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Wie angekündigt fand am 27. Februar 2013 in den Räumlichkeiten der FH Campus Wien beim Verteilerkreis Favoriten die moderierte Bürgerversammlung zum Thema Viola Park statt. Die Abhaltung dieser Bürgerversammlung wurde wie bekannt über Ersuchen der Betroffenen von der FPÖ beantragt und von den Parteien in der Bezirksvertretungssitzung am 12.12.2012 einstimmig beschlossen.

Erschienen sind Experten aus den Bereichen Bezirk (Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Josef Kaindl), Planung (Architekt DI Albert Wimmer, Univ.-Prof. DI Hans Lechner), FK Austria Wien (Vorstand Finanzen: Mag. Markus Kraetschmer, Geschäftsführer Mischek Bau: Ing. Mag. Stephan Jainöcker), Verkehr (DI Andreas Käfer, DI Wilfried Pistecky) und Stadt Wien (DI Paul Oblak, für MA 21 Stadtteilplanung: DI Andreas Pfleger).

 

Begrüßung und Vorstellung

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Eingangs begrüßte Bezirksvorsteherin Mospointner die Anwesenden und gab zu bedenken, dass diese Bürgerversammlung auf Grund gesetzlicher Bestimmungen zwar abgehalten werden muss, man sich aber nach wie vor in einem sehr frühen Stadium befinde. In Reaktion auf erste Zwischenrufe und Vorwürfe, hierzu nicht eingeladen worden zu sein, teilte sie mit, dass Einladungen nur in einem gewissen Umkreis ergehen. Selbstverständlich sollen jedoch alle zu Wort kommen und ihre Probleme kundtun, unabhängig davon wo sie wohnen. Wichtig ist ihr jedenfalls, dass man miteinander reden kann.

 

Der Begrüßung durch Bezirksvorsteherin Mospointner folgte eine kleine Vorstellrunde der zuvor erwähnten Experten:

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013DI Wimmer merkte gleich zu Beginn an, dass die beiden Extreme „nichts bauen“ und „Hochhäuser bauen“ kein Thema sind. Ein Wettbewerbsverfahren mache man, um Ergebnisse zu erhalten über die man reden könne. Im Fall Viola Park wurde lt. ihm nach langen Debatten die Variante mit den geringsten Höhen und der wenigsten Dichte gewählt.

Man habe vor allem auf leistbares „wertvolles Wohnen“ mit „entflechtender Funktion“ geachtet. Gemeint ist unter anderem eine lebendige – und damit sichere – Erdgeschosszone, und auch der Fussballsektor sei in diesem Zusammenhang relevant. DI Wimmer möchte ein Wohnquartier mit Freiraum, Umgebung und Infrastruktur (Nahversorger) haben.

DI Lechner informierte dahingehend, dass DI Wimmer einer der Vorsitzenden jener Jury war, die das Siegerprojekt ausgewählt hat. Es gibt Regeln und Vorgaben für die Auswahl des Projektes, ein Wettbewerb dauere unter Umständen auch Jahre. Das Ergebnis wird dann nochmal überdacht und dann in den Flächenwidmungsplan übergeführt. Im Rahmen des Flächenwidmungsverfahrens gibt es dann für Anrainer die Möglichkeit, sich zum Entwurf zu äußern. DI Lechner zeigte abschließend Verständnis dafür, dass das Thema Fussball natürlich eines ist, das Emotionen hochkommen lässt.

Mag. Kraetschmer erklärte, dass es seitens der Generali / FK Austria um die Themen Stadion, Sicherheit, Verkehr und auch Schule geht. Aus diesen Themen ist dann das Thema Wohnen entstanden. Mag. Jainöcker (Mischek Bau) gab an, dass man von einer Realisierung man jedoch noch weit entfernt sei.

DI Pistecky, der schon am 12. Juni 2012 die öffentliche Präsentation des Viola Parks moderierte, erinnerte an die damals diskutierten Punkte „Stadionbetrieb“, „Städtebau, Architektur und Freiraum“ und „Verkehr“. Zu diesen Themen wurden die Sorgen der Anrainer auf Kärtchen festgehalten, die viele Ängste, Wünsche und Sorgen beinhalteten (zB: Befürchtungen um die persönliche Sicherheit und Vandalismus, Sorge wegen Beschattung, Sorge wegen Beeinträchtigung des Fernblicks, Wunsch nach Erhaltung und Erweiterung der Grün- & Freiräume, Wunsch nach Erholung, Wunsch nach transparentem Dialog, etc.). Die meisten Kärtchen mit Sorgen und Ängsten erntete die Kategorie „Verkehr“: Hier sind die Sorgen um einen Verkehrszuwachs, den Verlust von Parkplätzen und die Flüssigkeit des Verkehrs (soweit aktuell überhaupt vorhanden) als auch die Sorgen um die Lärm- und Luftbelastung durch den Verkehr vorhanden.

