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Was viele Monte Laa´er seit Jahren bangend erwarteten, ist eingetreten: Der Bau der Hochhäuser in Monte Laa hat begonnen. Erste Anzeichen dafür gab es schon um den Jahreswechsel, als stellenweise bereits Rodungen und später auch erste Bauarbeiter am Gelände beobachtet wurden.

Am 4. Mai 2015 wurde schließlich das Parkverbot vor der Einfahrt zur Hofer-Kundengarage in der Käthe-Odwody-Gasse eingerichtet und das Gelände Schritt für Schritt eingezäunt. Knapp drei Wochen später wurde die Rudolf-Friemel-Gasse ab dem Kreisverkehr beim Campus Monte Laa bis zur Laaer-Berg-Straße hin gesperrt und – ebenso wie der Gehsteig in der Laaer-Berg-Straße (zwischen Urselbrunnengasse und Rudolf-Friemel-Gasse) – zum Baustellengebiet erklärt. Es folgten zahlreiche „Porr“-Plakate und dutzende Hinweisschilder, die das Betreten der Baustelle verbieten. Rasch trudelte ein Arsenal an Bauarbeitern ein, die mit dutzenden Maschinen, Materialien und Baucontainern das Projekt in Angriff nahmen.

Bei dem eingezäunten Gelände handelt es sich um die Bauplätze 3 und 5, die sich zwischen dem Campus Monte Laa, der Käthe-Odwody-Gasse , der Laaer-Berg-Straße und der Rudolf-Friemel-Gasse im zehnten Wiener Bezirk befinden. Auf Bauplatz 5 entsteht mit „MySky – Menschen, Leben, Monte Laa“ das erste Hochhaus jener Bauten, gegen die im Jahr 2010 im Rahmen der öffentlichen Auflage zur Abänderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 rund 1000 Unterschriften gesammelt und abgegeben wurden. Sämtliche Artikel zu diesem Thema können hier auf montelaa.biz nachgelesen werden. Dem Widerstand der hier ansässigen Bewohnerinnen und Bewohner ist es zu verdanken, dass dieser Hochhausbau schlussendlich auf eine Höhe von 65m begrenzt wurde.

Diese Höhe wird nun auch vollends ausgeschöpft: Auf über 20 Stockwerken mit einer Gesamtnutzfläche von rund 19.000m² entstehen bis Ende des Jahres 2017 insgesamt 128 frei finanzierte Eigentumswohnungen und 100 geförderte Mietwohnungen sowie 71 Studentenappartements und eine Gewerbefläche. Die Garage teilen sich „MySky“ auf Bauplatz 3 und der zukünftige Nachbarsbau auf Bauplatz 5. Dem Wohnbau „MySky“ werden darin 224 Stellplätze zur Verfügung stehen.

Entworfen wurde dieser Gigant vom renommierten Wiener Architektenbüro Neumann + Partner, welche auch bereits den PORR-Turm und den daran angrenzenden Bürokomplex „Office Provider“ an der Laaer-Berg-Straße 43 planten. Nähere Informationen und erste Visualisierungen des Projekts finden sich hier in der Informationsbroschüre von MySky.

Dem Bau des Wohnturms „MySky“ werden noch zwei weitere Hochhäuser mit genehmigten Höhen von bis zu 100m und 110m folgen, die entlang der Laaer-Berg-Straße zwischen „MySky“ und der Emil-Fucik-Gasse entstehen. Mit Beendigung all dieser Bauarbeiten ist dann auch die Entwicklung des Stadt- und Siedlungsgebiets Monte Laa abgeschlossen. Aus heutiger Sicht wird damit im Jahr 2019 gerechnet.

Am 30. Juni 2010 wurde für die noch unverbauten Bauplätze entlang der Laaer-Berg-Straße in Monte Laa eine Widmung mit insgesamt drei Hochhäusern vom Wiener Gemeinderat abgesegnet. Seither ist Monte Laa´s Zukunft immer noch ungewiss: Während sich das kleinere Gebäude des umstrittenen Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 auf Bauplatz 6 an der Ecke Laaer-Berg-Straße / Urselbrunnengasse bereits in Bau befindet, gibt es zum Realisierungsstand der Türme auch nach drei Jahren noch keine offiziellen Informationen.

Rückblick: Im Februar 2010 wurden im Rahmen der öffentlichen Auflage geschätzt an die 1000 Stellungnahmen abgegeben. Alleine 715 dieser Stellungnahmen gaben Christian Petsch, Silke Pichler und Maximillian Hantsch-Köller von der damaligen Bürgerinitiative bei der zuständigen MA21B ab. Christian Petsch und Silke Pichler führen immer wieder Gespräche mit Politikern unterschiedlichster Fraktionen und leiteten im Rahmen der Petition „7915 – Rettet die Wohnqualität Monte Laa´s!“ im Oktober 2012 neuerlich 400 Unterschriften an den Bezirk Favoriten weiter. Das Signal ist deutlich: Monte Laa hat eine schlechte öffentliche Verkehrsanbindung und wenig Nahversorger, Türme will eine äußerst breite Mehrheit jedoch nicht.

