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Am 4. Mai haben sich die Bezirksräte erneut zur Sitzung der Bezirksvertretung für Favoriten im Amtsgebäude am Keplerplatz 5 versammelt. Eines der vieldiskutierten Themen war erneut das Parkpickerl für Favoriten.

Zu Beginn der Sitzung ergriff Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner aus aktuellem und freudigem Anlass das Wort: Bezirksrätin Ilse Weber (FPÖ) wurde das goldene Verdienstzeichen zuerkannt. Bezirksvorsteherin Mospointner nutzte die Gelegenheit, um der erfahrenen Politikerin, die auch Mitglied im Finanzausschuss, im Bauausschuss und in der Verkehrskommission ist, für ihre Arbeit sowie ihr Interesse am Bezirk zu danken und ihr alles Gute für das persönliche Wohlergehen zu wünschen. Auch der Vorsitzende der Bezirksvertretung, Josef Kaindl (SPÖ), schloss sich den Glückwünschen an. Bezirksrätin Weber erhielt zwei Blumensträuße und dankte für die hoffentlich weiterhin gute Zusammenarbeit.

Änderung der Ampelschaltung an der Laaer-Berg-Straße

Sodann wurde die Tagesordnung abgearbeitet. Eines der Geschäftsstücke des Finanzausschusses betraf die Änderung der Ampelschaltung entlang der Laaer-Berg-Straße zwischen der Urselbrunnengasse und der Absberggasse (siehe Artikel vom 27.4.2011). Das Geschäftsstück, das eine diesbezügliche erste Überschreitung der Haushaltsstelle um 35.000 € zum Inhalt hatte, wurde einstimmig angenommen.

Parkpickerl: Resolutionsantrag bezirksweite Bürgerbefragung

Unter den vielen Anträgen, die in der Sitzung behandelt wurden, fand sich auch der Resolutionsantrag der ÖVP betreffend eine bezirksweite Bürgerbefragung. Bezirksrat Kohl (ÖVP) begründete den Antrag damit, dass bei manch wichtigen Vorhaben weitreichende Auswirkungen denkbar sind, weshalb die Bürger miteinbezogen werden sollen. Aktuelles Thema ist das Parkpickerl, bei welchem auf Grund der Verkehrsverlagerung viele Auswirkungen in den Aussenzonen denkbar sind. Beispielhaft nannte er in diesem Zusammenhang auch die zukünftige U-Bahnstation Alaudagasse: Hier wird zukünftig mit Parkplatznot in der Hansonsiedlung gerechnet werden müssen, da zB Pendler dort Parkplätze suchen um mit der U-Bahn weiterzufahren. Bezirksrat Kohl betonte, dass mit dem Resolutionsantrag klargestellt werden soll, dass alle Bürger befragt werden sollen.

Die SPÖ gab zu bedenken, dass der Antrag nicht direkt diesen Wortlaut ausführt und es zu weit gehe sowie politisch unverantwortlich wäre, jetzt von einem flächendeckenden Parkpickerl zu sprechen. Da noch kein Ergebnis der Untersuchung (Anmerkung: Derzeit wird untersucht, welche Varianten eines Parkpickerls möglich wären) vorliegt, wird die Ablehnung empfohlen.

In Reaktion darauf betonte Bezirksrat Kohl (ÖVP), dass die ÖVP keine bezirksweite Parkpickerlzone sondern eine bezirksweite Bürgerbefragung beantragt, die sich auf das Ergebnis der Untersuchung bezieht. Er wirft der SPÖ vor, unter Druck Gründe zu suchen um die Bürger nicht miteinzubeziehen.

Auch die Grünen meldeten sich zu Wort. Bezirksrat Prack teilte mit, dass die Grünen ebenfalls nicht zustimmen werden da es schon festgelegt sei Bürger miteinzubeziehen und es den Grünen daher unverständlich ist, weshalb sie dies nun beschließen sollen. Er verwies ebenfalls auf das noch fehlende Ergebnis der Untersuchung und meinte, dass man erst nach Vorliegen des Ergebnisses formgerecht nach einer Beteiligung suchen müsse, es derzeit dafür jedoch noch zu früh ist.

Die FPÖ unterstützt den Antrag ebenfalls auf Grund des noch fehlenden Ergebnisses der Untersuchung nicht, lehnt ein Parkpickerl aber jedenfalls ab.