 

Start der Diskussionsrunde

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Die anschließende Frage-Antwort-Runde startete bereits mit Unmut über einen Herrn Kronsteiner, der im Rahmen des Wettbewerbs für die betroffenen Sozialbau-Häuser hinzugezogen wurde, jedoch seitens der Bewohner nie als deren Sprecher gewählt wurde. BV-Stv. Kaindl antwortete, dass die Kleingartenvereine logischerweise durch deren Obmänner vertreten wurden. Für die Sozialbau-Häuser wurde Herr Kronsteiner gewählt, den er noch von einer Debatte aus dem Jahr 2008 kannte.

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Hierzu meldete sich umgehend Herr Schleihs zu Wort, der zwischenzeitig als Sprecher für den Sozialbau benannt wurde. Er gab zu bedenken, dass sich das Problem mit der öffentlichen Präsentation am 12. Juni 2012 ergeben hat und es ein perfektes Chaos war. Der Sozialbau wurde nicht eingeladen sondern erhielt die Einladungen an die Kleingartenvereine nur über Umwege. Dass sich Dinge mit der Zeit ändern ist vollkommen klar, allerdings handelt es sich hier um einschneidende Veränderungen. Man wurde nicht ins Boot geholt, sondern kaltgestellt. Weiters verwies er auf 700 gesammelte Unterschriften sowie die Tatsache, dass auf dem Areal keine Substanz und keine Ressourcen für solche Bauten vorhanden sind.

Auch die Grünen haben sich in der Vergangenheit bereits bei den Viola Park-Gegnern gegen das Projekt ausgesprochen. Davon wollen sie zwar nichts mehr wissen, für die Bürger und Herrn Schleihs sind solche Aussagen jedoch nicht „unbindend“.

Erschreckend war für Herrn Schleihs auch, dass das Forstamt bis vor kurzem nichts davon wusste, dass die Grünfläche neben dem Forsthaus an der Theodor-Sickel-Gasse (Spitz zur Laaer-Berg-Straße) lt. aktuellem Konzept verbaut werden soll.

Die Frage, ob bereits es eine Einigung über die zukünftige Bespielung von Trainingsplätzen der Neulandschule gibt, beantwortete DI Pfleger: Es gab bereits zwei Gespräche mit dem Direktorium der Neulandschule. Diese Gespräche sind jedoch noch nicht abgeschlossen, werden aber fortgeführt. Weiters stimmte DI Pfleger zu, dass der 12. Juni 2012 tatsächlich chaotisch war.

BV-Stv. Kaindl teilte mit, dass der Bezirk am 2.12.2011 zum ersten Mal in dieser Sache eingeladen wurde. Für den Bezirk ist nach wie vor die Beruhigung der Fischhofgasse auf beiden Seiten ein wichtiges Thema, das Vorrang hat. Hinsichtlich der öffentlichen Präsentation am 12.6.2012 war der Bezirk nicht eingebunden.

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Zum Chaos, das bei den Fussball-Matches herrscht, gab Mag. Kraetschmer zu bedenken, dass eben das Sicherheitskonzept der Beweggrund für das Projekt sei. Man müsse die Besucherströme so leiten, dass sie nicht durch das Wohngebiet durchkommen, sondern von der anderen Seite. Auch er betonte die Beruhigung der Fischhofgasse und wies zudem auf die U1-Südverlängerung hin, die Anfang September 2017 eröffnet werden soll.

Ein Sprecher der Polizei gab an, dass Darby´s ein Ausnahmezustand sind, die jedoch nur an zwei Tagen im Jahr stattfinden. Er sei froh gewesen im Expertengremium zu sitzen und merkte an, dass eine möglichst geringe Beeinträchtigung derzeit nur schwer möglich ist. Mit weiteren Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten werde es jedoch besser.

Die vom Polizeisprecher aufgestellte Behauptung, dass es nur an zwei Tagen im Jahr ein Chaos wegen der Fussball-Matches gebe, wurde von den anwesenden Betroffenen und Anrainern heftigst als unrichtig zurückgewiesen.