Montelaa.biz vorliegenden Informationen zufolge werden derzeit Gespräche mit Bauträgern geführt. Die Hoffnung, dass die neuen Bauten nicht in Form von Türmen errichtet werden, ist derzeit noch nicht gestorben. Fix ist jedoch, dass seit Juni 2010 eine gültige Flächenwidmung für das Gebiet besteht. Diese Flächenwidmung sieht entlang der Laaer-Berg-Straße drei Hochhäuser mit Höhen von bis zu 110m, 100m und 65m vor. Für die beiden Türme mit 110m und 100m Höhe tritt jedoch mit 30. Juni 2017 eine Bausperre in Kraft, sofern bis dahin nicht mit der Realisierung begonnen wurde.

Mitte Juni 2013 wurde in Wien Heute ein Beitrag ausgestrahlt, der genau dieses Problem anspricht:

Bezirksrätin Magdalena Kelaridis und ÖVP-Verkehrssprecher DI Roman Stiftner luden am 2. Mai 2013 zum ÖVP-Stammtisch, um wichtige und brisante Themen rund um den Laaer Berg zu besprechen und zu diskutieren. Erwähnt wurden eingangs erreichte Ziele wie beispielsweise ein öffentliches WC im Böhmischen Prater oder barrierefreie Wahllokale, aber auch nicht erfolgreiche Projekte als auch laufende Konzepte wurden kurz thematisiert.

ÖVP Stammtisch Mai 2013Hervorzuheben ist hier ein derzeit in Bearbeitung befindlicher Antrag der ÖVP, der Überlegungen für ein Verkehrskonzept für die Laaer-Berg-Straße fordert. Eine Radzählung ergab, dass der dortige “Mehrzweckstreifen“ (Otto Normalbürger besser bekannt als der riskante Fahrradstreifen) kaum genützt wird. Die Gründe hierfür liegen vermutlich darin, dass die Laaer-Berg-Straße bergauf stetig und teilweise sogar steil ansteigt und die Benützung des Mehrzweckstreifens äußerst riskant ist. 

Thematisiert wurde auch die neue Buslinie 68B, die ab dem Frühjahr 2014 abwechselnd zur Buslinie 68A fahren soll. Damit wurde bereits der Themenschwerpunkt des hiesigen Abends angestoßen:

 

Verkehr und Stadtentwicklung – Verbauung Laaer Berg.

ÖVP Stammtisch Mai 2013 Hr SchleihsHorst Schleihs, Sprecher der Bürgerinitiative Viola Park, wurde eingeladen, das umstrittene Projekt und die Probleme, die dieses Vorhaben mit sich bringt, vorzustellen. Er erzählte vom Werdegang des bisherigen Projektverlaufes und dem Widerstand der umliegenden Bewohner, der sich innerhalb kürzester Zeit formiert hatte.

Altlasten und die Instabilität des Bodens machen Bauvorhaben am Laaer Berg ohnehin bereits schwierig. Vom fehlenden Verkehrskonzept des Projektes sind jedoch nicht nur die Kleingärten Wilhelmshöhe und Fischeralm, sondern auch die Anrainer der Theodor-Sickel-Gasse,  Monte Laa und in einem klein bisschen größeren Blickwinkel der gesamte Laaer Berg mit all jenen, die diesen bewohnen oder queren, betroffen.

Hinzu kommt, dass die Idee des Viola Parks nicht das einzige Bauprojekt am Laaer Berg darstellt: In unmittelbarer Nähe, rund um den Porr-Turm, entstehen aktuell Wohnungen in der Absberggasse, ein paar Hausnummern weiter folgt noch im Jahr 2013 der erste Bauteil der sogenannten „Preyerschen Höfe“. In Monte Laa wird bereits Bauplatz 6 (gegenüber Spar / Tankstelle; Ecke Urselbrunnengasse) verbaut, drei Türme entlang der Laaer-Berg-Straße sollen noch folgen.

Die Diskussionsteilnehmer sind sich einig, dass dem Laaer Berg schon jetzt ein brauchbares Verkehrskonzept fehlt. Was hier auf die Bewohner in Zukunft zukommen könnte,  bereitet vielen der Anwesenden Bauchschmerzen. Kritisiert wurden vor allem fehlende Einsicht und fehlende Einbindung in die Planungen sowie das bereits bestehende Verkehrschaos an der Laaer-Berg-Straße, bei dem Stau und Überlastung schon jetzt an der Tagesordnung stehen. 

ÖVP Stammtisch Mai 2013DI Stiftner, Gemeinderat und Verkehrssprecher der ÖVP, wies jedoch unter anderem auch auf die Notwendigkeit der Stadtentwicklung hin. Wien erwartet immerhin einen Bevölkerungszuwachs an die  2-Millionen-Grenze. Dennoch eigne sich der innerstädtische Bereich besser für eine Verdichtung, da dort bereits auf eine bestehende, meist bestens ausgebaute Verkehrsanbindung zurückgegriffen werden kann. Auch der Ausbau des Radwegenetzes sei auf Grund der räumlichen Verhältnisse im innerstädtischen Bereich wesentlich sinnvoller.

