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Rechtzeitig zur neuen Hitzewelle hat sich die Bezirksvertretung für Wien Favoriten mit der Sitzung am 27.6.2012 in die Sommerpause verabschiedet. Inmitten diverser Themengebiete wurden auch die U1 und der Böhmische Prater behandelt. In der knapp eine Stunde andauernden Sitzung wurden wie üblich zunächst die Geschäftsstücke der verschiedenen Ausschüsse und Kommissionen behandelt.

Gesamtkonzept für den Böhmischen Prater

Wie bekannt, wurde zuletzt die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für den Böhmischen Prater beantragt. Der zwischenzeitig vorliegenden Mitteilung von Verkehrsstadträtin Vassilakou zu Folge hat sich die Gemeinde Wien in der Vergangenheit durch diverse Maßnahmen für den Erhalt des Böhmischen Praters eingesetzt (zB Gründung einer Arbeitsgruppe wegen des Parkplatzproblems im Jahr 2007). Auch sichert eine spezielle Flächenwidmung den Bestand des Böhmischen Praters.

Betreffend die Verkehrsanbindung wurde im Jahr 2009 ein Arbeitskreis gegründet. Im Jahr 2010 organisierten die Grünen den sogenannten „Prater-Bus“, dem ein von der Unternehmergruppe des Böhmischen Praters organisierter Busverkehr folgte, dessen Betrieb jedoch mit August 2011 eingestellt wurde.

Bezirksrat Thomas Kohl (ÖVP) ist mit der vorliegenden Mitteilung nicht zufrieden, da die Erstellung eines Gesamtkonzeptes beantragt wurde. Die Informationen über die bisherigen Bemühungen in der Vergangenheit gehen daher am Antrag vorbei, weshalb die ÖVP das Geschäftsstück ablehnt. Er hätte sich gewünscht, dass Überlegungen angestellt und konkrete Aktivitäten entwickelt werden.

Die Grünen hingegen fanden die Mitteilung der Verkehrsstadträtin sehr zufriedenstellend und meinten, dass auch ein fertiges Konzept kritisiert werden würde und schlugen vor, Überlegungen im Rahmen der Bezirksentwicklungskommission oder vielleicht sogar im Rahmen eines eigenen Arbeitskreises anzustellen.

Die FPÖ stimmte ebenfalls dafür einen Arbeitskreis einzuberufen, betonte jedoch gleichzeitig wie wichtig es ist, den in der Bezirksvertretung erarbeiteten einstimmigen Willen auch gegenüber der Gemeinde durchzusetzen.

Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner betonte schließlich, dass ohnehin stets darauf geachtet wird, dass der Böhmische Prater samt den alten Fahrwerken weiterhin erhalten bleibt und entsprechende Maßnahmen zur Attraktivierung gesetzt werden. Als Beispiel nannte auch sie den erst vor wenigen Jahren neu geschaffenen Parkplatz beim Casino Monte Laa. Weiters wies sie darauf hin, dass es die große Lösung eines Verkehrskonzepts nicht geben könne weil die Straßen rundherum viel zu eng seien und die Parkplätze dort erhalten bleiben müssten.

In der darauffolgenden Abstimmung wurde die von Verkehrsstadträtin Vassilakou erhaltene Mitteilung mit den Gegenstimmen der ÖVP zur Kenntnis genommen.

U1-Sanierung (Keplerplatz bis Schwedenplatz)

In der letzten Sitzung wurde seitens der ÖVP eine Anfrage zum Ersatzverkehr während der U1-Sperre gestellt, dessen Beantwortung nunmehr erfolgte. Dabei wurde mitgeteilt, dass die Wiener Linien selbstverständlich bestrebt waren, die beste Lösung für einen Ersatzverkehr im Sanierungszeitraum 7. Juli bis 26. August 2012 zu wählen. Das Ziel, die Fahrgäste ohne Umsteigen in die Innenstadt zu bringen, wird wie bekannt mit den Straßenbahnlinien 66 und 68 erreicht. Die Linien 68 und 66 sollen im Sommer im 5-Minuten-Intervall fahren und wurden vor allem auf Grund der größeren Kapazität und des schnelleren Vorankommens auf eigenen Gleiskörpern für den Ersatzverkehr ausgewählt.