Auf die Frage, warum man nicht im Happel-Stadion agiere, antwortete Mag. Kraetschmer, dass das Happel-Stadion genutzt wird, die Austria jedoch Favoriten als ihre Heimat gewählt hat. Das stehe der Austria auch zu.

Den Einwand, dass die Trainingsplätze bei der Tangente auf Grund der dortigen Lautstärke sinnlos seien, wies Mag. Kraetschmer zurück. Die aktuell dort befindlichen Trainingsplätze werden laufend bespielt und das funktioniere sehr gut. Diese Trainingsplätze sollen weiterhin erhalten bleiben. Mit dem Viola Park verliert die Austria sogar Trainingsplätze, daher gibt es ja die Gespräche mit der Neulandschule über die Bespielung der Schul-Trainingsplätze durch die Austria. Derzeit denke die Austria auch über Mädchenmannschaften nach.

Wissen wollten die betroffenen Anrainer auch, wo die Idee des Projekts überhaupt herkommt. Die Stadt Wien hat offensichtlich ein Interesse am Projekt, schiebt die Verantwortung jedoch auf den FK Austria Wien und Mischek.

BV-Stv. Kaindl entgegnete hierzu, dass es Planungen zwischen Mischek und dem FK Austria Wien gab ohne den Bezirk einzubinden. Der Bezirk habe bereits bei der ersten Sitzung verlangt, die Anrainer miteinzubinden.

DI Lechner teilte mit, dass die ursprüngliche Idee, das Gebiet neu zu entwickeln, von der Generali / FK Austria Wien ausging. Mischek kam erst in der zweiten Runde dazu. Mit der Idee, einen Wettbewerb zu starten, ging man dann zum Bezirk. Der Wettbewerb ist eine Möglichkeit, Ideen zu finden. Die hinsichtlich der Grundstücke Beteiligten kamen nach und nach hinzu (Anmerkung montelaa.biz: Informationen zu den Eigentumsverhältnissen können hier nachgelesen werden).

Die Bezeichnung „Viola PARK“ erklärte DI Lechner auf Anfrage damit, dass Grünflächen im Wettbewerb Bedingung waren. Für die anwesenden Bürger macht es jedoch einen Unterschied, ob mit „Grünland“ Park bzw. Wiese gemeint ist oder ob damit grüne Sportplätze gemeint sind. DI Oblak entgegnete, dass es im Plangebiet keine Festsetzung eines Wald- und Wiesengürtels gibt sondern heute rund 17.000m² als EPK (Parkanlagen) gewidmet sind. Von dieser Widmung sieht man jedoch nichts weil teilweise nichts ausgebaut ist.

Die Experten wurden von den Bürgern auch auf die (fehlende) Bodenstabilität hingewiesen. Viele Grundstücke mussten mit Sand angeschüttet werden; auch merken viele, dass sich die Mauern von Jahr zu Jahr bewegen.

DI Pfleger gab hierzu an, dass vorab natürlich Probebohrungen und Bestandsaufnahmen samt Fotodokumentation durch einen Sachverständigen durchgeführt werden müssen. Derzeit seien jedoch noch keine Baufluchtlinien bekannt.

Auch DI Oblak betonte, dass auf Plausibilität und Umsetzbarkeit geprüft werde. Unter einem sollen sowohl künftige als auch bereits vorhandene Bewohner auf kurzem Wege zu einem höherrangigen Verkehrsmittel geführt werden.

Angesprochen wurde auch die Verlängerung der Fischhofgasse bis zur Urselbrunnengasse (Durchbruch bei Laaer-Berg-Straße). DI Oblak wies hierzu darauf hin, dass diese Verlängerung bereits seit rund 100 Jahren schon so gewidmet ist. DI Pfleger gab ebenfalls an, dass es diese Widmung schon länger gibt. Da jedoch auch zwei bis drei Privathäuser dort stehen, hat man jedoch nach Alternativen gesucht. Etwas beruhigt wurden die Anwesenden schließlich auch von DI Käfer: Die Widmung gibt es zwar und die bleibt auch, jedoch ist eine Verlängerung im aktuellen Konzept nicht vorgesehen.

Zur Frage, ob und inwieweit es bereits Verhandlungen mit den Firmen in der Theodor-Sickel-Gasse über Abwanderungen gibt, teilte DI Pistecky mit, dass schon mit zwei Firmen gesprochen wurde. Die wesentlichen Flächen gehören jedoch der Stadt Wien.