Der gemütliche Abend endete schließlich nach ein paar Stunden eingehender und anregender Diskussionen in angenehmer Atmosphäre.

Die Bürgerinnen und Bürger Monte Laa´s erhalten erneut die Chance, ihre Ansichten und Meinungen zum umstrittenen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 kundzutun und  demnächst in die Planung der zukünftigen Gestaltung der noch freien Flächen in Monte Laa miteinbezogen zu werden!

Rückblick

Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 ist spätestens seit der Abänderung Mitte 2010 jedem Monte Laa´er ein Begriff. Mit Gemeinderatsbeschluss vom 30.6.2010 wurde aus einem ursprünglichen 110m-Doppelturm auf der Überplattung der Tangente plötzlich drei Einzeltürme, die zwischen Porr-Turm und Urselbrunnengasse gebaut werden sollen.

Betroffene Anrainer liefen dagegen Sturm, gaben an die 1000 ablehnenden Stellungnahmen ab und erreichten nach zahlreichen Gesprächen und medialer als auch politischer Unterstützung schließlich eine Höhenreduzierung. An Stelle bis zu 110m hohen Türmen sieht der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 in seiner derzeitigen Form drei Türme mit Höhen von max. 110m (auf der Überplattung), 100m (an der Rudolf-Friemel-Gasse) und 65m (Richtung Urselbrunnengasse) entlang der Laaer-Berg-Straße vor.

Die Hauptprobleme sind damit allerdings geblieben: Wind, Schatten und Schall sowie die ohnehin schon angespannte Verkehrs- und Parkplatzsituation durch die wirtschaftlich fragwürdigen und größtenteils nicht in das Stadtbild passenden Baupläne bieten nach wie vor Anlass zur Besorgnis.

Bürgerbeteiligung jetzt!

In der Sitzung der Bezirksvertretung vom 12.9.2012 brachte die FPÖ einen Abänderungsantrag zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 ein, um eine unter Einbindung der Anrainer/innen in das Stadtbild passende Flächenwidmung zu gestalten und so für alle eine Lösung in diesem Bereich zu finden und umzusetzen.

Die Initiatoren Silke Pichler und Christian Petsch, die bereits im Jahr 2010 zum Widerstand aufriefen und maßgeblich an der Aktion beteiligt waren, haben daher erneut eine Informationsoffensive in Monte Laa gestartet. Mit der Abgabe jeder einzelnen Stimme zur Petition „7915 – Rettet die Wohnqualität Monte Laa´s!“ wird die Abänderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 unterstützt, die unter Einbindung und in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern erfolgen soll. Derzeit gilt es, insbesondere bis zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 31. Oktober 2012 zahlreiche Stimmen zu sammeln und die Parteien dazu anzuhalten, an einer neuerlichen Abänderung unter Mitwirkung der betroffenen Bügerinnen und Bürger nach bestem Wissen und Gewissen mitzuwirken.

Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Website der Initiative www.montelaa.biz.

Übrigens: Nicht nur die Stimmabgabe, sondern auch Präsenz ist wichtig! Kommt am 31. Oktober 2012 um 16 Uhr zur Sitzung der Bezirksvertretung für Wien Favoriten im Amtsgebäude am Keplerplatz 5 – seid präsent! Zeigt mit eurer Anwesenheit, dass euch die Wohn- und Lebensqualität in und am Monte Laa nicht einerlei ist!

Die Verbesserung der Stadtentwicklung und Stadterneuerung in Wien schreitet Stück für Stück voran. Langsam spielt dabei auch die seit langem geforderte Miteinbeziehung von Bürgern eine Rolle.

 In einer aktuellen OTS-Aussendung wird deutlich gemacht, wie viel in Wien baumäßig eigentlich los ist. Das Konzept der sanften Stadterneuerung soll dabei helfen, diese Bauvorhaben sinnvoller zu gestalten und damit die Wohn- und Lebensqualität zu steigern.

Zu diesem Zweck wurde nun auch die Gebietsbetreuung (GB*) auf derzeit aktuell 14 Standorte ausgebaut. Speziell eingerichtete GB*-Stadtteilmanagements sollen künftig bei Gebieten, in denen Änderungen der baulichen Struktur, der Nutzung oder der Bevölkerungsstruktur zu erwarten sind, begleitend eingesetzt werden. Die Unterstützung des sozialen Zusammenlebens soll zudem dadurch erreicht werden, dass zukünftige Bewohner schon in der Besiedelungsphase von der GB* aktiv begleitet werden.

Neben anderen Gebieten wird auch hinsichtlich Monte Laa erwähnt, dass ein verstärkter Bedarf an Kommunikation, Vermittlung und Miteinbeziehung der hier lebenden Bewohner und Anrainer besteht. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, zeigte auch die öffentliche Auflage des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915, bei welcher sich heftiger Widerstand gegen die geplanten Türme von Seiten der Anrainer formierte.

Die Aktion21 setzt sich im Übrigen bereits seit Jahren aktiv und unermüdlich für eine bessere Kommunikation mit den Bürgern und die Einbeziehung von Bürgern in Planungen von Bauprojekten ein