Die auf der Tagesordnung gelisteten Anträge wurden alle einstimmig den diversen Kommissionen und Ausschüssen zugewiesen, wie beispielsweise die FPÖ-Anträge zur Badeerlaubnis bei den Teichen in der WIG / Kurpark Oberlaa, zur Bürgerbeteiligung in Favoriten und betreffend keine Kurzparkzonen im Bereich der neuen U-Bahn-Stationen. Die Überlastung des Verteilerkreises war Gegenstand eines ÖVP-Antrags, der der Verkehrskommission zugewiesen wurde. Ebenfalls einstimmig wurde der ÖVP-Antrag hinsichtlich mehr Bürgernähe bei der Abänderung von Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen dem Bauausschuss zugewiesen.

Abschließend bedankte sich Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner für die im letzten Halbjahr geleistete gute Arbeit und wünschte allen einen schönen Sommer.

„Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Am 14. Dezember 2011 fand die letzte Sitzung der Bezirksvertretung für Wien Favoriten in diesem Jahr statt. Interessante Themen waren unter anderem das Bezirksbudget 2012, die Südverlängerung der U1 sowie das Parkpickerl für Favoriten.

Budget 2012

Zum Voranschlag für das Bezirksbudget 2012 gab es zahlreiche Wortmeldungen. Den Anfang machte ÖVP-Bezirksrat Thomas Kohl, der das Budget 2012 (€ 15,2 Mio.) mit dem Budget von 2002 (€ 12,5 Mio.) verglich und dabei feststellte, dass dieses in zehn Jahren um nicht ganz 20% erhöht wurde. Dem gegenüber stehen zahlreiche Mehrausgaben, die unter anderem auch aus Preiserhöhungen bestehen, die ebenso Otto Normalbürger heftig zu spüren bekommt: Gas, Fernwärme, Wasser, etc. Zu den Kostensteigerungen kommen auch mehr Aufgaben hinzu. Nötig wären nicht € 15,2 Mio, sondern mindestens € 19,8 Mio. Bezirksrat Kohl sprach sich auch für mehr Transparenz im Bezirk aus, die zwar schwierig umsetzbar jedoch notwendig ist.

Die FPÖ kritisierte die teure Parkbetreuung in Favoriten, deren Evaluierung bereits vor einem Jahr von der FPÖ zwar gefordert, jedoch noch nicht umgesetzt wurde. Auch die FPÖ sprach sich für Transparenz und Verbesserung aus, merkte jedoch an, dass es dies nur geben könne solange man ein gewisses Mindestmaß an Wettbewerb zulässt. Der Steuerzahler heiße es nicht gut, wenn man gewisse Aufgaben und Aufträge nur einem gewissen Personenkreis zugänglich mache. Die FPÖ lehnt daher – wie auch die ÖVP – den Kostenvoranschlag für das Bezirksbudget 2012 ab.

ÖVP-Bezirksrat Wolfgang Baumann schloss sich seinen Vorrednern an und bekräftigte mit anschaulichen Beispielen, dass der Bezirk zu wenig Geld bekommt: Von den im Jahr 2009 in Auftrag gegebenen ampelgeregelten Fußgängerübergängen wurde bis dato ein ampelgeregelter Fußgängerübergang saniert, zwanzig weitere sind nach wie vor offen. Hier fehlen € 2,9 Mio., bei Beibehalten des derzeitigen Tempos würde die Umsetzung noch weitere zwanzig Jahre dauern. Nicht anders sieht es bei den Straßensanierungen aus: Ein Projekt ist abgeschlossen, weitere fünf Projekte sind derzeit offen. Hier besteht ein Bedarf von € 2,5 Mio., bei Beibehalten des derzeitigen Tempos würde sich die Umsetzung noch weitere acht Jahre hinziehen.

