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Zurück von der Sommerpause haben sich die Bezirksräte erneut zur Sitzung der Bezirksvertretung für Favoriten am 12. September 2012 versammelt. Wie üblich wurden zunächst die Geschäftsstücke der verschiedenen Ausschüsse und Kommissionen der Bezirksvertretung behandelt, danach folgten die Mitteilungen, Anfragen und Anträge.

Zum Antrag der FPÖ betreffend einer Badeerlaubnis bei den Teichen der WIG / Kurpark Oberlaa gab der Umweltausschuss eine Ablehnungsempfehlung ab, die – mit den Gegenstimmen der FPÖ – in der Sitzung am 12.9.2012 angenommen wurde.

Seitens der Verkehrskommission erfolgte eine Ablehnungsempfehlung zum ÖVP-Antrag betreffend mehr Sicherheit beim Bahnschranken an der Bahnlände Himbergerstr./Favoritenstraße. Bezirksrat Kohl (ÖVP) wies dazu darauf hin, dass das Signallicht stellenweise für Fußgänger nicht sichtbar ist und auch der Signalton bereits vor Jahren wegen Anrainerbeschwerden abgestellt wurde. Sohin kann es durchaus vorkommen, dass sich Fußgänger auf den Bahngleisen befinden und plötzlich die Bahnschranken nach unten hin schließen. Bezirksrat Kohl betonte die Wichtigkeit der Sicherheit der Bürger und schlug daher als Lösung – und ganz nach dem Vorbild des 13ten Bezirks – die Installation eines zusätzlichen Lichtsignals vor.

Auch die FPÖ und die Grünen stimmten Bezirksrat Kohl zu und schlugen vor, nochmals darüber in der Verkehrskommission zu sprechen. Der Vorsitzende der Verkehrskommission, Bezirksrat Blöschl (SPÖ), bedauerte, dass die Parteien diese Argumente in der Verkehrskommission nicht vorgebracht haben und sicherte zu, dass in der Verkehrskommission nochmals über dieses Thema gesprochen werden wird.

Auf Anregung von Bezirksvorsteherin Mospointner setzte BV-Stv. Josef Kaindl (SPÖ) das Geschäftsstück schließlich von der Tagesordnung ab.

Obwohl schon zu spät wurde auch die Ablehnungsempfehlung der Verkehrskommission zum ÖVP-Antrag betreffend die Verlängerung der Linien 68A, 266 und 271 während der Sperre der U1 im Juli und August 2012 behandelt. Bezirksrat Kohl (ÖVP) reagierte verärgert darüber, dass die Behandlung des von der ÖVP rechtzeitig eingebrachten Antrags in der Verkehrskommission derart lange dauerte und somit eine zeitgerechte Beschlussfassung nicht mehr möglich war. Die von der ÖVP im Antrag vorgeschlagenen Verbesserungen hätten den Bürgern des Laaerbergs nach Ansicht von Bezirksrat Kohl durchaus gut getan. In der darauffolgenden Abstimmung wurde die Ablehnungsempfehlung mit den Gegenstimmen der ÖVP angenommen.

Auch zum FPÖ-Antrag hinsichtlich der Überlastung des Verteilerkreises erfolgte seitens der Verkehrskommission eine Ablehnungsempfehlung. Konkret wurde zur Entlastung des Verteilerkreises die Prüfung einer zusätzlichen Untertunnelung vorgeschlagen, da eine Zulegung weiterer Fahrspuren am Verteilerkreis nicht möglich ist. Die Kritik der FPÖ an der Prüfung des Vorschlags wurde vom Vorsitzenden der Verkehrskommission zurückgewiesen: Die Thematik wurde sehr wohl geprüft, da jedoch eine Lösung nur mit sehr aufwendigen finanziellen Mitteln durchführbar wäre erfolgte die Ablehnungsempfehlung. Diese wurde bei der darauffolgenden Abstimmung – mit den Gegenstimmen der FPÖ – angenommen.

Ein weiteres Gesprächsthema waren die Radfahrgaragen für Favoriten, die die immer teurer werdenden Drahtesel vor Wind, Wetter, Vandalismus und Diebstahl schützen sollen. Bezirksrätin Magdalena Kelaridis (ÖVP) befürwortete den ehestmöglichen Einsatz derartiger Radfahrgaragen, die Mitteilung der Verkehrskommission zum ÖVP-Antrag wurde anschließend einstimmig angenommen.

