Beiträge

Die Wiener Internationale Gartenschau (WIG) 1974 war ein regelrechter Publikumsmagnet. Das Gelände wurde Ende 1974 zum Erholungsgebiet „Kurpark Oberlaa” umgewandelt und ist bis heute ein beliebtes Freizeitareal.

Wiener Internationale Gartenschau (WIG) 1974 | Kurpark Oberlaa

Bevor auf dem Gelände am Laaer Berg die WIG 74 gebaut wurde, diente es teilweise als Mistablagerungsstätte. Es war ein verwahrlostes Gebiet mit Ziegelteichen, das auch zu versteppen drohte. Gleichzeitig wurde man sich der Notwendigkeit von Grünflächen sowie Pflanzen als Sauerstoffspender bewusster, sodass man schließlich anfing, Erholungsgebiete zu schaffen.

 

Projekt WIG – Wiener Internationale Gartenschau 1974

1969 beschloss daher die Gemeinde Wien, auf dem Gelände um den Filmstadt- und Flößlerteich die Wiener Internationale Gartenschau (WIG 74) zu veranstalten. Die WIG 74 sollte nicht nur einen bleibenden Erholungsraum schaffen, sondern auch eine Ideallösung für die Sanierung des Gebietes auf dem Goldberg (so wurde der südöstliche Ausläufer des Laaer Berges genannt) bieten.

Es folgte die Ausschreibung eines großen Wettbewerbs, bei dem 87 Arbeiten aus 19 verschiedenen Ländern einlangten. Für die endgültige Planung und Ausführung wurden alle positiven Ideen und Stärken der jeweiligen Projekte zusammengefasst. Schon kurze Zeit später, am 12.11.1970 findet bereits die erste feierliche Baumpflanzung beim Filmteich auf dem zukünftigen WIG-Gelände statt. Auf die Erhaltung des Naturschutzgebietes „Filmstadt” mit einmaliger Flora und Fauna wurde bei der Planung größter Wert gelegt. Die Tradition des Laaer Berges als Naturlandschaft wurde durch die Gartenschau modifiziert fortgesetzt.

Für das Projekt mussten rund 120.000m³ Erde verfrachtet und mehr als 250.000m³ Muttererde für die Verpflanzung aufgebracht werden. Bürgermeister Leopold Gratz eröffnete am 18.4.1974 schließlich die Wiener Internationale Gartenschau (WIG 74) sowie das Kurzentrum Oberlaa. Bereits im ersten Jahr besuchten 2,8 Millionen Menschen beide Einrichtungen.

Die WIG 74 fand vom 18.4.1974 bis 14.10.1974 statt. Highlights waren der Kurgarten von Gottfried Hansjakob, die Hobby- und Industriegärten, die Freizeitgärten für Spiel und Erholung, der Apothekergarten (welcher 1977 in ein Gartenbaumuseum umgewandelt wird), der Weinlehrpfad, die Clusius-Sonderschau, der Seerosenteich, das Wasserspiel beim Konzertgarten, der Partygarten, der Treppengarten, der Wasser- und der Staudengarten, der utopische Garten und natürlich der Bereich des Filmstadtstadtgeländes. Dieses befand sich im nördlichen Teil des Ausstellungsgeländes und erinnerte an die Filme, die hier ab den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gedreht wurden und Hollywood Konkurrenz machen sollten (siehe „Filmdrehs am Laaer Berg“).

