellungnahmen besorgter Bürger noch knapp vor der Wahl von der SPÖ bis zur Rechtskraft gebracht wurde – wird in den Medien immer wieder als trauriges Beispiel einer völligen Fehlplanung genannt.

Weitere Informationen rund um die drei Türme für Monte Laa können hier nachgelesen werden.

In der aktuellen Ausgabe der Wiener Bezirkszeitung findet sich ein Artikel über Herta Wessely. Sie ist die Obfrau der Aktion21 – jenem Verein, der auch die Monte Laa´er im Kampf gegen die Hochhäuser des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 unterstützte.

Dabei zeigte Herta Wessely auch persönlichen Einsatz: So war sie beispielsweise bei jener Sitzung der Bezirksvertretung in Wien Favoriten anwesend, bei welcher die Abgabe der bekannten Stellungnahme des Bezirks zum umstrittenen Plan Nr. 7915 beschlossen wurde. Nach Sitzungsende sprach sie lange mit den Betroffenen und auch so manchem Bezirksrat.

Herta Wessely wurde bereits vor rund zwanzig Jahren mit der Thematik der fehlenden Bürgerbeteiligung konfrontiert. Heute engagiert sie sich umfassend für die frühestmögliche Einbindung der betroffenen Bevölkerung. Sie studierte Geschichte und Germanistik sowie die polnische Sprache und ist glücklich verheiratet.

Die Aktion21 setzt sich für die Anliegen von Anrainern und Bewohnern ein und unterstützt eine Vielzahl an Bürgerinitiativen mit Rat und Tat. So erinnert man sich gerne an Demonstrationen wie beispielsweise jene bei der Siegerehrung des Fotowettbewerbs „So schön ist Wien“, bei welcher die Präsenz zahlreicher Bürgerinitiativen für Aufmerksamkeit der Wiener und Wienerinnen gesorgt hat.

Der Artikel der aktuellen Ausgabe der Wiener Bezirkszeitung kann hier nachgelesen werden.

Sämtliche Artikel und Berichte zu den Hochhäusern des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 für das Gebiet Monte Laa auf den ehemaligen Porr-Gründen finden sich hier.

Wie berichtet, kritisierte die Aktion21 jüngst beim Pressefrühstück am 14.9.2010 erneut die Widmungsverfahren der Stadt Wien und die dabei zu kurz kommende Bürgerbeteiligung. Als trauriges Beispiel wurden dabei nicht nur die Kometgründe, sondern auch der heftig umstrittene Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 für das Gebiet Monte Laa genannt. Stadtrat Rudolf Schicker widerspricht nunmehr im nachfolgenden Artikel von ORF Online sämtlichen Vorwürfen:

 

Wachstumsschmerzen einer Stadt
Unverzichtbare Repräsentationsflächen für die Wirtschaft und Grätzelmittelpunkt oder sinnlose Anrainerfrotzelei? In Wien ist an mehreren Orten ein emotionaler Streit über Hochhäuser entstanden. Anwohner beschweren sich lautstark über Dauerschatten und zu wenig Bürgerbeteiligung in der Planungsphase. Der zuständige Stadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) versteht die Aufregung nicht.

Bei einer Pressekonferenz der Aktion 21 vergangene Woche hörte man gruselige Schauergeschichten. Die Plattform fungiert als Netzwerk verschiedener Bürgerinitiativen, die ein gemeinsames Anliegen haben: mehr in die Stadtplanung eingebunden zu werden. Berichtet wird etwa über das Komet-Hochhausprojekt in Meidling. 73 Meter hoch soll der Turm werden – mitten in bewohntem Gebiet, ein Mega-Einkaufszentrum samt Büroflächen. Damit die Gegend nicht mehr ganz so besiedelt und genug Platz für den Tower ist, wurde ein neuer Flächenwidmungsplan erstellt. Fazit: Mieter und Hausbesitzer müssen weichen, Bäume wurden bereits gefällt.  

 

 „Widmungsgeschenk der Sonderklasse“
Die Bürgerinitiative spricht von einem „Widmungsgeschenk der Sonderklasse“ und von fadenscheinigen Begründungen für die Umwidmung. Man habe ihnen gesagt, die Umwelt- und Verkehrsbelastung in dem Grätzel sei so hoch, dass Bewohner erst ab einer Höhe von 15 Metern wohnen sollten – was für ein Hochhaus und gegen die normalen, dreigeschossigen Altbauten vor Ort spreche. Bisher lebten die Mieter auch mit der Verkehrsbelastung – die nicht mit jener am Wiener Gürtel zu vergleichen ist, der auch bewohnt wird. Die gefällten Bäume seien ohnehin tot gewesen, habe es zudem geheißen. Das stimme nicht, sagen die Anwohner unter Berufung auf Rodungsarbeiter.

    Außerdem, beschweren sich die Anrainer, seien sie von der Planung so gut wie ausgeschlossen worden. Die rund 750 gesammelten Stellungnahmen von Betroffenen habe man einfach ignoriert.    

 

Hochhaus statt „Rattenstadel“
Stimmt alles nicht, sagt Planungsstadtrat Schicker im Interview mit ORF.at. Die Stadt Wien habe sich streng an die Gesetze gehalten. Die Stellungnahmen seien in den Akt eingearbeitet worden – samt Anmerkungen der Experten, ob und wie man sie in der Praxis berücksichtigen könne – oder warum eben nicht. Dieser Akt sei offen einsehbar und den Gemeinderäten vorgelegt worden, die dann den Bau beschlossen hätten.