Thema war auch die Ankündigung der Viola-Park-Wohnungen auf der Mischek-Homepage, was vielen Bürgern in diesem Stadium sauer aufstieß. Mag. Jainöcker (Mischek Bau) teilte dazu mit, dass die Wohnungen zwar angekündigt, jedoch nicht zum Verkauf angeboten wurden. Einige Bürger hätten dies bei der öffentlichen Präsentation im Juni 2012 angeregt. Seitens Mischek werden Interessenten für die Wohnungen gelistet, weil man ja am Verkauf der Produkte interessiert ist. Der Prozess über die genaue Ausgestaltung wird mit den Fachplanern abgehandelt, Mischek könne zwar mitdiskutieren, jedoch nichts bestimmen.

Seitens der Bürger wurde weiters kritisiert und angemerkt, dass die Distanz zur U1 zu weit ist und dass viele überhaupt nicht mit der U1 fahren.

DI Käfer erklärte, dass beim U-Bahn-Bau ein Einzugsradius von rund 500m angenommen wird und wies auf das sehr dichte U-Bahn-Netz Wiens hin. Allerdings könne die U-Bahn nicht vor jedem Haus stehen bleiben, hierfür gibt es Buslinien die die Fahrgäste zur U-Bahn bringen. Lt. aktuellem Konzept fährt der 68A wie bisher, dass jedoch Verbesserungen (wie zB beschleunigen oder verdichten) notwendig sind, ist ohnedies bekannt. Um die Fusswege zur U1 zu verkürzen wurde beispielsweise auch als eine Idee ein Steg über die Tangente (Katharinengasse) angedacht.

BV-Stv. Josef Kaindl merkte an, dass der Steg der ein gefahrloses Überqueren zur U1 ermöglicht, ja vielleicht gelingt. Ziel ist es jedenfalls, kritische Fans so schnell wie möglich zur U1 zu bringen und die Wohngebiete zu entlasten. Jeder der ein Auto braucht soll es aber auch benutzen können.

Anrainer des Kleingartenvereins Wilhelmshöhe haben auf das tägliche Chaos bei der Neulandschule aufmerksam gemacht und nachgefragt, wozu man dort dann noch eine zweite Schule hinbauen möchte. Bei dem schon bestehenden Chaos ist das reiner Wahnsinn.

Lapidar gab DI Käfer dazu an, dass ein Verkehrschaos bei Schulen nunmal normal in Österreich sei. Die geplante Schule des Viola Parks wird jedoch nicht über die Fischhofgasse sondern über eine eigene neue Straße bedient. DI Käfer zeigte auf einem Realisierungsplan, dass diese neue Straße zwischen den gelb und rot eingezeichneten Gebäuden gebaut wird und die Theodor-Sickel-Gasse somit entlasten soll. Der Schwarzerweg bleibt wie er ist; zwischen Schwarzerweg und der neuen Straße wird noch eine Straße gebaut die jedoch nur der Zufahrt zu zwei Garageneinfahrten dienen wird.

Zu Recht wurde nachgefragt, wie man ein Verkehrskonzept, das jetzt schon nicht funktioniert, mit rund 800 zusätzlichen Wohnungen denn verbessern kann.

DI Käfer sprach von rund 800 bis 900 neuen Wohnungen, wovon jede einen Stellplatz bekommt. Er geht davon aus, dass sehr viele Bewohner zwar wohl ein Auto haben werden, wie viele ihr Auto dann aber tatsächlich nutzen werden, könne man nur hochrechnen. Laut diesen Hochrechnungen seien die Kreuzungen Theodor-Sickel-Gasse / Laaer-Berg-Straße unproblematisch. Auch habe Wien einen steigenden Trend bei der Wahl zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Derzeit liege der Anteil bei 39%. Der grüne Aktivist Kuppelwieser warf zwischendurch in der Diskussion auch ein, dass das Auto sowieso nur ein Auslaufmodell sei.

Kritisiert wurden auch die schon oft beanstandenden (und sogar auf Platz 3 der nervigsten Ampeln Wiens gelisteten) vier Ampeln an der Laaer-Berg-Straße, die sich im Abschnitt Urselbrunnengasse bis Absberggasse befinden und stets für Stauchaos sorgen.

Lt. Angaben von DI Käfer werden die Ampelprogramme nachgerechnet und vor Ort angesehen. Bei einer Begehung wurde schon festgestellt, dass das nicht ganz so funktioniert. Anregungen hierzu kamen schon im Juni 2012, zwischenzeitig wurde auch bereits schon einmal umprogrammiert. DI Käfer versucht jedoch noch weiter zu optimieren und dankte für die neuerliche Anregung.