Geboten wurde den Besuchern auch ein Kindertierpark von Herbert Ursprunger, der Hafenbrunnen von Hubert Wilfan, die Mediationsskulptur von Karl Prantl, ein Restaurant der Architekten Requat & Reinthaller sowie Georg Lippert, der österreichische Gebirgsgarten, die Gärten der Nationen sowie ein Garten zu Ehren des Forschers Gregor Mendels, der auf dem Gebiet der Genetik als Entdecker und Ersteller der Mendel´schen Gesetze der Vererbung in die Geschichte einging. Nicht zu vergessen ist die als Hochbahn konzipierte Einschienenbahn (Monorail), die das Gelände erschloss und später abgerissen wurde. Die Gartenschau wurde Ende 1974 in den „Kurpark Oberlaa” umgewandelt. Manche Teile der WIG 74 sind heute noch erhalten, wie zum Beispiel der Rosengarten oder der Uhrturm von Stephan Pral.Zum 30-jährigen Jubiläum der WIG 74 fanden über den Zeitraum von 18. April bis 26. September 2004 zahlreiche Veranstaltungen auf dem ehemaligen WIG-Gelände statt. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde nahezu jedes Wochenende ein Musik- und Unterhaltungsprogramm mit kulinarischen Genüssen abgehalten.

 

Kurpark Oberlaa

Das ehemalige WIG-Gelände liegt östlich der Laaer-Berg-Straße (zwischen der Kurbadstraße und der Filmteichstraße), ist rund 86,5 Hektar groß und weist einen Höhenunterschied von 50 Metern auf. In dieses fügt sich der Kurbereich rund um die Oberlaa´er Heilquellen am unteren Ende des Geländes ein (siehe auch „Bericht über die Eröffnung der Therme Wien”). Damit wird die Doppelfunktion eines Erholungsgebietes und eines Kurparkes zugleich erzielt.

Das heute als „Kurpark Oberlaa” bekannte Gelände ist ein beliebtes Freizeitareal, das Groß und Klein zum Spazierengehen, Spielen und Verweilen einlädt. Auf dem vielfältigen Gelände finden sich zahlreiche Bänke und Wege die zu den verschiedensten floristischen Themenbereichen führen, wie etwa zum Kräutergarten, Liebesgarten oder den japanischen Garten. Auch Tischtennis- und Kinderspielmöglichkeiten sind gegeben. An einem der oberen Eingänge befindet sich ein Musterhauspark sowie das 4-Sterne-Hotel „Eitljörg” samt der gemütlichen „Panoramaschenke” (Restaurant – Biergarten – Café).

Wasserspiele sowie kleine und größere Gewässer sorgen an wärmeren Tagen für eine ruhige und angenehme Atmosphäre. Die bei besonders eisigen Temperaturen gefrierenden Wasserflächen werden auch gerne für verschiedene Wintersportarten wie Eislaufen oder sogar Eishockey genutzt.

Auch für Tierliebhaber gibt es viel zu entdecken: Verschiedene Vogelarten, Enten und Krähen haben hier ihren Lebensraum gefunden. Auch Eichhörnchen und Wasserschlangen können mit etwas Glück entdeckt werden. Weniger schwer zu finden ist das Gehege der Ziegen im mittleren Bereich des Geländes sowie die Pony´s und Kaninchen am oberen Eingang.

Das Erholungsgebiet wird zudem auch für Veranstaltungen genutzt, wie beispielsweise das große Nivea Familienfest im Jahr 2010. Auf Grund der zahlreichen Motive, die das Gelände bietet, entstanden hier auch viele Bilder im Rahmen des zweiten Favoritner Fotowettbewerbs „Klick10„? (siehe Artikel).

An den oberen und unteren Eingängen finden sich zahlreiche Parkplätze, die jedoch trotz ihrer Vielzahl oft überfüllt sind. Dank der Wiener Linien ist das Erholungsgebiet auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. So hat die Buslinie 68A ihre Endstation bei der Haltestelle „Kurpark Oberlaa” am oberen Eingang des Geländes. Die am unteren Ende des Geländes befindliche Therme Wien sowie die anschließende Kurkonditorei Oberlaa und die daneben liegende kleine Ladenzeile ist durch die Endhaltestelle „Oberlaa, Therme Wien” der Straßenbahnlinie 67 an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Weitere Fotos vom Erholungsgebiet finden sich hier in der Bildgalerie.