Der grüne Bezirksrat Georg Prack gab anschließend zu bedenken, dass zwar Luxusprojekte definitiv nicht im Budget vorgesehen sind, man aber Schulsanierungen etc. natürlich überlegen müsse. Er wies auch darauf hin, dass man das Budget ausgabenseitig sanieren und über Verteilungsgerechtigkeit nachdenken müsse. Weiters könne man ein- und ausgabenseitig sanieren, ohne sich in die Substanz zu schneiden. Die Grünen halten die Investitionen des Voranschlags für das Budget 2012 für sinnvoll und werden diesem daher zustimmen.

Die ÖVP merkte dazu an, dass die Pensionistenclubs der Stadt Wien, die € 440.000,– erhalten, als Luxusprojekte angesehen werden können. Rund die Hälfte des Betrags wird für Jausen und Veranstaltungen veranschlagt, während Eltern für ihre Kinder einen Essenbeitrag in Schulen und Kindergärten zahlen müssen. Die ÖVP will damit zwar nicht die Pensionisten angreifen, gab jedoch zu bedenken, dass in Relation dazu € 1,8 Mio. für ein Sanierungsbudget für Kindergärten sehr wenig erscheint.

Im Schlusswort des Bezirks wurde festgehalten, dass es sich um einen Voranschlag, dh um Schätzwerte handelt, die Transparenz bereits gegeben sei und alle von den Rednern angesprochenen Punkte bereits erledigt worden seien.

Die drei Geschäftstücke, die den Voranschlag für das Budget des Bezirks für 2012 bilden, wurden mit den Stimmen der Grünen und der SPÖ angenommen. Die FPÖ und ÖVP stimmten wie bereits angekündigt dagegen.

Verkehrsmäßige Erschließung des Laaer Berges und des Böhmischen Praters

Auf einen Antrag der ÖVP hin erfolgte seitens der Verkehrskommission die Prüfung der verkehrsmäßigen Erschließung des Laaer Berges. Die ÖVP betonte hierzu, dass der Laaer Berg derzeit nicht ausreichend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist. Die Bezirksvertretung soll jedenfalls in Planungen eingebunden werden. Das wäre zum Beispiel bei den zukünftigen preyerschen Höfen wichtig um zu verhindern, dass dort dasselbe Chaos passiert wie im benachbarten Stadtentwicklungsgebiet Monte Laa. Es kann jedenfalls nicht sein, dass zuerst Wohnungen fertiggestellt werden und erst danach über die verkehrsmäßige Erschließung nachgedacht wird. Wichtig ist vor allem auch die rasche Planung des sekundären Netzes im Zusammenhang mit dem U1-Ausbau.

Zum ÖVP-Antrag betreffend eine öffentliche Verkehrsanbindung des Böhmischen Praters und zum Antrag der Grünen betreffend eine eigene öffentliche Anbindung zum Böhmischen Prater erging seitens der Verkehrskommission eine Ablehnungsempfehlung.

Parkpickerl für Favoriten

Das Thema, das sich nahezu ununterbrochen durch die Bezirksvertretersitzungen zieht, stand auch dieses Mal mit einem gemeinsamen Antrag der SPÖ und der Grünen betreffend die Detaillierung der Parkraumbewirtschaftungsstudie auf der Tagesordnung.

Aus Sicht von ÖVP-Bezirksrat Thomas Kohl ist das Parkpickerl in den inneren Bezirken sicherlich sinnvoller als in Favoriten. Zudem sollte man zuerst Park&Ride-Anlagen sowie Anrainergaragen bauen und erst danach über die Einführung eines Parkpickerls nachdenken. Dabei dürfe aber nicht auf die Wirtschaft vergessen werden.

Die grüne Bezirksrätin Anne-Marie Duperron gab zu bedenken, dass derzeit Parkplatznot vorherrsche und Favoriten im Individualverkehr ersticke. Man müsse hier die positiven Aspekte eines Parkpickerls sehen.