Gemeinsam abgehandelt wurden sogleich vier Mitteilungen von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou zu den SPÖ-Anträgen betreffend die Prüfung möglicher Park & Ride-Anlagen, die Erstellung eines Radwegekonzepts im Süden Favoritens, die Studie zum Sekundärnetz der U1-Süd und die Machbarkeitsstudie hinsichtlich einer Verlegung der Straßenbahnlinie 67 in die Laaer-Berg-Straße.

Bezirksrat Kohl (ÖVP) merkte hierzu an, dass diese Themen ohnehin längst im Laufen sind und daher derartige Anträge in der Vergangenheit von der ÖVP immer abgelehnt wurden. Beispielsweise wurde die ÖVP bereits vor rund eineinhalb Jahren darüber informiert, dass an am Sekundärnetz gearbeitet wird. Bezirksrat Kohl kritisierte den Informationsfluss und forderte, dass der Bezirksvertretung nicht nur ein Endergebnis sondern auch neue Informationen zukommen sollten, damit auch der Bezirk noch mitreden könne.

Die FPÖ schloss sich der ÖVP an und merkte zur Verlegung des 67ers an, dass dieses Vorhaben eine Katastrophe für die Laaer-Berg-Straße wäre. Dort unterzubringen wären dann nämlich vermutlich zwei Spuren Straßenbahn, zwei Autofahrspuren, zwei Fußgängerwege und zwei Radfahrwege. Eine Straßenbahn würde eine ziemliche Einschränkung der Kapazität bedeuten. Die FPÖ stimmt der Mitteilung zwar zu weil sie sie zur Kenntnis nimmt, hält dieses Vorhaben aber für keine gute Idee.

BV-Stv. Josef Kaindl (SPÖ) kann die Aufregung um die Verlegung des 67er´s nicht nachvollziehen. Bereits etliche Male sei diskutiert worden, dass die Buslinie 68A überlastet ist und den Laaerberg nicht im nötigen Ausmaß erschließt. Auch der Einsatz von Gelenkbussen sei bereits geprüft worden. Er betonte, dass man bei einer Verlegung des 67er´s auch die Prüfung und Schaffung von Park & Ride-Anlagen im Zuge der Südverlängerung der U1 bedenken müsse. BV-Stv. Kaindl erwartet dadurch eine Verringerung des Verkehrsaufkommens. Jedenfalls wird das komplette Sekundärnetz im Zuge der U1-Verlängerung neu überdacht.

Alle vier Mitteilungen zu den genannten Themen wurden schließlich einstimmig angenommen. Im Übrigen wurde weiters ein Antrag der SPÖ zur Linienführung des 67ers in der Laaer-Berg-Straße bis zur U-Bahnstation „Oberlaa“ einstimmig der Bezirksentwicklungskommission zugewiesen.

Für hitzige Diskussionen zwischen den Parteien sorgte schließlich ein Antrag der FPÖ betreffend die Abhaltung einer Bürgerversammlung zum Thema „Öffentliche Beleuchtung in Favoriten“. Obwohl hierbei Sicherheit und Kriminalitätsvorbeugung durch bessere Beleuchtung im Vordergrund standen, hagelte es seitens der Fraktionen Kritik an der Art und Formulierung des FPÖ-Antrags. Einigkeit herrschte allerdings darüber, dass konkrete Beleuchtungsprobleme selbstverständlich gelöst werden sollen. Dies passierte bereits in der Vergangenheit immer wieder und wird auch in Zukunft vom Bezirk so gehandhabt werden. Eine flächendeckende Bürgerversammlung für ganz Favoriten schien den Fraktionen teilweise aus Kostengründen (Grüne) aber auch aus Effizienzgründen (ÖVP, SPÖ) jedoch nicht durchführbar. Dementsprechend wurde der Antrag der FPÖ mehrheitlich abgelehnt.

Die nächste Sitzung der Bezirksvertretung für Favoriten findet am 31. Oktober 2012 um 16:00 Uhr im Amtsgebäude am Keplerplatz 5 statt und ist öffentlich zugänglich.

„Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Rechtzeitig zur neuen Hitzewelle hat sich die Bezirksvertretung für Wien Favoriten mit der Sitzung am 27.6.2012 in die Sommerpause verabschiedet. Inmitten diverser Themengebiete wurden auch die U1 und der Böhmische Prater behandelt. In der knapp eine Stunde andauernden Sitzung wurden wie üblich zunächst die Geschäftsstücke der verschiedenen Ausschüsse und Kommissionen behandelt.

Gesamtkonzept für den Böhmischen Prater

Wie bekannt, wurde zuletzt die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für den Böhmischen Prater beantragt. Der zwischenzeitig vorliegenden Mitteilung von Verkehrsstadträtin Vassilakou zu Folge hat sich die Gemeinde Wien in der Vergangenheit durch diverse Maßnahmen für den Erhalt des Böhmischen Praters eingesetzt (zB Gründung einer Arbeitsgruppe wegen des Parkplatzproblems im Jahr 2007). Auch sichert eine spezielle Flächenwidmung den Bestand des Böhmischen Praters.

Betreffend die Verkehrsanbindung wurde im Jahr 2009 ein Arbeitskreis gegründet. Im Jahr 2010 organisierten die Grünen den sogenannten „Prater-Bus“, dem ein von der Unternehmergruppe des Böhmischen Praters organisierter Busverkehr folgte, dessen Betrieb jedoch mit August 2011 eingestellt wurde.

Bezirksrat Thomas Kohl (ÖVP) ist mit der vorliegenden Mitteilung nicht zufrieden, da die Erstellung eines Gesamtkonzeptes beantragt wurde. Die Informationen über die bisherigen Bemühungen in der Vergangenheit gehen daher am Antrag vorbei, weshalb die ÖVP das Geschäftsstück ablehnt. Er hätte sich gewünscht, dass Überlegungen angestellt und konkrete Aktivitäten entwickelt werden.

Die Grünen hingegen fanden die Mitteilung der Verkehrsstadträtin sehr zufriedenstellend und meinten, dass auch ein fertiges Konzept kritisiert werden würde und schlugen vor, Überlegungen im Rahmen der Bezirksentwicklungskommission oder vielleicht sogar im Rahmen eines eigenen Arbeitskreises anzustellen.

Die FPÖ stimmte ebenfalls dafür einen Arbeitskreis einzuberufen, betonte jedoch gleichzeitig wie wichtig es ist, den in der Bezirksvertretung erarbeiteten einstimmigen Willen auch gegenüber der Gemeinde durchzusetzen.

Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner betonte schließlich, dass ohnehin stets darauf geachtet wird, dass der Böhmische Prater samt den alten Fahrwerken weiterhin erhalten bleibt und entsprechende Maßnahmen zur Attraktivierung gesetzt werden. Als Beispiel nannte auch sie den erst vor wenigen Jahren neu geschaffenen Parkplatz beim Casino Monte Laa. Weiters wies sie darauf hin, dass es die große Lösung eines Verkehrskonzepts nicht geben könne weil die Straßen rundherum viel zu eng seien und die Parkplätze dort erhalten bleiben müssten.

In der darauffolgenden Abstimmung wurde die von Verkehrsstadträtin Vassilakou erhaltene Mitteilung mit den Gegenstimmen der ÖVP zur Kenntnis genommen.

U1-Sanierung (Keplerplatz bis Schwedenplatz)

In der letzten Sitzung wurde seitens der ÖVP eine Anfrage zum Ersatzverkehr während der U1-Sperre gestellt, dessen Beantwortung nunmehr erfolgte. Dabei wurde mitgeteilt, dass die Wiener Linien selbstverständlich bestrebt waren, die beste Lösung für einen Ersatzverkehr im Sanierungszeitraum 7. Juli bis 26. August 2012 zu wählen. Das Ziel, die Fahrgäste ohne Umsteigen in die Innenstadt zu bringen, wird wie bekannt mit den Straßenbahnlinien 66 und 68 erreicht. Die Linien 68 und 66 sollen im Sommer im 5-Minuten-Intervall fahren und wurden vor allem auf Grund der größeren Kapazität und des schnelleren Vorankommens auf eigenen Gleiskörpern für den Ersatzverkehr ausgewählt.