Das historische Areal an den Hängen des Laaerberges, das durch die Absberggasse und die Schrankenberggasse begrenzt wird, befindet sich derzeit im Wandel. Auf dem Grundstück des von Gottfried von Preyer ermöglichten Kinderspitals werden zukünftig die Preyer´schen Höfe ihren Platz finden.

 

Preyer´sches Kinderspital

Gottfried on PreyerDie Existenz des Preyer´schen Kinderspitals ist Gottfried von Preyer zu verdanken. Er wurde am 15.3.1807 in Hausbrunn bei Mistelbach geboren, studierte am Konservatorium der Stadt Wien, war Organist an evangelischen Kirchen und wurde im Laufe seiner Karriere Hoforganist (1841), Hofopernkapellmeister (1843) und Domkapellmeister zu St. Stephan (ab 1853). Gottfried von Preyer unterrichtete auch Harmonielehre am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, an welchem er in den Jahren 1844 bis 1849 auch Direktor war. Zeit seines Lebens schrieb er mehr als sechshundert Kompositionen, darunter Messen, Oratorien und Chorgesänge.

Er kam eines Tages nach Wien an den Laaer Berg und begegnete dort in einer kalten Nacht einer armen Frau mit einem kranken Kind in den Händen. Obwohl sich die Mutter anstrengte und alles dafür gab, konnte sie kein Spitalsbett finden. Gottfried von Preyer begleitete die Frau und ihr Kind in das Bezirkszentrum und versprach ihr Hilfe, das Kind jedoch starb auf dem Weg dorthin. Von diesem Moment an entschloss sich der Komponist, alles dafür zu tun damit die Armen Favoritens ein Spital erhalten. Favoriten brauchte dieses dringend, denn die meisten Kinder waren unterernährt und somit auch stark anfällig für Krankheiten.

Mit seinem Tod am 9.5.1901 vermachte Gottfried von Preyer sein Vermögen in der Höhe von zwei Millionen Goldkronen der Stiftung des Preyer´schen Kinderspitals. In den Jahren 1910 bis 1914 wurde das Preyer´sche Kinderspital schließlich errichtet. Da das Stiftungsvermögen damit jedoch rasch aufgebraucht wurde fehlte das Geld für die Inneneinrichtung. Als während des ersten Weltkrieges dringend Spitalsplätze notwendig waren, wurden seitens des Staates rasch die erforderlichen Mittel für die Fertigstellung zur Verfügung gestellt. 1914 diente das Gebäude als Lazarett zur Behandlung verletzter Soldaten, das Kinderspital als solches nahm seinen Betrieb erst im Jahre 1915 auf. Wie bitter nötig dieses gebraucht wurde zeigten schon die ersten Tage ab der Eröffnung, an denen die Ambulanz heillos überlaufen war. Die Bettenanzahl wurde rasch von ursprünglich 80 auf 100 erhöht, das Gebäude wurde in den folgenden Jahrzehnten um verschiedene Zu- und Anbauten vergrößert.

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Preyer´sche Kinderspital so schwer durch Bombeneinschläge beschädigt, dass es kurzfristig sogar geschlossen werden musste. In den Jahren nach der Wiederaufnahme des Betriebs am 1.7.1945 wurde das Spital weiter ausgebaut. Hierfür wurden auch angrenzende unbebaute Grundstücke dem Areal hinzugefügt, sodass unter anderem ein größerer Garten entstehen konnte. Mit dem Bau des Südtraktes in den Jahren 1958 bis 1960 wurde die Bettenanzahl auf 300 erhöht. Zwischen den Jahren 1976 und 1978 wurde ein zweites Schwesternheim auf dem Areal gebaut. In den Jahren 1973 bis 1976 erfolgte der Zubau des Operations- und Röntgentraktes. Die Eröffnung einer interdisziplinären (neonatologischen, pädiatrischen und chirurgischen) Intensivstation mit 8 Betten erfolgte 1984.

