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Auch das Wiener Bezirksblatt berichtet nun über den Flächenwidmungsplan 7915.

Mitarbeiter der Zeitung waren vor Ort um folgenden Artikel  in der aktuellen Ausgabe zu veröffentlichen. Des weiteren findet sich auch in der aktuellen Bezirkszeitung ein Artikel über die Bürgerversammlung. Zusätzlich kann man sich noch den Gastkommentar der Bezirksvorsteherin Mospointner durchlesen, zu guter letzt ist hier noch das Bezirksjournal mit einem Artikel.

Wogen zum Flächenwidmungsplan 7915 gehen erneut hoch

Erst am Montag, den 7.6.2010 fand die auf Antrag einberufene Bürgerversammlung im Haus der Begegnung in Favoriten statt.

Dabei wurde die eindeutige Ablehnung von zahlreich erschienenen Bewohnern und Anrainern Monte Laa´s klar kundgetan. Schon heute, 9.6.2010 stand der stark kritisierte und umstrittene Entwurf im Planungsausschuss zur Debatte.

Schon die Bürgerversammlung am Montag wurde von allen Parteien und Anwesenden kritisiert. So bezeichnete ÖVP-Gemeinderat Alfred Hoch die Veranstaltung als „reine Beschwichtigungsaktion“. Auch die Grünen kritisieren die Intransparenz und fehlende Durchsetzungskraft der Stadtplanung gegenüber Investoren, die nicht nur bei ein paar anderen Projekten sondern auch beim Flächenwidmungsplan Nr. 7915 erkennbar sind. Seitens der FPÖ wurde nicht nur wiederum die fragwürdigen Beschattungs- und Winduntersuchungen, sondern insbesondere auch das fehlende Verkehrskonzept bemängelt.

Die ÖVP betonte bereits am Montag, dass es vor allem wichtig wäre, das flächenreduzierende Angebot des Bauwerbers anzunehmen. Bezirksvorsteherin Mospointner gab schließlich heute bekannt, dass der mittlere Turm (für den bis dato eine Höhe von 100m vorgesehen ist)  durch einen in der kommenden Gemeinderatssitzung von der SPÖ einzubringenden Abänderungsantrag nochmals in seiner Höhe reduziert werden soll. Ebenfalls werde über eine zeitliche Befristung des Flächenwidmungsplans nachgedacht.

Ein von der ÖVP im Planungsausschuss eingebrachter Antrag im heutigen Planungsausschuss, den umstrittenen Entwurf des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 von der Tagesordnung abzusetzen, um Überlegungen von Verbesserungen vornehmen zu können, ist an den Stimmen der SPÖ gescheitert.

Wer sich etwas Zeit nimmt kann hier die in den letzten Tagen erfolgten Presseaussendungen im Detail nachlesen und sich anderweitige Berichterstattungen ansehen:

 

Resümee der ÖVP zur Bürgerversammlung vom 7.6.2010

Resümee der SPÖ zur Bürgerversammlung vom 7.6.2010

Resümee über die Pressekonferenz der Grünen vom 8.6.2010 zu Planungsfehlern bei Bauprojekten

Grüne fordern Absetzung umstrittener Bauprojekte von der Tagesordnung des Planungsausschusses

Kritik der FPÖ am Flächenwidmungsplan Nr. 7915

Videobericht des ORF vom 8.6.2010 zur aktuellen Situation

Resümee der ÖVP zum Planungsausschuss vom 9.6.2010

Resümee der FPÖ zum Planungsausschuss vom 9.6.2010

Ankündigung der SPÖ über die weitere Reduzierung eines Turmes

 

Heute, 7.6.2010, fand die vielfach angekündigte und mit Spannung erwartete Bürgerversammlung zum Entwurf des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 am Monte Laa im Haus der Begegnung in der Per-Albin-Hansson-Siedlung in Favoriten statt.

Von 19:00 Uhr an wurden besorgte Bewohner und Anrainer mit abschließender Diskussionsrunde über das Projekt informiert.

 

Projektvorstellung

Eingangs betonte Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner, dass der Bezirk selbst keine Flächenwidmungen beschließt, sondern lediglich eine Stellungnahme abgibt die dann dem  Gemeinderat vorgelegt wird. Bezirksvorsteherin Mospointner verwies auch darauf, dass man im aktuellen Zusammenhang immer das Gesamtkonzept sehen müsse, dessen Vorgeschichte bereits vor rund zwanzig Jahren beginnt.