Die auf der Tagesordnung gelisteten Anträge wurden alle einstimmig den diversen Kommissionen und Ausschüssen zugewiesen, wie beispielsweise die FPÖ-Anträge zur Badeerlaubnis bei den Teichen in der WIG / Kurpark Oberlaa, zur Bürgerbeteiligung in Favoriten und betreffend keine Kurzparkzonen im Bereich der neuen U-Bahn-Stationen. Die Überlastung des Verteilerkreises war Gegenstand eines ÖVP-Antrags, der der Verkehrskommission zugewiesen wurde. Ebenfalls einstimmig wurde der ÖVP-Antrag hinsichtlich mehr Bürgernähe bei der Abänderung von Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen dem Bauausschuss zugewiesen.

Abschließend bedankte sich Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner für die im letzten Halbjahr geleistete gute Arbeit und wünschte allen einen schönen Sommer.

„Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Zahlreiche Überlegungen, Ideen und Gespräche haben ein neues Bau-Projekt am Laaer Berg hervorgebracht, den sogenannten „Viola Park“! Die Entwürfe zum neuen Bauvorhaben kann man sich bei der Projektvorstellung kommende Woche in der Generali Arena ansehen.

Dass bei der Generali Arena in naher Zukunft die Bagger auffahren würden, wussten wenige schon vor langer Zeit. Vor rund einem Monat erschienen Artikel in der Bezirkszeitung und der Bezirksblatt, die von einem möglichen Einkaufszentrum berichteten. Jetzt aber ist die Katze endgültig aus dem Sack: Das neue Projekt nennt sich „Viola Park“ und soll direkt bei der Generali Arena (Areal zwischen Altem Landgut / Südosttangente / Laaer-Berg-Straße / Theodor-Sickel-Gasse / Enderlich-Gasse / Ludwig-von-Höhnel-Gasse) errichtet werden.

Auf einer Gesamtfläche von rund 200.000 m² sind Wohnbauten, ein Nahversorgungszentrum, ein Sportgymnasium und jede Menge Grünfläche geplant. Derzeit berichten auch die Wiener Bezirkszeitung und das Wiener Bezirksblatt in ihren aktuellen Ausgaben über das Projekt.

Projektvorstellung 11.-13. Juni 2012

Erste Einblicke in den Viola Park werden nächste Woche im Rahmen einer Projektvorstellung in der Generali Arena gewährt. Am 11. Juni 2012, dem ersten Tag der insgesamt dreitägigen Projektvorstellung, werden die Anrainer der umliegenden Kleingärten und Gemeindebauten informiert. Am Dienstag, den 12. Juni 2012 stehen dann Architekten und Experten für Fragen zur Verfügung. Am letzten Tag wird die Projektvorstellung frei zugänglich und von Architekturbüro- und FAK-Vertretern begleitet werden. montelaa.biz wird natürlich weiterhin berichten!

Veranstaltungsinfo:

Termin: 12. Juni 2012, 13 bis 19 Uhr (Projektpräsentation um 17 Uhr) und 13. Juni 2012, 12 bis 17.30 Uhr

Ort: Generali Arena (Fischhofgasse 12, 1100 Wien), Raum Viola-Event (Ost-Tribüne, 1. Stock)

Der Laaer- und der Wienerberg eigneten sich auf Grund ihrer Beschaffenheit ideal für die Ziegelproduktion. Sie entstand gleichzeitig mit der massiven Abholzung am Laaer-Berg im 18. Jahrhundert.

Miesbach
Begonnen hat alles mit Miesbach, zu seinen Lebzeiten waren 37 Brennöfen mit einem Produktionsvolumen von 70 000 bis 90 000 Ziegeln in Betrieb.

Nachdem die Brennöfen mit Kohle befeuert wurden und deren Anzahl auf insgesamt 42 Stück anstieg, wurden täglich mehrere Millionen Ziegel produziert. Um 1870 belief sich die Jahresproduktion bereits auf mehr als 100 Millionen Ziegel. Nach dem Tod Miesbach´s erbte sein Neffe Heinrich Ritter von Drasche-Wartinberg (bekannt als Heinrich Drasche) die Ziegelwerke.

1869 Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesellschaft
Ende der 60ziger Jahre des 19. Jahrhunderts setzte eine massive Baukonjunktur ein, weshalb mehr Arbeiter in den Ziegelwerken beschäftigt wurden. Schnell waren es Tausende, die dort unter teils schwerwiegenden Missständen ihren Lebensunterhalt verdienten.

Die für den Bau des „Arsenals“ wurden 1853 rund 125 Millionen Ziegel benötigt, diese kamen aus den Ziegelwerken am Wienerberg.