In den 90-ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgten im stationären und infrastrukturellen Bereich Generalsanierungen. Man nutzte diese Gelegenheit auch für die Anschaffung neuer Geräte. Das Therapieangebot konnte im Jahre 1994 erweitern werden. Um auch Begleitpersonen die Möglichkeit der Unterbringung zu bieten, wurde die Zahl der Betten in den folgenden Jahren reduziert. Im Jahr 2000 weist der Bettenbestand 130 Stück auf.

Zur Zeit der Errichtung gab es um das Spital herum übrigens nur Grünflächen, die ersten Häuser die man sehen konnte waren erst jene an der Favoritenstraße. Ausgehend vom Eisenstadtplatz wurde Ende der 50er-Jahre mit der Bebauung in der Umgebung begonnen. Heute finden sich rund um das Areal des Preyer´schen Kinderspitals, das von der Schrankenberggasse und der Absberggasse begrenzt wird, die unterschiedlichsten Bebauungsformen.

 

Preyersche Höfe – Die Nachnutzung des Areals

Da das moderne Mutter-Kind-Konzept in den Gebäuden des Kinderspitals nicht umsetzbar war, siedelte das Preyer´sche Kinderspital nach knapp 100 Jahren Betrieb in das SMZ Süd um. Obwohl die Gebäude aktuell noch teilweise genutzt werden, wird das Gottfried von Preyer’sche Kinderspital bereits seit 1.1.2008 als Kinder- und Jugendabteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitales, welches eine Einrichtung des SMZ Süd ist, geführt. Derzeit werden die Gebäude am Areal an der bereits Absberggasse Stück für Stück abgerissen.

Für die zukünftige Bebauung und Nachnutzung des Areals wurde ein städtebaulich-architektonischer Wettbewerb durchgeführt, welcher von BWM Architekten und Idealice Landschaftsarchitektur mit ihrem durchgängigen und barrierefreien Konzept gewonnen wurde. Auf einer Gesamtlänge von rund 300m war eine Steigung von 12m und der weitestmögliche Erhalt des Baumbestandes zu berücksichtigen. Zukünftig werden dort hauptsächlich Wohnungen, aber auch andere Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden. So sind unter anderem auch ein Kindergarten für rund 950 Kinder, Mietergärten sowie Einzelhandelsflächen an der Laaer-Berg-Straße vorgesehen. Unter dem Motto Generationenwohnen und –bauen werden Gebäudeteile teils so konzipiert, dass betreutes Wohnen auf Wunsch jederzeit möglich wäre. Das Areal wird mit drei Zufahrten zu teils zweigeschößigen Tiefgaragen versorgt werden.

Eine Zeit lang war in Wien die „Gas Association“ etabliert, deren englische Ingenieure einen Sport nach Wien brachten, der die Bevölkerung fesseln sollte wie fast kein anderer Sport: Fußball! Besonders erwähnenswert ist dabei nicht nur Fußballer-Legende Matthias Sindelar, sondern auch die Wiener Austria, die heute mit der Generali Arena und der neuen Nachwuchsakademie endlich fest am Laaerberg beheimatet ist.

 

Matthias Sindelar | FK Austria Wien | Stadion beim Verteilerkreis (Generali Arena)

Ursprünglich begann alles in Döbling, doch die Kicker vom „zehnten Hieb“ trugen zur Geschichte des Wiener Fußballs maßgeblich bei. So kam beispielsweise in vergangenen Zeiten fast die Hälfte der österreichischen Nationalmannschaft aus Favoriten, und auch einer der größten und wohl berühmtesten Fußballer war ein Favoritner Sportler: Matthias Sindelar.

