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Erfahre alles über den neuen Stadtteil im zehnten Bezirk, über die Hintergründe seiner Straßennamen und die Gebäude, die Monte Laa erst zu Monte Laa machen!

 

Die Idee des Stadtteils Monte Laa | Straßennamen | Wohnhäuser & Gebäude

 

Die Idee des Stadtteils Monte Laa

Die Stadt Wien entwickelt sich ständig weiter – immer wird irgendwo gebaut. So auch ab dem Jahr 2003 am Laaer Berg. Nach jahrelanger Vorbereitung und Planung konnten die ersten Genossenschaften mit der Realisierung ihrer Bauprojekte beginnen. Schon im Oktober 2004 wurde der erste Wohnbau von seinen neuen Mietern bezogen.

Der Masterplan für Monte Laa stammt von Architekt Albert Wimmer. Die Gründe, auf denen sich das heutige neue Stadtentwicklungsgebiet befindet, waren bereits seit den 20ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Eigentum des Porr-Konzerns. Dieser nutzte die Flächen als Lagerplatz. Als entschieden wurde, die Gründe aufzuwerten, überplattete Porr die Südosttangente. Diese Überplattungskonstruktion ist die Grundlage des Gesamtprojektes und stellt damit das Herzstück Monte Laa´s dar. Mit diesem Basisbauprojekt sollte nicht nur Bauland geschaffen sondern auch Lärm- und Immissionsschutz erzielt werden.

Unter dem Motto „Wohnen und Arbeiten“ ist das Gebiet in diese zwei Kernbereiche unterteilt. In der Mitte wird Monte Laa mit einem Grünstreifen, dem sogenannten „Park Monte Laa“, durchzogen.

Im Bereich entlang der Laaer-Berg-Straße (Themenbereich „Arbeiten“) finden sich der Porr-Turm und der Bürokomplex „Office Provider“. Die Campusschule Monte Laa hat ihren Betrieb mit dem Schuljahr 2009/2010 aufgenommen. Der umstrittene Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 gibt Aufschluss über die restliche Bebauung, die in diesem Bereich geplant ist. Der Plan wurde in der Sitzung des Wiener Gemeinderats am 30.6.2010 genehmigt und sieht unter anderem auch – zum Ärger vieler Anrainer und Bewohner – drei Hochhäuser entlang der Laaer-Berg-Straße vor. Details zum Flächenwidmungsplan Nr. 7915 können hier nachgelesen werden.

Auf der anderen Seite des Grünstreifens finden sich zahlreiche Wohnbauten (Themenbereich „Wohnen“). Eine einzige Ausnahme bildet der Bürokomplex „Screen“. Das Gebäude steht genau am Ende der Überplattung der A23 und bildet somit eine wichtige Lärmschutzfront für die umliegenden Wohngebäude Monte Laa´s.

 

Straßennamen

Das heute großteils fertiggestellte Siedlungs- und Wohngebiet Monte Laa auf den ehemaligen Porr-Gründen ist durch die Laaer-Berg-Straße, die Urselbrunnengasse, die Moselgasse und die Absberggasse begrenzt. Im Gebiet selbst finden sich auch noch die Käthe-Odwody-Gasse, die Rudolf-Friemel-Gasse und die Emil-Fucik-Gasse. Sie alle haben eine eigene und oftmals besondere Bedeutung:

Absberggasse: Sie wurde 1875 nach dem alten Riednamen „Absberg“ benannt, der bereits historisch im Grundbuch vorkam und sich möglicherweise von einem alten Klosterbesitz „des Abtes Berg“ ableitet.

Emil-Fucik-Gasse: Sie wurde bei ihrer Errichtung im Jahr 2004 nach Emil Fucik benannt.

Käthe-Odwody-Gasse: Sie wurde bei ihrer Errichtung im Jahr 2004 nach Katharina (Käthe) Odwody benannt.

Laaer-Berg-Straße: Sie wurde 1956 nach dem Laaer Berg benannt. Zuvor wurde die Straße an der einstigen Bezirksgrenze, der Bahntrasse, namentlich getrennt. Bis zur Bahntrasse wurde sie „Laaer Straße“ genannt, der anschließende Teil trug den Namen „Wiener Straße“.

Moselgasse: Sie wurde 1974 nach Ignaz Franz von Mosel benannt.

Rudolf-Friemel-Gasse: Sie wurde bei ihrer Errichtung im Jahr 2004 nach Rudolf Friemel benannt.

Urselbrunnengasse: Sie wurde 1964 nach dem historischen Flurnamen „Urselbrunnen“ benannt.