Bezirksrat Michael Mrkvicka (FPÖ) sprach klar aus, dass sich die SPÖ und die Grünen zum Parkpickerl bekennen, während die FPÖ und die ÖVP hier dagegen sind. Er erklärte dies mit der Tatsache, dass SPÖ und Grüne zusammen die Stimmenmehrheit haben.

Der grüne Bezirksrat Georg Prack wendete ein, dass der Individualverkehr einer der größten Feinstaubverursacher sei und die Grünen mehr Leute dazu bewegen wollen, zu Fuß zu gehen oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Diese Maßnahmen seien zum Schutz des Bezirkes vor Einpendlern notwendig. ÖVP-Bezirksrat Thomas Kohl widerlegte diese Aussage mit einer Studie der TU-Wien, in welcher nachgewiesen wurde, dass nicht der Individualverkehr sondern die öffentlichen Verkehrsmittel daran Schuld tragen. Insbesondere sind hier Straßenbahnen zu nennen, bei deren Bremsvorgang sehr viel Feinstaub verursacht wird.

Bezirksrat Blöschl (SPÖ) erklärte, dass die Bürger dieses Thema nicht parteipolitisch sehen sondern nur an der Parkplatzsuche interessiert sind. Ziel ist es daher, Stellplätze im öffentlichen Raum – vor allem für die Einpendler – zu regeln. Weiters dürfe man hier nicht die ausländischen KFZ vergessen, welche lt. Bezirksrat Blöschl auch einen nicht unerheblichen Anteil an Stellplätzen einnehmen.

Bezirksrat Michael Mrkvicka (FPÖ) thematisierte die Frage, was das Parkpickerl bringt und was mit den Einnahmen daraus passiert. Dazu merkte er an, dass die Einnahmen in das Zentralbudget der Stadt und nur ein Teil davon wieder zurück in das Bezirksbudget fließt. Lt. Thomas Kohl (ÖVP) sollten die Einnahmen wie vorgesehen für die Parkraumschaffung verwendet werden. Die Autos unter die Erde zu bringen, um so den öffentlichen Raum besser nutzen zu können, ist sicherlich sinnvoll.

Der Antrag von SPÖ und Grüne zur Detaillierung der Parkraumbewirtschaftungsstudie wurde im Übrigen nur mit den Stimmen von SPÖ und Grüne angenommen. Die ÖVP und FPÖ stimmten dagegen.

Ein Antrag der FPÖ betreffend die Einberufung einer Bürgerversammlung zum Thema Parkraumbewirtschaftung in Favoriten wurde mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und Grüne abgelehnt.

Sicherung des Schulweges zum Campus Monte Laa

Zwei Anträge der SPÖ betreffend die Sicherung des Schulweges zum Campus Monte Laa in der Rudof-Friemel-Gasse, konkret hinsichtlich der Querung Moselgasse / Urselbrunnengasse sowie die Kreuzung Laaer-Berg-Straße / Emil-Fucik-Gasse, wurden der Verkehrskommission zugewiesen.

U1-Südverlängerung

Die FPÖ und ÖVP beantragten gemeinsam die Einberufung einer Bürgerversammlung betreffend verkehrstechnische und bauliche Maßnahmen im Zuge des U1-Ausbaus.

Die Grünen lehnen den Antrag ab, da die Bürger (und dann nur die unmittelbar Betroffenen) erst später informiert werden sollen.

Bezirksvorsteher-Stellvertreter Josef Kaindl (SPÖ) erinnerte an die Bürgerversammlung Anfang Juli 2011 im Haus der Begegnung, bei der der Saal wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Damals wurde mit den anwesenden Bürgern beschlossen, dass es besser ist diese Informationsveranstaltungen immer (Bau-)abschnittsweise durchzuführen. Die SPÖ lehnt daher den gegenständlichen Antrag ebenfalls ab.

Demgemäß scheiterte der gemeinsame Antrag der FPÖ und ÖVP daher an der Ablehnung von SPÖ und Grüne.