 

Matthias Sindelar – Die Legende aus Favoriten

Matthias SindelarMatthias Sindelar wurde am 10.2.1903 in Karlau bei Iglau in Mähren geboren. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie auf und kam als Kind mit seinen Eltern nach Wien. Nachdem er seinen Vater im ersten Weltkrieg verlor, hatte er ein hartes Leben. Er erlernte den Beruf Mechaniker und begann beim Fußballverein Hertha zu spielen. Bei seinem ersten Spiel im Jahre 1923 siegte er bereits, 1924 wechselte er zum Amateur-Sportverein (der späteren Austria).

Nachdem Sindelar im Bad stolperte und einen Tag darauf beim Spiel einen Tritt auf das Knie bekam, lautete die Diagnose Meniskusverletzung. Sindelar unterzog sich einer damals noch riskanten und ungewöhnlichen Operation und hatte Glück: Er wurde wieder spielfähig und entwickelte eine Technik mit der er Karriere machte. Körperbetontes Spiel ersetzte der Fußballer mit dem zarten Körperbau durch seine perfekte Balltechnik, was ihm den Spitznamen „Papierener“ einbrachte. Sindelar wurde zur absoluten Nummer eins der (mittlerweile) Austria und der Nationalmannschaft. 27 Tore schoss er allein in den Jahren 1931 bis 1934. Manche sagen ihm nach, dass er menschlich als auch sportlich sehr viel zur Rettung der Austria (die anfangs der 30-iger Jahre zahlungsunfähig war) beitrug und diese zusammengehalten hätte. Insgesamt 43 mal stand Sindelar in der österreichischen Nationalmannschaft, er wurde zur Legende und zum Symbol des österreichischen Fußballsports.

Der Untergang Österreichs im März 1938 machte ihm dem Vernehmen nach schwerer zu schaffen als man dachte. Die Nazis umgarnten ihn und schenkten ihm ein Café das sie zuvor einem Juden abgezwungen haben. Sindelar fühlte sich als waschechter Wiener, interessierte sich nur für Fußball aber nicht für Politik. Menschen die ihn gut kannten waren überzeugt, dass er kein Nazi war. Sein letztes Spiel war jenes am 26.12.1938 in Berlin. Kurze Zeit später, am 23.1.1939 wurde er gemeinsam mit seiner Freundin tot in seiner Wohnung aufgefunden. Offizielle Todesursache war eine „Kohlenoxydgasvergiftung“, zu der es durch den mit Watte verstopften Abzug des Ofens gekommen war. Ob es ein Unfall war wurde nie geklärt, doch in den Straßen Wiens munkelte man schnell, dass es sich um Selbstmord gehandelt haben könnte. Die Freundin des depressiv gewordenen Sindelar´s sei nämlich vom Naziregime als „Halbjüdin“ verfolgt worden.

Am Laaer Berg, dort wo Sindelar seinen Schrebergarten hatte, benannte man eine Gasse nach ihm. Sie befindet sich kurz nach der Kreuzung Laaer-Berg-Straße / Bitterlichstraße, fährt man die Bitterlichstraße Richtung Simmering entlang geht es rechts hinein in die Sindelargasse.

 

Die FK Austria Wien

Franz Horr StadionSindelar war eng mit der Austria verbunden. Er überdauerte auch die Finanzkrise der Austria in den dreißiger Jahren und schlug sensationelle Angebote aus dem Ausland aus. Die Austria wurde ursprünglich aus einem Streit im Jahre 1910 heraus gegründet, der den Fußballverein Cricketer betraf. Der neu abgespaltete Klub wollte sich eigentlich „Neue Wiener Cricketer“ nennen, doch dagegen wehrten sich die „alten“ Cricketer vehement. So kam es, dass der neue Verein den Namen „Wiener Amateur-Sportverein“ erhielt.

Dieser Name war allerdings mit der Einführung des Berufsfußballs im Jahre 1925 ganz und gar nicht mehr zeitgemäß, weshalb man auf der Suche nach einem neuen Namen war. Zeitgleich kam es zu einer Fusion mit dem Schwimm- und Wasserballclub Austria und man entschloss sich, diesen Namen auch für den Fußballsektor anzunehmen. So wurde aus den „Amateuren“ die „Austria“.