Heftige Kritik hagelte es neuerlich, als Bürger die Verdichtung des Laaerbergs, fehlende Information und fehlendes Mitspracherecht thematisierten. War hier früher ein Erhohlungsgebiet (man denke an die Ziegelböhm und die Errichtung des Laaer Walds als Naturschutzgebiet), so ist die Verbauung heute teilweise bereits schon bis knapp zu den Teichen im Laaer Wald vorangeschritten (Moselgasse in Monte Laa). Genannt wurden unter andere auch der überfüllte 68A, Todesängste beim Befahren des noch jungen Radwegs an der Laaer-Berg-Straße und neue Wohnbauten. Viele Bürger wussten von den Bauarbeiten am Bauplatz 6 in Monte Laa zum Beispiel nichts – bis die Bagger zu sehen waren. Hinsichtlich des Viola Parks wurden Anrainer erst im letzten Augenblick informiert – dass 700 Gegner nicht gefragt wurden und ihre Unterschriften nicht gelten ist wohl in Österreich so.

BV Mospointner entgegnete, dass das Projekt mehr als nur am Anfang stehe und es sich dabei nicht um ein Bezirksprojekt sondern um ein Projekt der Interessensgemeinschaft Generali / FK Austria / Mischek handle. Das Projekt wurde lediglich an den Bezirk herangetragen. Die im Planungsareal vorhandenen Gründe, die sich im Privateigentum befinden, seien noch nicht verkauft worden. Weiters wisse man noch nicht, ob der Boden vielleicht konterminiert ist oder nicht.

Das Projekt müsse mit den Bewohnern kompatibel sein, derzeit gebe es aber noch nicht viel Konkretes. Es müsse daher noch viel passieren, damit der Viola Park ein „Ja“ bekommt. Die 700 Unterschriften werden jedenfalls zur Kenntnis genommen. Menschen brauchen allerdings Wohnungen, wie viel Grün bleiben muss etc. werde in der Flächenwidmung genau festgesetzt.

Der Bezirk überblicke die Angelegenheit in einem größeren Zusammenhang, wie etwa die Probleme an der Laaer-Berg-Straße, die kommende U1 und die bekannte Überlastung des 68A, der eindeutig zu wenig ist. Man müsse sich hier auf Experten verlassen und zusehen, wer am allermeisten davon hat.

Großen Aufschrei und Missmut unter den anwesenden Bürgern erntete BV Mospointner, als sie auf die langjährige Forderung des Bezirks für die Verlegung der Straßenbahnlinie 67 in die Laaer-Berg-Straße hinwies. Entsetzt erstickte sie dieses Thema wieder mit den Worten „Wir diskutieren hier nicht über die Laaer-Berg-Straße“.

Die Frage nach dem frühesten Baubeginn verknüpfte ein Bürger mit der Anmerkung, dass es schon so wirkt, als würden sich drei was wünschen und der Rest danach springen. Erwartungsgemäß wurde dieser Eindruck seitens der anwesenden Experten zurückgewiesen.

Lt. DI Pfleger wurde ein Erstentwurf eingebracht der nun mit den Fachleuten diskutiert wird. Seiner Erinnerung nach gab es in den letzten zehn Jahren kein Projekt, bei dem 100% der Beteiligten mit im Boot waren. Die Stadt müsse Projekte aber differenzierter sehen weil die Stadt wächst.

Dem stimmte auch DI Oblak zu und merkte an, dass Flächen ein wertvolles Gut sind. Neue Stadtbewohner brauchen Wohnungen, die man entweder im Inneren der Stadt oder im äußeren Bereich der Stadt schafft. Während im inneren Bereich kompaktes Bauen mit schon vorhandener Infrastruktur möglich ist, trifft man im äußeren Bereich auf grüne Wiesen. Beim Areal des Viola Parks handelt es sich um Betriebsflächen. Solche Flächen sucht die Stadt Wien. Die Überlegungen sind gewissen Vorgaben unterworfen, auch deshalb müsse man sich das erste Bild des Projekts ansehen und dann so lange daran drehen, bis es passt.

Völlig unverständlich war den anwesenden Bürgern, wieso man – um leichter ins Stadion zu kommen – verbauen müsse.