Abschließend tat die ÖVP noch ihr Unverständnis über die Reaktionen der anderen Fraktionen kund, denn das Parkpickerl wird alle betreffen und die ÖVP möchte daher, dass alle dazu befragt werden.

Der Resolutionsantrag wurde sodann mit den Stimmen der Grünen, der SPÖ und FPÖ abgelehnt.

Weitere Anträge

Ein von allen Parteien gemeinsam gestellter Antrag betraf die Verkehrsflächenbenennung des Platzes vor der Generali-Arena nach Franz Horr. Wie bekannt, wurde das Franz Horr-Stadion erst kürzlich in „Generali-Arena” umbenannt. Erwartungsgemäß wurde der Antrag mit den Stimmen aller Parteien angenommen.

Der Antrag der ÖVP betreffend einer öffentlichen WC-Anlage im Böhmischen Prater wurde einstimmig der Bezirksentwicklungskommission zugewiesen.

Der Antrag der FPÖ betreffend die Abhaltung einer Zivilschutzinformationsveranstaltung im 10. Bezirk wurde einstimmig der Zivilkommission zugewiesen. Ebenso wurden die Anträge der ÖVP hinsichtlich barrierefreier Haltestellen in Favoriten, Detailplanung der Sanierung der Tangente und der Ampelregelung während der Nachtstunden einstimmig der Verkehrskommission zugewiesen. Um 17:36 Uhr wurde die Sitzung beendet.

„Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Das historische Areal an den Hängen des Laaerberges, das durch die Absberggasse und die Schrankenberggasse begrenzt wird, befindet sich derzeit im Wandel. Auf dem Grundstück des von Gottfried von Preyer ermöglichten Kinderspitals werden zukünftig die Preyer´schen Höfe ihren Platz finden.

 

Preyer´sches Kinderspital

Gottfried on PreyerDie Existenz des Preyer´schen Kinderspitals ist Gottfried von Preyer zu verdanken. Er wurde am 15.3.1807 in Hausbrunn bei Mistelbach geboren, studierte am Konservatorium der Stadt Wien, war Organist an evangelischen Kirchen und wurde im Laufe seiner Karriere Hoforganist (1841), Hofopernkapellmeister (1843) und Domkapellmeister zu St. Stephan (ab 1853). Gottfried von Preyer unterrichtete auch Harmonielehre am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, an welchem er in den Jahren 1844 bis 1849 auch Direktor war. Zeit seines Lebens schrieb er mehr als sechshundert Kompositionen, darunter Messen, Oratorien und Chorgesänge.

Er kam eines Tages nach Wien an den Laaer Berg und begegnete dort in einer kalten Nacht einer armen Frau mit einem kranken Kind in den Händen. Obwohl sich die Mutter anstrengte und alles dafür gab, konnte sie kein Spitalsbett finden. Gottfried von Preyer begleitete die Frau und ihr Kind in das Bezirkszentrum und versprach ihr Hilfe, das Kind jedoch starb auf dem Weg dorthin. Von diesem Moment an entschloss sich der Komponist, alles dafür zu tun damit die Armen Favoritens ein Spital erhalten. Favoriten brauchte dieses dringend, denn die meisten Kinder waren unterernährt und somit auch stark anfällig für Krankheiten.

Mit seinem Tod am 9.5.1901 vermachte Gottfried von Preyer sein Vermögen in der Höhe von zwei Millionen Goldkronen der Stiftung des Preyer´schen Kinderspitals. In den Jahren 1910 bis 1914 wurde das Preyer´sche Kinderspital schließlich errichtet. Da das Stiftungsvermögen damit jedoch rasch aufgebraucht wurde fehlte das Geld für die Inneneinrichtung. Als während des ersten Weltkrieges dringend Spitalsplätze notwendig waren, wurden seitens des Staates rasch die erforderlichen Mittel für die Fertigstellung zur Verfügung gestellt. 1914 diente das Gebäude als Lazarett zur Behandlung verletzter Soldaten, das Kinderspital als solches nahm seinen Betrieb erst im Jahre 1915 auf. Wie bitter nötig dieses gebraucht wurde zeigten schon die ersten Tage ab der Eröffnung, an denen die Ambulanz heillos überlaufen war. Die Bettenanzahl wurde rasch von ursprünglich 80 auf 100 erhöht, das Gebäude wurde in den folgenden Jahrzehnten um verschiedene Zu- und Anbauten vergrößert.