Die Austria gehörte immer der höchsten Spielklasse an, etablierte sich in den dreißiger Jahren zum europäischen Spitzenverein und stellte zu dieser Zeit auch den Kern der Nationalmannschaft. So gewann die Austria 1933 und 1936 den Mitropa-Cup, den man quasi als einen Vorläufer der Champions-League bezeichnen kann. In den Jahren 1924, 1926 und 1949 holte sie Meistertitel. 1950 gewann die Austria die erste österreichische Meisterschaft. Durch den Durchbruch neuer Talente erlebte die Austria in den siebziger Jahren einen neuerlichen Aufschwung. In den folgenden Jahren errangen die Violetten zahlreiche und teils phänomenale Siege. Bis heute ist der seit 1.1.2008 unter dem Namen „FK Austria Wien“ geführte Verein für seine tatkräftige Kampfmannschaft österreichweit bekannt und verfügt über zahlreiche namhafte Großsponsoren wie etwa Verbund, Generali Versicherung, Rewe Konzern, Nike, Siemens und viele andere.

 

Generali Arena – Das Stadion beim Verteilerkreis

Horr Stadion Zugang Die Austria hatte zur Zeit als Amateur-Sportverein so lange auf dem WAC-Platz im Prater gespielt, bis sie einen eigenen Platz in Ober St. Veit anlegen konnte. Nach dem Bau des Stadions mietete sich die Austria 1931 dort ein. Zwischenzeitig tat sich jedoch einiges am Laaer Berg: Der am 25.1.1918 ins Leben gerufene Verein „Tschechisches Herz“ (=„?eské srdce“), der sich die Linderung der Not von Kriegswaisen und Kriegswitwen zur Aufgabe machte, konnte im Jahr 1922 ein Areal an der Fischhofgasse erwerben und legte dort einen Sportplatz an.

Das dort erbaute Stadion mit dem Namen „?eské srdce“ wurde schließlich am 15. August 1925 eingeweiht. Assimilierung und politische Ereignisse führten jedoch zum Rückgang des tschechischen Bevölkerungsanteils in Wien, weshalb die Minderheit den Platz weder ausreichend nützen noch erhalten konnte. Die Sportanlage wurde daher von der Gemeinde Wien Ende der siebziger Jahre erworben, modern ausgebaut und dem Wiener Fußballverband (WFV) zur Verwaltung übergeben. Das Stadion wurde nunmehr als „WFV-Stadion“ bekannt.

Horr Stadion SpielfeldDer damalige Präsident des Wiener Fußballverbandes war Franz Horr. Er wurde am 16.4.1913 in Wien geboren und hatte die Funktion des Präsidenten beim Wiener Fußballverband in den Jahren 1972 bis 1974 inne. Es gefiel ihm nicht sonderlich, dass auf dem ehemaligen Verbandsplatz des Vereins „Tschechisches Herz“ nur Nachwuchsmannschaften und unterklassige Klubs spielten. Zudem war es ihm ein Anliegen, einerseits der zwar höchstklassigen, aber quasi heimatlosen Austria einen Platz und andererseits den Favoritnern wieder einen Spitzenklub zu geben. Er wandte sich daher an die FK Austria Wien, die bald darauf (bereits 1973/1974) ihre Nationalligaspiele im WFV-Stadion austrug.

Franz Horr spielte mit dem Gedanken, das WFV-Stadion in ein großes „Matthias-Sindelar-Stadion“ auszubauen. Nach dem überraschenden Tod des Präsidenten am 6.1.1974 wurden diese Überlegungen jedoch verworfen und die Sportanlage auf „Franz-Horr-Stadion“ umbenannt. Einige Jahre danach sollte sich auch sein Wunsch erfüllen: Seit 1982 ist die Austria auf dem Platz am Laaer Berg beheimatet.