Mag. Kraetschmer verwies hierzu wie bereits eingangs erwähnt auf die Sicherheit aller und erzählte kurz über einen Zuschauer, der einen Herzinfarkt erlitt. Da damals die Fischhofgasse verstopft war, konnte der Rettungswagen nicht durch, somit musste schließlich der Rettungshubschrauber landen. Beim Projekt Viola Park stehe man am Beginn, jedenfalls sollen sich aber nicht alle durch die Fischhofgasse quetschen.

In welcher Reihenfolge die Bauteile errichtet werden sollen, war dem auf der Leinwand gezeigten Realisierungsplan zu entnehmen.

 

Schlussworte

Gegen Ende der Veranstaltung wurde seitens der Bürger nochmals betont, dass die Experten sehr wohl wissen, dass es Probleme gibt. Dort dennoch den Viola Park mit rund 2000 neuen Bewohnern hinzubauen wäre irrsinnig.

Nach rund zweieinhalb Stunden angeregter Diskussion voller Missmut gegenüber dem Projekt beendete der vorgesehene Zeitplan die Veranstaltung und ließ die Betroffenen mit vielen offenen Fragen und noch nicht geäußerten Wortmeldungen zurück.

Ebenso wurde die zu Beginn der Veranstaltung von DI Pfleger angekündigte Präsentation des Verkehrskonzeptes nicht mehr durchgeführt.

Bezirksvorsteherin Mospointner danke jedoch allen Anwesenden für ihr Kommen und kündigte an, dass dies nicht die letzte Informationsveranstaltung zum Viola Park gewesen sein wird.

Bericht in der der HEUTE

Bericht in der ÖSTERREICH

Interview auf 88.6 

 „Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Weitere Fotos von der Veranstaltung:

Wie bekannt war die Laaer-Berg-Straße in den letzten Wochen eine wahre Geduldsprobe für viele Fahrzeuglenker. Das extreme Chaos ist auch an den Medien nicht spurlos vorbeigegangen: Die Wiener Bezirkszeitung hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe dem Thema angenommen.

Grund für den massiven Stau zu nahezu jeder Tageszeit war die Verengung der Fahrbahn auf Höhe der Absbergbrücke. Für die Sanierungsarbeiten wurde auf diesem Abschnitt für zwei Monate eine Baustelle eingerichtet (siehe Artikel vom 4.5.2011).

Mit Schuld für die Staulawinen, die regelmäßig sogar bis zum Reumannplatz (!) hinunter reichten, waren jedoch auch Autofahrer die die Ampel an der Rudolf-Friemel-Gasse ausnutzten. Jene Fahrzeuglenker, die von der Absberggasse über die Emil-Fucik-Gasse und die Rudof-Friemel-Gasse in die Laaer-Berg-Straße einbogen, ersparten sich so den Hotspot an der Kreuzung Absberggasse / Laaer-Berg-Straße. Allerdings führte dies zu einem größeren Rückstau an der nächsten Ampel, wodurch der von Richtung Absberggasse und Reumannplatz kommende Verkehr noch weniger abfließen konnte und das Chaos damit zusätzlich drastisch verschärft wurde.

Der Artikel der Wiener Bezirkszeitung kann hier nachgelesen werden. Die Baustelle selbst ist bereits mit Ende Juni wieder aufgehoben worden, womit sich die Situation an der Laaer-Berg-Straße zur Freude aller Beteiligten wieder normalisiert und etwas entspannt hat (siehe Artikel vom 1.7.2011). Bedauerlich ist jedoch, dass die zahlreichen Ampeln entlang der Laaer-Berg-Straße im Abschnitt Urselbrunnengasse / Absberggasse nach wie vor für unnötiges und zeitraubendes Stop & Go sorgen.

Am 4. Mai haben sich die Bezirksräte erneut zur Sitzung der Bezirksvertretung für Favoriten im Amtsgebäude am Keplerplatz 5 versammelt. Eines der vieldiskutierten Themen war erneut das Parkpickerl für Favoriten.

Zu Beginn der Sitzung ergriff Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner aus aktuellem und freudigem Anlass das Wort: Bezirksrätin Ilse Weber (FPÖ) wurde das goldene Verdienstzeichen zuerkannt. Bezirksvorsteherin Mospointner nutzte die Gelegenheit, um der erfahrenen Politikerin, die auch Mitglied im Finanzausschuss, im Bauausschuss und in der Verkehrskommission ist, für ihre Arbeit sowie ihr Interesse am Bezirk zu danken und ihr alles Gute für das persönliche Wohlergehen zu wünschen. Auch der Vorsitzende der Bezirksvertretung, Josef Kaindl (SPÖ), schloss sich den Glückwünschen an. Bezirksrätin Weber erhielt zwei Blumensträuße und dankte für die hoffentlich weiterhin gute Zusammenarbeit.