Irgendwann habe eine Entscheidung getroffen werden müssen, meint Schicker. Und für das Allgemeinwohl sei ein Hochhaus wichtiger als die Erhaltung des „Rattenstadels“, der heute dort stehe. Das Einkaufszentrum sei aufgrund der guten Öffi-Anbindung für viele Menschen eine gute Möglichkeit, einzukaufen. Der nahe gelegenen Meidlinger Einkaufsstraße würden keine Kunden entzogen, sondern im Gegenteil angelockt. Und keine Wohnung werde länger als zwei Stunden durch das Hochhaus beschattet.

    

„Mauscheleien“ oder „Sudelpropaganda“?
Was die Eigentumsverhältnisse betrifft, sprach das „Wirtschaftsblatt“ vor einiger Zeit von undurchsichtigen „Unternehmensverschachtelungen“ – die Interessenlage sei unklar. Die Bürgerinitiative vor Ort stellt den Vorwurf von Absprachen in den Raum. SPÖ-Ex-Innenminister Karl Schlögl scheine im Protokoll der Wettbewerbsjury als Vertreter der Komet-Betreiber auf. Er habe das Projekt dem SPÖ-Rathausklub und der SPÖ-Fraktion Meidling präsentiert. Schicker spricht von „Sudelpropaganda“. Alle gesetzlichen Vorschriften seien eingehalten worden, egal wer das Projekt präsentiert habe. Aber die Stadt entwickle sich eben weiter – auch in die Höhe.    

 

Fallwinde im Öffi-Loch
Ein ähnlicher Fall ist das Hochhausprojekt Monte Laa. Erst vor wenigen Jahren wurden Mieter in das neu entstandene Paradies für Jungfamilien an der Südosttangente gelockt. Zahlreiche dieser Familien richteten ihre Lebensplanung entsprechend ein und zogen in Genossenschaftswohnungen. Eine Vorzeigeschule samt Kindergarten wurde errichtet – mit zwei schönen Grünflächen. Dann wurde der Flächenwidmungsplan geändert.

Zwei ursprünglich geplante, architektonisch ambitionierte Hochhäuser, die eher am Rand der Siedlung gelegen hätten, wurden plötzlich zu drei Zweckhochhäusern, die nicht nur die Schule, sondern auch gleich einen Gutteil des neu enstandenen Stadtviertels je nach Uhrzeit in Schatten tauchen. Befürchtet werden zudem unangenehme Fallwinde wie jene auf der Donauplatte.    

 

Es führt kein Weg …
Die öffentliche Verkehrsanbindung ist ebenfalls mangelhaft, laut Bürgerinitiative haben die Verantwortlichen sogar gemogelt, was die Entfernung zur nächsten U-Bahn-Station betrifft. Das wiederum würde eine erhöhte Verkehrsbelastung bedeuten. Zudem gebe es keine aussagekräftigen Computerbilder der geplanten Hochhäuser samt Umgebung und kein Modell. Beides hätte aber Teil der Bürgerbeteiligung sein sollen. Auch bei diesem Projekt heißt es, rund 1.000 Stellungnahmen gegen das Projekt seien ignoriert worden.

 

Erneut widerspricht Schicker. Das Problem sei, dass die Genossenschaft die Mieter nicht über die Projekte informiert hätte. Die ursprüngliche Planung hätte die Schule noch mehr in Schatten getaucht. Die Umwidmung sei nicht zu vermeiden gewesen, weil die alte Flächenwidmung ausgelaufen wäre und man die Pläne der Firma PORR Solutions, der die Gründe gehören, nicht über den Haufen werfen wollte: „So viel Rechtssicherheit muss sein.“ Auch hätten die Bürger von PORR Solutions Bilder gezeigt bekommen.    

 

Die Wogen gehen hoch
Zwei Welten prallen hier aufeinander. Auf der einen Seite steht Schicker, der meint: „Die Stadt muss sich weiterentwickeln.“ Und er lässt durchblicken – während sein Vorgänger gegen Hochhäuser gewesen sei, stehe er für eine sich entwickelnde Skyline der Stadt. Auf der anderen Seite finden sich Bürger, die meinen, die SPÖ versorge hier Unternehmen, die ihr nahe stehen, und nehme auf Anrainer keine Rücksicht. Dazwischen stehen Mediationsprozesse, die offenbar wenig fruchten. Zumindest legen das die offensichtlichen Aggressionen auf beiden Seiten nahe. Irgendwo im Prozess der Bürgerbeteiligung ist die Diskussionskultur auf der Strecke geblieben.

 Simon Hadler, ORF.at“
Quelle: ORF.at, 20.9.2010

 

Stadtrat Rudolf Schicker hatte sich bereits im August 2010 zum neuen Flächenwidmungsplan für Monte Laa zu Wort gemeldet. In dem dazu auf montelaa.biz ergangenen Artikel vom 24.8.2010 kann unter anderem seine damalige Aussage nachgelesen werden.

montelaa.biz erlaubt sich an dieser Stelle auf sämtliche bis dato hier erschienenen Artikel zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 hinzuweisen, aus welchen die Ereignisse sowie Meinungsverschiedenheiten der letzten Monate ausführlich hervorgehen und im Detail nachzulesen sind.

Unseren kurz angebundenen Lesern empfehlen wir insbesondere die Lektüre des Artikels vom 6.8.2010, welcher einen kleinen Überblick über den der Öffentlichkeit bekannten Werdegang des Widmungsverfahrens zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 betreffend Monte Laa bietet.

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