Architekt DI Wimmer erklärte sodann die Entwicklung seines Masterplans aus 1999. Wichtig für das Gesamtkonzept war vor allem der neue Weg der Überplattung, den die Firma PORR ging. Damit sollten Wunden aus der Vergangenheit geschlossen und ein neues Areal entstehen. Der Masterplan sieht im Wesentlichen zwei Teile Monte Laa´s vor, einerseits den Bereich Wohnbau und andererseits den Bereich Bürobau. Den Übergang stellt ein Grünstreifen, der sogenannte Park Monte Laa, dar. Dies entspricht dem Konzept der Stadt Wien, das von einer Zusammenführung der Bereiche Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Bildung ausgeht. Im Jahre 1995 ging man von einer schnelleren Entwicklung aus. Tatsächlich geriet jedoch die wirtschaftliche Entwicklung ins Stocken, während die Wohnbebauung voranging.

Nach Ansicht von DI Wimmer bringt der neue Entwurf des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 Parkplätze und Infrastruktur nach Monte Laa. Auch soll die nach dem Entwurf gesamtmögliche Kubatur nicht ausgenutzt werden, da die Türme oberhalb wesentlich filigraner aussehen sollen. Ein weiteres Anliegen lag darin, dass der Verkehr nicht in das Innere des Areals gezogen wird. Daher entstehen diese mächtigen Bauten, die den Büroteil Monte Laa´s darstellen, entlang der Laaer-Berg-Straße.

 

Diskussion

Nach dieser kurzen Vorstellung und Einleitung folgte eine teils hitzige Diskussion, bei der viele Fragen gestellt wurden und bei welcher zahlreiche Bürger ihren Unmut kundtaten.

Im Rahmen dieser Diskussion wurden wichtige Punkte wie Verkehr und Parkplatzsituation, öffentliche Anbindung, Wind und Schatten sowie Lichtverschmutzung und die Beeinträchtigung des  Unesco-Weltkulturerbes Belvedere thematisiert.

So informierte DI Pfleger (MA 21) auf die Frage hin, warum Türme in solchen Höhen wider dem Wiener Hochhauskonzept möglich sind, dass sich damals die Schaffung des Hochhauskonzept und des Flächenwidmungsplan aus 2002 überschnitten haben. So wurden die im Plan 2002 vorgesehenen Doppeltürme mit 110m Höhe (gewidmet mit einer Höhe ab 91m) vom Hochhauskonzept als gegeben hingenommen. Zudem ist ein Bebauungsplan eine Verordnung ist damit rechtlich höherrangiger als das Hochhauskonzept, das lediglich eine Richtlinie bildet.

In diesem Zusammenhang wurde von Bezirksrat Thomas Redl (Grüne) richtig gestellt, dass derzeit der für Monte Laa existierende Flächenwidmungsplan aus 1999 gültig ist. Dies deshalb, da der Plan aus 2002 seine Gültigkeit durch Zeitablauf verloren hat und somit wieder der alte Plan aus 1999 gültig ist. Damit ist auch das Wiener Hochhauskonzept einzuhalten.

Die Einhaltung sämtlicher Vorschriften wurde diesbezüglich bejaht. DI Wimmer teilte mit, dass bei jedem eingereichten Projekt zahlreiche Aspekte gemäß der Wiener Bauordnung genau zu behandeln sind. Damit sind wichtige Bereiche wie z.B. Sicherheit, Brandschutz, Wind, etc. ebenso abgedeckt wie eine Mindestanzahl an Parkplätzen. Weiters befürwortet DI Wimmer die Türme als wohlproportionierte Senkrechte anstatt einer breiteren und niedrigeren Ausladung. Am Schattenwurf würde seiner Aussage nach auch eine Höhe von 55m nichts ändern.

Kritisiert wurde vor allem auch der Schattenwurf auf die Campusschule Monte Laa. Besonders die Beeinträchtigungen von Lärm, Schatten und Wind waren vielen Betroffenen ein Anliegen. Ebenso wurde das Fehlen richtiger Spielplätze und Grünflächen zahlreich bemängelt.

Die Problematik der fehlenden öffentlichen Anbindung konnte auch heute nicht abschließend geklärt werden. So fehlt weiterhin eine konkrete Vorstellung von der Verlegung und Verlängerung der Straßenbahnlinien D und 67. Eine hochrangige Anbindung an der Laaer-Berg-Straße ist jedoch jedenfalls geplant, idealerweise könnte bereits 2015 die Realisierung einer Lösung vorgenommen worden sein.