Die Beantwortung der ÖVP-Anfrage zu den weiteren Plänen bezüglich der U1-Verlängerung in Richtung Süden erfolgt in der nächsten Sitzung.

Entgegen den letzten paar Sitzungen dauerte die Dezember-Sitzung bis weit nach 18 Uhr an und hatte zudem zahlreiche hitzige Debatten zum Inhalt. Vor allem das Parkpickerl ist nach wie vor ein brisantes Thema das kaum einen Bezirksrat sprichwörtlich kalt lässt, sei es nun ob dafür oder dagegen.

„Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Eine schlechte öffentliche Verkehrsanbindung und weniger (zahlende) Besucher – der Böhmische Prater hat´s wahrlich nicht leicht. Der Standard hat mit einigen Schaustellerfamilien gesprochen.

Mittlerweile verbindet den Böhmischen Prater mit dem Bezirk Favoriten eine rund 120-jährige Geschichte. Schießbuden, Ringelspiele & Co wurden zu den Glanzzeiten des Böhmischen Praters von den Besuchern nahezu überrannt. Heutzutage füllt sich der Böhmische Prater regelrecht bei den großen Veranstaltungen an sonnigen Tagen, wie beispielsweise erst beim jüngst stattgefundenen Mittelalterfest.

Der Laaer Wald, die Löwy Grube und der Böhmischen Prater sind nach wie vor beliebte Ausflugsziele in Wien Favoriten, die stets Alt und Jung faszinieren. Insbesondere für die umliegenden Nachbarn wie die Bewohner Monte Laa´s bietet sich der Böhmische Prater für einen gemütlichen und manchmal auch kurzfristig geplanten Rundgang an.

Andere haben es weniger leicht: Wer kein Auto hat muss mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und kommt nicht darum rum, von der nächstgelegenen Haltestelle der Autobuslinie 68A der Wiener Linien einen längeren Fußweg zurückzulegen.

Für Abhilfe sorgen mittlerweile die Unternehmer selbst: Nachdem die Grünen ein knappes Jahr lang einen Gratis-Shuttlebus medienwirksam betrieben haben, kommen inzwischen die Unternehmer selbst für die Kosten auf. Der (nach wie vor Gratis-)Shuttlebus bringt die Besucher zu bestimmten Zeiten vom Reumannplatz und vom benachbarten Bezirk Simmering in den Böhmischen Prater (Details hierzu siehe Artikel vom 4.5.2011).

So überrascht es wenig, dass einige Unternehmer immer wieder über das schlechte Geschäft klagen. Dem Standard schilderten einige Schaustellerfamilien nun ihre Situation. Wie es derzeit um den Böhmischen Prater steht und was sich in den nächsten Jahren ändern wird, kann hier im aktuellen Artikel nachgelesen werden.

Seit dem 1. Mai fährt nun der Gratisbus in den böhmischen Prater! Die Initiatoren „Unternehmer böhmischer Prater“, die dies auch finanzieren, haben gegenüber dem Pilotversuch der Wiener Grünen im letzten Jahr nun auch den Streckenverlauf angepasst, sodass nicht nur die Favoritner vom Reumannplatz sondern auch Besucher vom Simmeringer Einkaufszentrum in den böhmischen Prater kommen.

Wie bereits berichtet, fährt der Gratisbus nun auch Stationen im Nachbarbezirk Simmering an und bietet so für die Besucher des böhmischen Praters ein attraktives kostenloses Service an. Den Artikel sowie die Haltestellen kann man in der Bezirkszeitung im Detail nachlesen.

Am 2.3.2011 haben sich die Bezirksräte wiederrum zur Bezirksvertretungssitzung versammelt. Wichtige Themenpunkte waren vor allem das Parkpickerl und Radfahrstraßen in Favoriten. Ebenso wurden neuerliche Versuche gestartet, die Schaffung einer zufriedenstellenden öffentlichen Anbindung für den böhmischen Prater zu erreichen.

