Monte Laa und der Flächenwidmungsplan 7915 weiterhin mediales Thema

Nach wie vor ist der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Nr. 7915 für das Gebiet Monte Laa ein brisantes und stark umstrittenes Thema.

Das Vorhaben wird nicht nur wegen der Befürchtung vieler Verschlechterungen der Wohn- und Lebensqualität der Anrainer kritisiert sondern ist nach Meinung der Projektgegner auch eines der Paradebeispiele für verfehlte Stadtplanung. So finden sich aktuell wiederum Artikel hierzu in den Medien.

In einem Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Bezirkszeitung übt die ÖVP erneut Kritik am geplanten Hochhausbau in Monte Laa und weist wie bereits des Öfteren auf die fehlende Verkehrsanbindung sowie andere Nachteile, die durch das Projekt entstehen, hin. Der Artikel kann hier nachgelesen werden.

Weiters befasst sich ein im derStandard aktuell befindlicher Artikel mit dem brisanten Thema der Flächenwidmungen. Wie so oft wird hier das Projekt in Monte Laa  wieder einmal  als Beispiel erwähnt, wie Stadtplanung keinesfalls passieren sollte. Man darf hier aber nicht vergessen, dass Monte Laa nur eines von vielen Projekten in Wien ist, bei welchem über die Bedenken, Wünsche und Befürchtungen von Bürgern hinweg – scheinbar ausschließlich im Interesse der (Bau)Wirtschaft, die wie bekannt nicht selten ein Naheverhältnis zu Parteien hat – entschieden wurde.

 

 Auszug:

„Wie schmal hier die Bürgersteige sind!“

„Grüne Planungssprecherin Gretner will in Wien „kompakt bauen“, eine „demokratischere“ Stadtplanung und eine Leerstandsabgabe Wien – „Stadtplanung ist die in Stein oder Beton gegossene Philosophie einer Stadt“, eröffnete Grünen-Gemeinderätin Sigrid Pilz. Als Moderatorin sprang sie für die Wiener Obfrau Maria Vassilakou ein, die einen anderen Wahlkampftermin hatte. Thema des Abends im Museumsquartier: Stadtplanung. Und natürlich: Was kommt, wenn Grün kommt? Pilz: „Damit Sie die Grünen nicht im Sack kaufen.“

Die Stadt Wien müsse „kompakt sein“, sagte die grüne Planungssprecherin Sabine Gretner, „das meinen wir mit dem Stopp der Zersiedelung.“ Und: „Bei einer grünen Stadträtin würde es sicher keine neuen Kleingartensiedlungen auf der grünen Wiese geben.“ Gretner hat eine Reihe von Vorstellungen, wie man den SPÖ-geprägten Status Quo verbessern könnte. Ein paar ihrer Ideen diskutierte sie Mittwochabend unter der Moderation von Pilz mit dem Raumplaner Reinhard Seiß.

 

Flächenwidmungspläne in 3D

Abseits solcher konkret sichtbaren Versäumnisse der Wiener Stadtplanung plädiert Gretner dafür, Bauvorhaben transparenter und demokratischer zu machen. Eine 3D-Darstellung der Flächenwidmungspläne würde dem Durchschnittsbürger helfen, sich selbst in die Planung einzubringen.

„Das leuchtet, glaube ich, den meisten hier ein“, fand Raumplaner Seiß fast nur Lob für Gretners Vorschläge. Denn: „99 Prozent der Abgeordneten im Gemeinderat können einen Flächenwidmungsplan nicht lesen, über den sie dann aber abstimmen.“

 

Bürgersteige: Nur wenig Platz für den Bürger

Auch Seiß, Autor des Buchs „Wer baut Wien?“, attestiert der Wiener Verwaltung Demokratiedefizite beim Planen und Bauen. Wie mit Freiräumen – in der Stadt sind das in erster Linie Gehsteige – umgegangen wird, sei auch „ein Indikator für die demokratische Gesinnung“, sagt Seiß. „Die Wertschätzung einer Stadt für die Bürger spiegelt sich in den Bürgersteigen wider.“ Und im Vergleich zu anderen Weltstädten sei beklagenswert, „wie schmal die Gehsteige hier sind“.

 

Gretner wies auch auf horrende Finanzsummen hin, welche die Stadt Wien bei Umwidmungen an Private „verschenkt“.  Konkretes Beispiel: Am Monte Laa wurden Flächen zu Baugründen umgewidmet – und waren damit über Nacht ein Vielfaches wert.“

(Quelle: derStandard vom 23.09.2010)

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.