Änderung der Ampelschaltung an der Laaer-Berg-Straße

Sodann wurde die Tagesordnung abgearbeitet. Eines der Geschäftsstücke des Finanzausschusses betraf die Änderung der Ampelschaltung entlang der Laaer-Berg-Straße zwischen der Urselbrunnengasse und der Absberggasse (siehe Artikel vom 27.4.2011). Das Geschäftsstück, das eine diesbezügliche erste Überschreitung der Haushaltsstelle um 35.000 € zum Inhalt hatte, wurde einstimmig angenommen.

Parkpickerl: Resolutionsantrag bezirksweite Bürgerbefragung

Unter den vielen Anträgen, die in der Sitzung behandelt wurden, fand sich auch der Resolutionsantrag der ÖVP betreffend eine bezirksweite Bürgerbefragung. Bezirksrat Kohl (ÖVP) begründete den Antrag damit, dass bei manch wichtigen Vorhaben weitreichende Auswirkungen denkbar sind, weshalb die Bürger miteinbezogen werden sollen. Aktuelles Thema ist das Parkpickerl, bei welchem auf Grund der Verkehrsverlagerung viele Auswirkungen in den Aussenzonen denkbar sind. Beispielhaft nannte er in diesem Zusammenhang auch die zukünftige U-Bahnstation Alaudagasse: Hier wird zukünftig mit Parkplatznot in der Hansonsiedlung gerechnet werden müssen, da zB Pendler dort Parkplätze suchen um mit der U-Bahn weiterzufahren. Bezirksrat Kohl betonte, dass mit dem Resolutionsantrag klargestellt werden soll, dass alle Bürger befragt werden sollen.

Die SPÖ gab zu bedenken, dass der Antrag nicht direkt diesen Wortlaut ausführt und es zu weit gehe sowie politisch unverantwortlich wäre, jetzt von einem flächendeckenden Parkpickerl zu sprechen. Da noch kein Ergebnis der Untersuchung (Anmerkung: Derzeit wird untersucht, welche Varianten eines Parkpickerls möglich wären) vorliegt, wird die Ablehnung empfohlen.

In Reaktion darauf betonte Bezirksrat Kohl (ÖVP), dass die ÖVP keine bezirksweite Parkpickerlzone sondern eine bezirksweite Bürgerbefragung beantragt, die sich auf das Ergebnis der Untersuchung bezieht. Er wirft der SPÖ vor, unter Druck Gründe zu suchen um die Bürger nicht miteinzubeziehen.

Auch die Grünen meldeten sich zu Wort. Bezirksrat Prack teilte mit, dass die Grünen ebenfalls nicht zustimmen werden da es schon festgelegt sei Bürger miteinzubeziehen und es den Grünen daher unverständlich ist, weshalb sie dies nun beschließen sollen. Er verwies ebenfalls auf das noch fehlende Ergebnis der Untersuchung und meinte, dass man erst nach Vorliegen des Ergebnisses formgerecht nach einer Beteiligung suchen müsse, es derzeit dafür jedoch noch zu früh ist.

Die FPÖ unterstützt den Antrag ebenfalls auf Grund des noch fehlenden Ergebnisses der Untersuchung nicht, lehnt ein Parkpickerl aber jedenfalls ab.

Abschließend tat die ÖVP noch ihr Unverständnis über die Reaktionen der anderen Fraktionen kund, denn das Parkpickerl wird alle betreffen und die ÖVP möchte daher, dass alle dazu befragt werden.

Der Resolutionsantrag wurde sodann mit den Stimmen der Grünen, der SPÖ und FPÖ abgelehnt.

Weitere Anträge

Ein von allen Parteien gemeinsam gestellter Antrag betraf die Verkehrsflächenbenennung des Platzes vor der Generali-Arena nach Franz Horr. Wie bekannt, wurde das Franz Horr-Stadion erst kürzlich in „Generali-Arena” umbenannt. Erwartungsgemäß wurde der Antrag mit den Stimmen aller Parteien angenommen.

Der Antrag der ÖVP betreffend einer öffentlichen WC-Anlage im Böhmischen Prater wurde einstimmig der Bezirksentwicklungskommission zugewiesen.