Nachdem der Vorsitzende Josef Kaindl die Sitzung eröffnete wurden einige wenige Geschäftsstücke der verschiedenen Kommissionen der Bezirksvertretung behandelt, wie zum Beispiel die Genehmigung des Schulsanierungspaketes für die Laaer-Berg-Straße 170 in Höhe von 340.000,– Euro. Unter den Geschäftsstücken fand sich auch jenes der Bezirksvorsteherin, das die Parkraumbewirtschaftung in Favoriten zum Inhalt hatte.

Parkpickerl für Favoriten

Bezirksrat Kohl (ÖVP) ergriff zuerst das Wort und erinnerte daran, dass die ÖVP noch vor wenigen Monaten zustimmte die möglichen Auswirkungen eines Parkpickerls zu untersuchen. Nunmehr haben sich bereits die Vertreter des Bezirks am 1.3.2011 klar für die Parkraumbewirtschaftung ausgesprochen. Das Geschäftsstück ist aus Sicht der ÖVP daher jedenfalls abzulehnen.

Seitens der SPÖ wurde entgegnet, dass nichts anderes als die möglichen Auswirkungen einer Parkraumbewirtschaftung auf Favoriten bzw. Teile Favoritens und die umliegenden Bezirke besprochen worden sei. Die Grünen berichteten zu dieser Thematik lediglich kurz über einen erst jüngst erschienen Artikel in der Bezirkszeitung. In diesem klagte eine Anrainerin darüber, dass alles zugeparkt ist und sie sehr darunter leidet.

Die FPÖ nahm das Geschäftsstück zur Kenntnis und wird erst abwarten, welche Ergebnisse die Kommission hervorbringt. Grundsätzlich spricht sich die FPÖ jedoch gegen das Parkpickerl aus. Bezirksrat Haidinger sprach klar aus, was viele Bürger denken: Nämlich dass eine Parkraumbewirtschaftung nichts anderes als die Fortsetzung des Abzockens der Fahrzeughalter ist. Er erinnerte daran, dass vor noch nicht allzu langer Zeit auch die SPÖ „dagegen getrommelt” hat. Er appellierte an die SPÖ, mit dem Kopf im Bezirk zu bleiben und die Idee geistig abzulehnen. Die Parkraumbewirtschaftung wäre insofern nicht zweckmäßig, da man einerseits für das Budget Parkpickerl zahlen müsste, sich andererseits aber nie sicher sein könne einen Parkplatz zu haben.

In ihrem Schlusswort zu diesem Themenpunkt erklärte Bezirksvorsteherin Mospointner (SPÖ), dass mit der Einführung des Parkpickerls in den Innenbezirken eine Bewegung stattgefunden habe. Die Situation in Favoriten habe sich verschärft, weshalb es wichtig ist eine Studie zu erhalten, die die möglichen Auswirkungen veranschaulicht. Danach wäre juristisch zu prüfen, ob man Favoriten teilt oder nicht teilt. In letzter Konsequenz könnte man auch die Bevölkerung befragen. Hermine Mospointner betonte abschließend, dass Favoriten das Parkpickerl nicht im Alleingang einführen könnte, sondern alle anderen Bezirke mitmachen müssten.

Das Geschäftsstück wurde schließlich mit den Stimmen der SPÖ, FPÖ und der Grünen angenommen. Das Thema wurde übrigens bereits in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung am 15.12.2010 umfassend diskutiert. Schon damals zeichnete sich ab, dass das neue Wiener “Rot-Grün” offenbar auch auf die Bezirksebene transportiert wird.

Bürgerversammlung zum Ausbau der U1

Nach diversen Anfragebeantwortungen wurde sodann über zahlreiche Anträge abgestimmt. Der Antrag der FPÖ über eine Bürgerversammlung zum Thema „Verkehrstechnische und bauliche Maßnahmen im Zuge des U-Bahn Ausbaus U1? wurde einstimmig angenommen.