Die Arbeiter in den Ziegelwerken nannte man „Ziegelschupfer“, „Mörtelweiber“ und „Ziegelböhm“. Während die „Siedlung vor der Favoriten-Linie“ ab 1850 entstand galten die außerhalb dieser Siedlung lebenden Menschen, die großteils die Ziegelarbeiter waren, als gesellschaftlich deklassiert. „Da draußen am Wienerberg“ herrschte nach damaliger Ansicht das Proletariat, dem man nicht trauen könne. Diese Besitzlosen waren selbst dem Kaiser suspekt.

Ungefähr in den Jahren nach 1870 lebten die Arbeiter unter primitivsten Bedingungen und mussten mangels Unterkunftsmöglichkeit oft im Freien oder in nicht in Betrieb stehenden Öfen übernachten. Unter starkem Leistungsdruck mussten sie schwere Arbeit verrichten. Frauen arbeiteten ebenfalls mit und auch Kinder wurden für leichtere Hilfsarbeiten eingesetzt.

Die Entlohnung wurde nach dem sogenannten „Truck-System“ vorgenommen. Dabei wurde der Lohn als betriebsinterne Valuta, genannt „Blech“, ausbezahlt. Damit konnte man allerdings nur in Geschäften und Wirtshäusern bezahlen, die von der Unternehmensleitung bestimmt wurden. Auf Grund der Lebensbedingungen der Ziegelarbeiter waren diese auch für Krankheiten anfällig. So brach im Jahre 1872 eine Blatternepidemie aus. Die um 1873 tobende Cholera kostete vor allem den unterernährten Ziegelarbeitern am Wienerberg das Leben.

Die Missstände und die Lebensbedingungen der „weißen Sklaven vom Wienerberg“ – wie die Ziegelarbeiter bald betitelt wurden – wurden in der Bevölkerung bekannt und auch von Viktor Adler in einer Zeitschrift 1886 angeprangert.

Die als unsozial empfundenen Arbeitsbedingungen und zu langen Arbeitszeiten führten bei den Ziegelarbeitern zu Unmut, der lange gärte. Im Frühjahr des Jahres 1894 kam es zum Streik der Ziegelarbeiter in Biedermannsdorf, dem sich bald weitere Werke anschlossen. Die Forderungen der rund 2000 streikenden Ziegelarbeiter aus den Werken Oberlaa, Laaer Berg, Laaer Wald, Vösendorf, Biedermannsdorf, Guntramsdorf und Hernals wurden für kurze Zeit von der Unternehmensleitung akzeptiert.

Im April 1894 legten sodann die Ziegelarbeiter am Wienerberg die Arbeit nieder. Nachdem eine zur Klärung und Verhandlung entsandte Delegation nicht empfangen wurde, streikten 6000 Ziegelarbeiter und 4000 von weiteren Fabriken. Als sich Engelbert Pernersdorfer im Reichsrat äußerte und Viktor Adler die Berichterstattung in der damaligen „Arbeiter-Zeitung“ forcierte, gab die Unternehmensleitung den Forderungen der Streikenden nach. Eine 15-prozentige Lohnerhöhung, die Anerkennung der elfstündigen Arbeitszeit, die Abschaffung des leistungsorientierten Prämiensystems sowie die Gründung des „Fachverbands der Ziegelarbeiter“ waren das Ergebnis der Streiks.

Die Diskussionen rund um den Streckenverlauf der Süd-Verlängerung der U-Bahnlinie U1 sind vorerst beendet: Die Endstation wird bei der Therme Wien gebaut.

Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner überraschte mit ihrer Aussage „Die U-Bahn fährt bis zur Therme“ in der Bürgerversammlung im Juli 2011 nicht nur die damals anwesenden Bürger und sorgte so für Diskussionen, sondern behielt tatsächlich auch Recht: Die Endstation „Oberlaa“ bei der Therme Wien ist fixiert.

Allerdings wird eine Verlängerungsoption nach Rothneusiedl, die bereits beim Bürgerinformationsabend am 20. Februar 2012 von Bezirksvorsteher-Stellvertreter Josef Kaindl angesprochen wurde, bautechnisch vorgesehen. Hier kann ein aktueller Artikel des Standards nachgelesen werden, in dem wiederum andere als die bisher bekannten Angaben zum Fertigstellungstermin und zum Schicksal der Straßenbahnlinie 67 gemacht werden.