Anwesend waren auch Vertreter der Firma PORR. Nach Aussage von Ing. Gruber möchte die Firma PORR bei diesem Vorhaben wieder als Bauherr fungieren. Die Philosophie hinter der Projektentwicklung, für die die Firma dutzende Millionen Euro investierte, war stets Wohnen und Arbeiten in einem neuen Stadtteil zu vereinen. Mit den vorgesehenen Bauten entlang der Laaer-Berg-Straße sollen wie bekannt rund 3000 Arbeitsplätze entstehen.

Seitens der anwesenden Vertreter der Aktion21 wurde an Bezirksvorsteherin Mospointner appelliert, die Bürgerversammlung nicht als Verpflichtung sondern als ein Anliegen zu sehen und die eindeutige Ablehnung des Vorhabens auch politisch umzusetzen.

Treffend stellte ein Anrainer auch den Konnex zu einer Werbung der Stadt Wien her: Auf dem Plakat ist eine Frau zu sehen, die sich mit einer Stadt voller Hochhäuser im Blickwinkel in den Abgrund stürzt.

Auf Rückfrage zur weiteren Vorgehensweise wurde seitens DI Pfleger (MA 21) mitgeteilt, dass die zahlreichen seitens der Bürger abgegebenen Stellungnahmen sowie die Stellungnahme des Bezirks von der MA 21 vorgesichtet und mit entsprechenden Bezug habenden Unterlagen an den Gemeinderat weitergeleitet werden. Dieser entscheidet über den Entwurf. Konkret soll nunmehr der Entwurf am 9.6.2010 im Planungsausschuss besprochen und sodann am 30.6.2010 dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Derzeit wird von einer Höhe von 110m für den ersten Turm (neben dem PORR-Turm), 100m für den mittleren und 70m für den südlichsten Turm gesprochen.

 

Abschließend wurde während der fast dreistündigen Versammlung klar ersichtlich, dass es seitens der Betroffenen eine eindeutige Ablehnung gegen die drei vorgesehenen Türme gibt, viele Fragen offen und viele Antworten durch die anwesenden Projektbeteiligten schuldig geblieben sind. Insgesamt waren rund 280 besorgte Bewohner und Anrainer zur Bürgerversammlung erschienen und füllten damit den Saal ordentlich aus. Der bittere Beigeschmack auf Seiten der Bürger, dass es bei der Verwirklichung des Entwurfs Nr. 7915 vorrangig nur um die Rechtssicherheit der Investoren und nicht um die Wohn- und Lebensqualität der Bürger geht, blieb. Viele haben zudem den Eindruck gewonnen, dass die Verwirklichung des Entwurfs längst intern beschlossen ist. Die Hoffnung auf ein Einlenken des Gemeinderats jedoch lebt!

 

Hier einige Fotos der Veranstaltung, weitere Bilder finden sich in der Bildergalerie

Wie bereits vorab berichtet, wurde die Abhaltung einer Bürgerversammlung bereits vor wenigen Wochen geplant. Nunmehr steht der Termin endlich fest!

Beim Lokalaugenschein in Monte Laa wurde die Idee zur Antragstellung betreffend die Abhaltung einer Bürgerversammlung von den Politikern positiv aufgenommen. Wie bereits in einem vorangegangenen Artikel berichtet, wurde dieser Antrag schließlich von der FPÖ gestellt und in der Sitzung der Bezirksvertretung Favoriten am 5. Mai 2010 einstimmig von allen Fraktionen angenommen.

Nunmehr steht der Termin und der Ort fest: Die Bürgerversammlung zum Entwurf eines Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes Nr. 7915 betreffend Monte Laa findet am

Montag, den 7. Juni 2010 um 19 Uhr im Haus der Begegnung

(Ada-Christen-Gasse 2b, Per-Albin-Hansson-Siedlung in 1100 Wien)

>> Ort der Bürgerversammlung <<

>> Einladung<<

 

statt.

Mit dieser Informations- und Diskussionsrunde bietet sich eine einmalige Gelegenheit, seine Meinung kundzutun und ev. offene Fragen im direkten Gespräch zu klären. Mit eurer Teilnahme wird bereits viel bewirkt und mit einem vergleichsweise geringen Zeitaufwand kann bereits sehr viel erreicht werden.

Seid dabei, seid präsent – und erhaltet damit ein Stück mehr Lebensqualität in Monte Laa!

Im aktuellen Bezirksjournal findet sich ein Artikel über den aktuell heiß disktuierten Flächenwidmungsplan 7915, wie immer wird er den interessierten Lesern hier zum Lesen angeboten.