U1-Verlängerung in Gefahr?

Die geplante Süd-Verlängerung der U-Bahnlinie U1 von der Station Reumannplatz nach Rothneusiedl ist seit einigen Tagen wieder in den Medien. Für Aufregung und Beunruhigung sorgt das Verhalten der grünen Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou sowie Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SPÖ).

Seit 2010 sind bereits Baustellen an der Favoritenstraße eingerichtet. Wie bekannt, sollen im Rahmen der Süd-Verlängerung zukünftig sechs neue Stationen auf gut 4,85km Länge um rund 860 Millionen Euro entstehen. Darunter auch die Station „Troststraße“, die von der Stadt Wien als ausreichende öffentliche Anbindung Monte Laa´s angesehen wird.

Gegner des U-Bahn-Ausbau´s kritisieren jedoch die dadurch schlechte bzw. teilweise erst gar nicht vorhandene Anbindung wichtiger Gebiete wie die Wienerberg City, das Wellnessareal der Therme Wien, die Per-Albin-Hanson-Siedlung und natürlich auch Monte Laa.

Eine bessere öffentliche Anbindung ist für Monte Laa dringend notwendig, denn es gilt nicht nur die rund 800 Wohnungen im Stadtentwicklungsgebiet Monte Laa auf den ehemaligen Porr-Gründen sowie die rund 1200 Wohnungen in dem durch die Moselgasse, die Urselbrunnengasse, die Laaer-Berg-Straße und den Laaer Wald begrenzten Gebiet zu versorgen. Auch Mitarbeiter der in Monte Laa ansässigen Firmen, deren Kunden, der ein oder andere Kleingartenbesitzer, Besucher des Erholungsgebietes Laaer Wald als auch Besucher des Böhmischen Praters wollen oder müssen sogar öffentlich fahren. Die Situation wird durch die entlang der Laaer-Berg-Straße geplanten drei Hochhäuser des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 sowie die Entstehung der Preyerschen Höfe auf dem Areal des ehemaligen Preyer´schen Kinderspitals zweifellos verschärft werden.

Im Hinblick darauf ist die aktuelle Befürchtung von Gemeinderat Alfred Hoch (ÖVP) mehr als nur schockierend, denn der Bau der U1-Verlängerung hat derzeit offenbar nicht höchste Priorität.

Für den Wiener Regierungspartner der SPÖ dürfte dies zutreffen: Schon in der Ausgabe der „Zeitung der Grünen Alternative Favoriten“ vom September 2007 wurden die Pläne zum Süd-Ausbau als Schildbürgerstreich bezeichnet. In einer Aussendung der Wiener Grünen vom 18.1.2010 wurde die Anbindung des Krankenhauses Nord wichtiger als die U1-Verlängerung nach Rothneusiedl erachtet. Im September 2010 kritisierte die grüne Ingrid Puller im Wiener Gemeinderat die Süd-Verlängerung: Diese sei nach dem derzeitigen Plan nicht sinnvoll, da bestehende öffentliche Verkehrsmittel vielfach verkürzt, eingestellt oder unzureichend ersetzt würden. 

Hier kann man den aktuellen Artikel über die Befürchtung der ÖVP Favoriten in der heute erschienen Wiener Bezirkszeitung, den Artikel zur Aussage von Vizebürgermeistern Renate Brauner und das vor wenigen Tagen von der Zeitung derStandard geführte Interview mit Verkehrsstadträtin Vassilakou nachlesen. 

Hier gehts zu unseren Artikeln aus dem letzten Jahr, die die Süd-Verlängerung der U1 thematisieren und weiterführende Informationen zu dem Projekt beinhalten.

3 Kommentare
  1. Max
    Max sagte:

    Also fleissig gebaut wird ja, zumindest bis zur Hansson-Siedlung kommt die U1. Das macht Sinn, dort leben heute ja schon tausende Menschen, dort ist die FH Technikum Wien, dort wird die öffentliche Anbindung deutlich verbessert werden. Gleichzeit kommt damit natürlich auch die Station Troststraße, die für Monte Laa ja näher sein wird als heute der Reumannplatz. Rothneusiedl ist kein primäres Ausbauziel mehr. Das ist gut so, dort ist bisher nur grüne Wiese und der Aufbau eines neuen Stadtteils dort ist derzeit wohl nicht mehr vorgesehen. Da macht dann eine U-Bahn dort auch keinen Sinn. Über den Ausbau der Straßenbahn nach Monte Laa, sowie eine bessere Anbindung der neuen Therme Oberlaa werden die Diskussionen sicher noch weitergehen, da seh ich noch gute Verbesserungen möglich. Übrigens: der 68A wurde mit Jahresbeginn beschleunigt, die Intervalle vor allem in der Stoßzeit verkürzt. Na, geht doch eh bisschen was 🙂

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  2. Christian
    Christian sagte:

    Hallo Max, Ja es passiert viel im erweiterten Umfeld Monte Laa´s – am besten finde ich den Rückbau der Endlichergasse zwischen Verteilerkreis und Bitterlichstraß e nachdem man auch die Laaerbergstraße noch schön verengt hat durch Radwege und viel neue Ampelanlagen bei Monte Laa auf ein paar 100 Meter. Das ist wieder typisch für diese Stadtverwaltung , zuerst bauen wir tausende Wohnungen, um dann gleich die Straßen weiters zu reduzieren und damit die Umwelt wie auch Gesundheit der Bewohner weiters zu schädigen und zu sagen die Autofahrer sind die bösen es hat sich alles weiter verschlechtert, wen Wunder´s da noch…. Ich finde es echt nur noch krass was da passiert und es hat NULL Kosequenzen für die Verantwortliche n, sie Verschwenden mein Steuergeld und Schädigen die Umwelt/Gesundheit der Bewohner Nachweislich! Man sollte sie Verklagen dafür, aber nicht hier denn man weiß ja was dann passiert, so etwas klappt nur auf internationaler Ebene. Für mich hat sich die Lebensqualität mit dem neuen Flächenwidmungs plan wie auch den Straßenumbauten erheblich verschlimmert. lg

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  3. Franz H.
    Franz H. sagte:

    Hallo Zusammen Ich hätte da eine ganz irre Idee für den Monte Laa. Die Linie D wird ja mit Bau des neuen Zentralbahnhofe s verlängert. Wie wär´s mit dieser Streckenführung . Am Wiedner Gürtel Richtung Südtirolerplatz (U1). Unter der Bahn durch und dann Richtung Ostteil des neuen Bahnhofes. Weiter Richtung Linie 6 Absberggasse und dann hoch zum Monte Laa. Unter Umständen noch weiter zur WIG bzw sogar bis Therme Wien. Die Linie D ist dann sehr lang aber verbindet dann zwei Wiener Weingegenden……

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