Radfahrstraßen in Favoriten

Zum Resolutionsantrag der FPÖ „Keine Radfahrstraßen in Favoriten” gab es zahlreiche Wortmeldungen. Zum einen wurde kritisiert, dass es auf Grund fehlender Erfahrungen und Konzepte noch viel zu früh wäre Radfahrstraßen grundsätzlich abzulehnen.

Nach Ansicht der FPÖ handelt sich dabei um eine überzogene Politikidee. Es ist naiv zu glauben, dass man durch diese Einrichtungen den Autofahrer zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen könnte. Erwähnt wurde dabei die zwischenzeitig vielfach anerkannte Arbeitsgemeinschaft ARGUS, welche die Förderung des Radverkehrs zum Ziel hat. Diese stellte fest, dass Radfahrstraßen nicht zum Umsteigen auf das Fahrrad bewegen. Die FPÖ gab außerdem zu bedenken, dass der Realbedarf in Favoriten lt. einer Studie nicht gedeckt ist.

Die SPÖ gab zu bedenken, dass man ergänzend noch viele andere Maßnahmen mit einem breiten Konzept setzen müsste, wie zum Beispiel Fahrradgaragen. Überdies sollte man die möglichen Auswirkungen von Radfahrstraßen untersuchen lassen und für Neues offen sein.

Bezirksrat Kohl (ÖVP) meinte, dass es – unter anderem wegen fehlender Fakten – für eine grundsätzliche Ablehnung noch zu früh ist. Erst in einer weiteren Phase werden die Rahmenbedingungen zu erwägen sein, die ÖVP hat sich daher derzeit noch keine Meinung zu dem Thema gebildet.

Der Antrag wurde mit den Stimmen der SPÖ, ÖVP und Grünen abgelehnt.

Öffentliche Anbindung in den Böhmischen Prater

Sowohl die Grünen („Eigene öffentliche Anbindung zum böhmischen Prater”) als auch die ÖVP („Öffentliche Verkehrsanbindung des Böhmischen Praters”) beantragten die Zuweisung der Thematik in die Verkehrskommission.

Bezirksrätin Duperron (Grüne) erwähnte hierzu, dass der böhmische Prater ein beliebter Ausflugsort ist, der insbesondere von Familien und Kindern besucht wird. Er ist ein Aushängeschild Favoritens, dessen Besucher aus ganz Wien kommen. Sie bedauerte, dass der böhmische Prater dennoch „stiefmütterlich” behandelt wird, wenn es um die öffentliche Anbindung geht. So hat man einen weiten Fußweg von den umliegenden öffentlichen Verkehrsmitteln zu meistern, der vor allem für ältere Menschen und Eltern mit Kinderwägen sehr anstrengend sein kann. Duperron gab ebenfalls zu bedenken, dass auch die Parkplatzsituation – sowohl für Besucher als auch für Anrainer – sehr angespannt ist.

In diesem Zusammenhang informierte sie darüber, dass es bereits einen Arbeitskreis gab bei dem die verschiedenen Varianten einer besseren Anbindung geprüft wurden (z.B. Verlegung der Buslinie 68A). Problematisch ist auch, dass die Urselbrunnengasse für die normale Buslinie zu schmal ist (siehe Anfragebeantwortung in der Sitzung der Bezirksvertretung vom 5.5.2010). Bezirksrätin Duperron verwies hierzu auf den Versuch der Grünen, bei dem der Einsatz eines Shuttle-Busses getestet wurde. Von Mai bis Oktober 2010 wurden dabei an 53 Betriebstagen rund 8000 Fahrgäste befördert. Für die Grünen ist dies ein eindeutiges Zeichen, dass eine direkte Anbindung des böhmischen Praters jedenfalls machbar ist und auch dementsprechend von der Bevölkerung angenommen wird.

Beide Anträge wurden einstimmig angenommen.

Auf ÖVP-Antrag hin wurden unter anderem auch die Themenpunkte “Attraktivierung der Autobuslinie 15A” und “Halte/Parkverbot Filmteichstraße” einstimmig der Verkehrskommission zugewiesen.

Nach knapp eineinhalb Stunden wurde die Sitzung geschlossen.

„Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“