Der Antrag der FPÖ betreffend die Abhaltung einer Zivilschutzinformationsveranstaltung im 10. Bezirk wurde einstimmig der Zivilkommission zugewiesen. Ebenso wurden die Anträge der ÖVP hinsichtlich barrierefreier Haltestellen in Favoriten, Detailplanung der Sanierung der Tangente und der Ampelregelung während der Nachtstunden einstimmig der Verkehrskommission zugewiesen. Um 17:36 Uhr wurde die Sitzung beendet.

„Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Aufmerksame Autofahrer sowie Fahrgäste der Buslinie 68A haben es heute vielleicht schon bemerkt: Entlang der Laaer-Berg-Straße finden sich nunmehr Betonklötze, die die Fahrbahn verengen.

Vor einigen Stunden wurde entlang der Laaer-Berg-Straße Richtung stadtauswärts zwischen der Lidl-Filiale und der Auto Renault-Filiale eine Reihe Betonklötze aufgestellt. Sie führen die zwei Fahrstreifen zu einem Fahrstreifen zusammen und verlegen auch den Radfahrweg. Dieser verläuft nun nicht mehr geradlinig sondern schlaufenförmig entlang der Betonklötze. Auch einige Parkplätze sind von der Absperrung betroffen.

Die Verengung umfasst daher lediglich das wenige Meter lange Straßenstück entlang der Absbergbrücke. Glücklicherweise handelt es sich hierbei nicht um einen Dauerzustand. Nach Mitteilung der wie immer sehr freundlichen und bemühten Mitarbeiter der MA 28 und MA 46 ist diese Einrichtung im Zusammenhang mit der Sanierung der Absbergbrücke notwendig und wird voraussichtlich bis Ende Juni vorhanden sein.

Was in Monte Laa am Laaerberg eigentlich unvorstellbar ist, wurde nunmehr bittere Realität: Die Tageszeitung HEUTE berichtet über vier Schüsse, die des Nächtens auf das Bierlokal Müller Bräu in der Laaer-Berg-Straße 43 (beim PORR-Turm) abgegeben wurden.

 

 

Zitat:

    „Favoriten: Schussattentat in Biergasthof!

 

Unbekannter schießt durch die Fensterscheibe des Gasthofs, zwei Projektile schlagen im Innenraum ein. Anwesende kommen mit Schrecken davon: Niemand sieht den Amokschützen, er kann unerkannt flüchten.

 Vier Knaller, klirrendes Fensterglas gefolgt von lauten Schreien durchhallen die sonst so ruhigen Nächte am Laaer Berg. Die rätselhaften Schüsse auf das Favoritner Bierlokal beschäftigen seitdem die Polizei. Ein unbekannter Täter schoss insgesamt vier Mal auf das Gebäude an der Laaer- Berg-Straße 43.

Zwei Projektile durchbrachen zwei Fensterscheiben und landeten im großen Gastraum an der Straßenseite. Je ein Treffer schlug im Fensterrahmen und in die di-cke Hausmauer ein – alle hinterließen Spuren in dem robusten Bauwerk. Dass es bei dem Schussattentat im Süden Wiens keine Verletzten gab, ist nur einem Zufall zu verdanken. Sämtliche Anwesende hielten sich zur späten Stunde im hinteren Teil des Lokals auf.

 Ein Teil der Belegschaft war ebenfalls im von der Straße entfernten Bereich mit der Abrechnung beschäftigt. „Wir haben die Schussgeräusche gehört, das war Aufregung genug. Gesehen haben wir gar nichts“, erzählt einer der Kellner gegenüber „Heute“.

 Warum die Schüsse gezielt auf dieses eine Gasthaus abgegeben wurden, stellt Belegschaft und Polizei vor ein Rätsel. Die Ermittler haben noch keine heiße Spur zum Schützen, auch die Tatwaffe bleibt verschwunden.

    A. Huber und A. Bach“

    Quelle: HEUTE, 10.1.2011

Trauriger Nebenaspekt: Schon vor wenigen Tagen war die Laaer-Berg-Straße Schauplatz einer Schießerei. So ist in einer Presseaussendung der Bundespolizeidirektion Wien vom 6. Jänner 2011 folgendes zu lesen: „Gestern um 00.30 Uhr geriet der 20-jährige Daniel M. mit dem 17-jährigen Patrick M. in der Laaer Berg Straße in Streit. Es folgte ein Gerangel wobei Daniel M. eine Gaspistole zückte und seinem Widersacher zweimal ins Gesicht schoss. Anschließend flüchtete er. Der Beschuldigte konnte wenig später bei der Sofortfahndung von einer Polizeistreife angehalten und festgenommen werden. Das Opfer erlitt nur leichte Verletzungen.“