Im Jahre 1987 erhielt das Stadion mit der Westtribüne eine überdachte Stehplatztribüne. In den Jahren 1997 bis 1999 musste die historische Südtribüne aus dem Jahr 1925 einem modernen Neubau weichen. Die neue Südtribüne erhielt dabei den Namen „Matthias Sindelar-Tribüne“. Für rund neun Millionen Euro erfolgte im Jahre 2008 der Bau einer neuen Osttribüne sowie der Umbau der West- und Nordtribüne.

Im Frühjahr 2000 übersiedelte schließlich die Geschäftsstelle der Wiener Austria in das Franz-Horr-Stadion. Die Wiener Austria ist damit ein Stück mehr heimisch im zehnten Wiener Gemeindebezirk geworden. Seit dem Neubau der FAK Nachwuchsakademie 2009/2010 am nahegelegenen Trainingsareal an der Laaer-Berg-Straße 143 spielen nunmehr alle Mannschaften der Wiener Austria lediglich „einen Steinwurf“ voneinander entfernt.

Im Dezember 2010 wurde die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der FK Austria Wien und der Generali Versicherung bekanntgegeben. Eine Folge daraus ist die Umbenennung des Franz-Horr-Stadions. Generali hat die Patenschaft für das Stadion übernommen und erhält vorerst auf fünf Jahre (inkl. fünf Jahre Verlängerungsoption) das Namensrecht. Damit heißt das Franz-Horr-Stadion nunmehr „Generali Arena“.

Fotos von der Generali Arena finden sich hier in der Bildergalerie

Heute um 19:00 Uhr wurde die Ausstellung über die Geschichte der Ankerbrotfabrik von Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner feierlich eröffnet.

Unter den Keywords „Arbeitswelt – Architektur – Geschichte“ zeigt die Ausstellung jede Menge Wissenswertes über die Geschichte und den Werdegang des seit über einhundert Jahren bestehenden und eng mit Favoriten verbundenen Unternehmens. Auch interessante Fotos aus vergangenen Tagen sind zu bewundern.

Die Ausstellung „Die Ankerbrot-Fabrik“ wird vom Bezirksmuseum Favoriten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeiterbildung präsentiert und ist bei freiem Eintritt in der Volkshochschule Favoriten (Arthaberplatz 18, 1100 Wien) während der Öffnungszeiten zu sehen. Ab heute kann man also bis inklusive 25. November 2010 die Ausstellung von Montag bis Freitag, jeweils von 8:00 bis 20:00 Uhr besuchen.

Wie vorab schon etwas über die Geschichte der Ankerbrotfabrik wissen möchte, kann auch hier im History-Bereich und den darin verlinkten weiteren Informationen schmökern und nachlesen.

montelaa.biz ist erweitert worden! Nach monatelanger Arbeit und eingehender Recherchen des montelaa.biz-Teams wurde heute ein erster Teilbereich zur Geschichte Monte Laa´s freigeschalten.

Bereits vor mehreren Monaten wurden diese neuen Informationen angekündigt, heute war es schließlich so weit –  die mit viel Liebe zum Detail aufgearbeiteten historischen Entwicklungen am Monte Laa wurden veröffentlicht und sind nunmehr in der für alle Besucher einsehbaren Kategorie „Monte Laa – Geschichte“ nachzulesen.

Darunter finden sich derzeit Informationen rund um die Ankerbrotfabrik und die Widerstandskämpferin Käthe Odwody, die Monumentalfilme vom Laaer Berg und vieles mehr. Auch wer schon immer wissen wollte was es mit dem Begriff „Laa“ und „Monte Laa“ auf sich hat erhält hier Antworten.

Derzeit warten noch mehr als ein Dutzend weitere Artikel, die ebenfalls viel Wissenwertes über unsere geliebte Wohngegend erzählen, auf ihre Freigabe. Auch sie werden demnächst online gestellt werden – ein gelegentlicher Blick in den History-Bereich lohnt sich 😉