 

 

Wohnhäuser & Gebäude

Derzeit finden sich im neuen Stadtteil Monte Laa folgende Gebäude:

„Meandrino“ (Moselgasse 6-8)

„Cubino“ (Moselgasse 2-4)

„Tanzende Säulen“ (Collmanngasse 42)

„Carré Vert“ (Emil-Fucik-Gasse 3)

„Screen“ (Emil-Fucik-Gasse 1)

Porr-Hauptquartier („Porr-Turm“, Absberggasse 47)

Office Provider (Laaer-Berg-Straße 43)

Campus Monte Laa (Rudolf-Friemel-Gasse 3-5)

„Wohnen am Laaer Wald“ (Moselgasse 10-14)

„Kunstblicke“ (Absberggasse 45a)

„Living Colors“ & „Holz(t)raum“ (Waltenhofengasse 5)

Detailinformationen zu diesen Gebäuden erhält man per Mausklick, der Häuserübersichtsplan zeigt wo sich diese Gebäude und deren Stiegeneingänge genau befinden.

Der Stadtteil Monte Laa ist jedoch, so wie es in einer Millionenstadt wie Wien üblich ist, von weiteren Gebieten am Laaer Berg umringt. Dazu gehören natürlich die Gebäude auf der anderen Seite der Urselbrunnengasse (wie zB das Verdino), der angrenzende Kleingartenverein, der Böhmische Prater, die zukünftigen preyerschen Höfe, die Ankerbrotfabrik und natürlich auch der Laaer Wald samt der beliebten Löwygrube.

Wie „Monte Laa“ eigentlich zu seinem Namen kam, erfährt man hier.

Betriebsrätin, Hilfsarbeiterin in der Ankerbrotfabrik und Widerstandskämpferin, nach welcher im Jahre 2004 die im Stadtentwicklungsgebiet Monte Laa neu angelegte Käthe-Odwody-Gasse benannt wurde.

Katharina OdwodyAls jüngstes der insgesamt sechs Kinder der Landarbeiter Franz und Maria Wanek wurde Käthe am 6.3.1901 in Hluk (Tschechien) geboren. Die Familie kam 1905 nach Wien. Nach ihrer Schulzeit in Favoriten ist Käthe in verschieden Firmen als Hilfsarbeiterin beschäftigt. 1921 heiratet sie den Schlossergehilfen Franz Odwody, drei Jahre später wird sie in der Ankerbrotfabrik als Hilfsarbeiterin aufgenommen und ist dort bis 1934 auch als Betriebsrätin tätig. Von 1923 bis 1934 ist sie auch Mitglied der freien Gewerkschaft der Lebens- und Genussmittelarbeiter Österreichs.

Während der Februarunruhen 1934 wird Käthe Odwody wegen des Verdachts der Teilnahme an den Februarkämpfen festgenommen. Vom 17.2.1934 bis 11.5.1934 befindet sie sich in Haft. Sodann wird sie vom Landesgericht Wien wegen „Aufstand und Hochverrat“ angeklagt. Das Verfahren wird ausgeschieden, der „Verdacht der Teilnahme am Aufruhr“ wird jedoch nicht entkräftigt. Der Anklage nach soll Käthe Odwody die Maschinengewehrgurte der Februarkämpfer in der Ankerbrotfabrik mit Patronen bestückt haben.

Bis 1938 ist Käthe Odwody arbeitslos und arbeitet sodann wieder in der Ankerbrotfabrik.

Ab Herbst 1940 wird sie in die Bezirksleitung der kommunistischen Partei für den zehnten Wiener Bezirk aufgenommen. Unter dem Decknamen „Walli“ arbeitet Käthe Odwody in der sogenannten „Siegl-Gruppe“, deren Name sich auf das Pseudonym des am 28.1.1943 wegen Hochverrates hingerichteten Rudolf Fischer (kommunistischer Widerstandskämpfer und KP-Bezirksleiter von Favoriten) bezieht. Sie stellte nicht nur die „Rote Fahne“ zu sondern kassierte und verteilte auch Geldbeträge für die KPÖ.

Die GESTAPO verhaftete Käthe Odwody am 29. April 1941. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat wurde sie am 9.11.1942 zum Tode verurteilt und schließlich am 23. September 1943 auf dem Schafott des Landesgerichtes Wien hingerichtet.

Zu Ehren der ermordeten Widerstandskämpfer Alexander Scheck (Mitglied des Schutzbundes, erschossen am 13.2.1934), Käthe Odwody, Franz Misek (hingerichtet am 19.9.1944) und Ludwig Führer (hingerichtet am 5.12.1944) wurde im Jahre 1946 in der Absberggasse 35 eine Gedenktafel enthüllt.

Seit 2004 erinnert auch eine Straße in Wien Favoriten an Katharina Odwody, die im Stadtentwicklungsgebiet Monte Laa neu angelegt wurde. Die Käthe-Odwody-Gasse verläuft paralell zwischen der Rudolf-Friemel-Gasse sowie der Urselbrunnengasse und führt von der Laaer-Berg-Straße hinein zum Kindergartenbereich des Campus Monte Laa.