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Preyer´sche Kinderspital so schwer durch Bombeneinschläge beschädigt, dass es kurzfristig sogar geschlossen werden musste. In den Jahren nach der Wiederaufnahme des Betriebs am 1.7.1945 wurde das Spital weiter ausgebaut. Hierfür wurden auch angrenzende unbebaute Grundstücke dem Areal hinzugefügt, sodass unter anderem ein größerer Garten entstehen konnte. Mit dem Bau des Südtraktes in den Jahren 1958 bis 1960 wurde die Bettenanzahl auf 300 erhöht. Zwischen den Jahren 1976 und 1978 wurde ein zweites Schwesternheim auf dem Areal gebaut. In den Jahren 1973 bis 1976 erfolgte der Zubau des Operations- und Röntgentraktes. Die Eröffnung einer interdisziplinären (neonatologischen, pädiatrischen und chirurgischen) Intensivstation mit 8 Betten erfolgte 1984.

In den 90-ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgten im stationären und infrastrukturellen Bereich Generalsanierungen. Man nutzte diese Gelegenheit auch für die Anschaffung neuer Geräte. Das Therapieangebot konnte im Jahre 1994 erweitern werden. Um auch Begleitpersonen die Möglichkeit der Unterbringung zu bieten, wurde die Zahl der Betten in den folgenden Jahren reduziert. Im Jahr 2000 weist der Bettenbestand 130 Stück auf.

Zur Zeit der Errichtung gab es um das Spital herum übrigens nur Grünflächen, die ersten Häuser die man sehen konnte waren erst jene an der Favoritenstraße. Ausgehend vom Eisenstadtplatz wurde Ende der 50er-Jahre mit der Bebauung in der Umgebung begonnen. Heute finden sich rund um das Areal des Preyer´schen Kinderspitals, das von der Schrankenberggasse und der Absberggasse begrenzt wird, die unterschiedlichsten Bebauungsformen.

 

Preyersche Höfe – Die Nachnutzung des Areals

Da das moderne Mutter-Kind-Konzept in den Gebäuden des Kinderspitals nicht umsetzbar war, siedelte das Preyer´sche Kinderspital nach knapp 100 Jahren Betrieb in das SMZ Süd um. Obwohl die Gebäude aktuell noch teilweise genutzt werden, wird das Gottfried von Preyer’sche Kinderspital bereits seit 1.1.2008 als Kinder- und Jugendabteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitales, welches eine Einrichtung des SMZ Süd ist, geführt. Derzeit werden die Gebäude am Areal an der bereits Absberggasse Stück für Stück abgerissen.

Für die zukünftige Bebauung und Nachnutzung des Areals wurde ein städtebaulich-architektonischer Wettbewerb durchgeführt, welcher von BWM Architekten und Idealice Landschaftsarchitektur mit ihrem durchgängigen und barrierefreien Konzept gewonnen wurde. Auf einer Gesamtlänge von rund 300m war eine Steigung von 12m und der weitestmögliche Erhalt des Baumbestandes zu berücksichtigen. Zukünftig werden dort hauptsächlich Wohnungen, aber auch andere Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden. So sind unter anderem auch ein Kindergarten für rund 950 Kinder, Mietergärten sowie Einzelhandelsflächen an der Laaer-Berg-Straße vorgesehen. Unter dem Motto Generationenwohnen und –bauen werden Gebäudeteile teils so konzipiert, dass betreutes Wohnen auf Wunsch jederzeit möglich wäre. Das Areal wird mit drei Zufahrten zu teils zweigeschößigen Tiefgaragen versorgt werden.

Die Anbindung des Gebietes Monte Laa an das Radwegenetz der Stadt Wien ist seit Monaten geplant und wird mit der aktuellen Baustelle an der Laaer-Berg-Straße auf Höhe der Absberggasse bis zum Reumannplatz endgültig umgesetzt.

Wie bekannt, wurden im Zuge der Sanierung der Laaer-Berg-Straße 2008/2009 bereits Radwege auf Höhe der Absberggasse bis zur Urselbrunnengasse errichtet. Aktuell wird die Errichtung der Spuren für Radfahrer an der Laaer-Berg-Straße von der Absberggasse in Richtung Reumannplatz fertiggestellt.

Die Markierungen der Radwege sind zwar bereits vorhanden, einige kleinere Details wie die Fertigstellung von Gehsteigvorziehungen sind jedoch noch in Arbeit. Auch finden sich teilweise noch einige Einrüstungen und wenige Geräte bei den Gehsteigen. Die Haltestellen „Eisenstadtplatz“ und „Waldgasse“ der Buslinie 68A in Fahrtrichtung Kurpark Oberlaa sind nach wie vor verlegt.

Dennoch hagelt es bereits Kritik an den neuen Radwegen. Die Website erstaunlich.at hat die neuen Fahrstreifen unter die Lupe genommen und sowohl die Sinnhaftigkeit als auch die Sicherheit bemängelt. So müssen breitere Fahrzeuge teilweise den Radfahrstreifen in Anspruch nehmen, da die Fahrspur der Kraftfahrzeuge viel zu eng bemessen ist.

Unter den Bewohnen und Anrainern zählen auch die Radwege in der Absberggasse, insbesondere jene an der Biegung links in die Laaer-Berg-Straße hinein, zu den gefährlichen Stellen. Das derzeit in Ausbau befindliche Radwegenetz in Wien kennt allerdings noch viel brisantere und lebensgefährliche Stellen, wie beispielsweise jene an der Kreuzung Landesgerichtsstraße / Universitätsstraße im ersten Wiener Gemeindebezirk. An den teils extrem gefährlichen Radfahrwegen Wiens wurde bereits in der Vergangenheit mehrfach Kritik geübt.

Der Artikel der erstaunlich.at-Redaktion ist hier mittels Direktlink zu finden. Auch die hier vorhandenen bisherigen Berichte zur Sanierung der Laaer-Berg-Straße und die Anbindung Monte Laa´s an das Wiener Radwegenetz können selbstverständlich nachgelesen werden.

Die in der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik neu entstehenden „Lofts“ faszinieren nahezu jedermann. Auch montelaa.biz hat bereits über das Projekt, das erst Ende Mai 2010 im Rahmen der Architekturtage 2010 präsentiert wurde, berichtet.

Nunmehr hat auch das Team des ORF die Baustelle näher betrachtet. Ein rund fünfminütiger Beitrag in der heutigen Sendung „Herbstzeit“ widmete sich der großen Baustelle in den historischen Gemäuern in Wien Favoriten. Der genannte Beitrag ist sieben Tage lang ab Veröffentlichung hier in der ORF TVthek online abrufbar.

Wie bereits seit längerem bekannt und aktuell auf montelaa.biz informiert wurde, wird die Laaer-Berg-Straße seit 18. August erneut saniert. Die derzeitige Baustelle betrifft den Bereich von der Absberggasse bis Reumannplatz. Auf Grund der laufenden Arbeiten kann seit Baubeginn die Laaer-Berg-Straße in Richtung Reumannplatz ab Absberggasse nicht befahren werden, sodass eine Umleitung eingerichtet werden musste die auch die Buslinie 68A betrifft.

Nach Mitteilung der MA 28 der Stadt Wien sollen die weiteren Bauarbeiten noch bis 27. September andauern. Die derzeitige Einbahnführung auf der Laaer-Bergstraße vom Reumannplatz in Richtung Absberggasse soll allerdings wie geplant nur noch bis morgen, den 3. September 2010 andauern. Im Zuge der aktuellen Sanierungsarbeiten wird nicht nur die Fahrbahn erneuert, sondern es werden auch Mehrzweckstreifen markiert. Im Rahmen der Errichtung dieser Mehrzweckstreifen werden auch neue Mittelinseln und Gehsteige gebaut. Aufmerksame Öffi-Benutzer konnten während der Fahrt der Linie 68A vom Reumannplatz in Richtung Monte Laa auch bereits neue und nahezu fertiggestellte Gehsteigvorziehungen, welche im Wiener Volksmund als „Ohrwaschln“ bekannt sind, sichten.

Nähere Informationen zu den an der Laaer-Berg-Straße entstehenden Radfahrwegen und der Anbindung Monte Laa´s an das Wiener Radwegenetz können im Artikel vom 16. Mai 2010 nachgelesen werden.