Monte Laa als negatives Beispiel der Stadtentwicklung

Wien hat gewählt – was das in Zukunft für unsere Stadt bedeutet, wird sich erst weisen. Nach der Wahl vom 10. Oktober 2010 ist jedoch die Regierungsvariante Rot-Grün mit Maria Vassilakou als neue Planungs- und Verkehrsstadträtin fixiert. Reinhard Seiß beschäftigt sich aktuell in einem derStandard-Artikel mit den Möglichkeiten und Aussichten der Grünen und kommt dabei auch auf Monte Laa zu sprechen.

 

Auszug:

Wird Wien anders?

[..] Der überfällige Paradigmenwechsel im Wiener Städtebau wird nicht im Planungsressort allein zu bewältigen sein. Gleich mehrere Stadträte – allen voran der Wohnbaustadtrat, der für die Wiener Bauordnung, die Baupolizei oder auch die Vergabe der Wohnbauförderung zuständig ist – haben stadtplanungsrelevante Kompetenzen inne und können diesen Paradigmenwechsel begünstigen oder verhindern. Genau ist die Bereitschaft von Bauträgern, Unternehmern und Investoren vonnöten, ihr Wirken – stärker als bisher – als Beitrag für eine lebenswerte Stadt zu verstehen. Insofern ist Vassilakou aufgerufen, in einer breiten Öffentlichkeit baukulturelles Bewusstsein zu erzeugen, zumal die Grünen um Unterstützung für gravierende Änderungen im Planungs- und Baurecht werben – etwa für die öffentliche Abschöpfung privater Widmungsgewinne.

Auch das Bewusstsein der meisten Abgeordneten im Gemeinderat bedürfte einer Schärfung, insbesondere was die Wahrnehmung der von ihnen selbst beschlossenen übergeordneten Ziele für die Stadtentwicklung betrifft: der Stadtentwicklungspläne, der Verkehrskonzepte, des Grünraum- oder auch des Hochhauskonzepts. Diese wurden – weil rechtlich unverbindlich – in den vergangenen zwei Dekaden oft übergangen, wenn es um den Beschluss parteipolitisch forcierter Flächenwidmungs- und Bebauungspläne ging. Urbanistische Problemfälle wie die Wienerberg City oder Monte Laa zeugen von dieser Praxis. [..]

(Reinhard Seiß, DER STANDARD, Printausgabe, 20./21.11.2010)

 

Reinhard Seiß macht immer wieder auf die Fehlplanungen in Wien aufmerksam und schrieb auch das bekannte Buch „Wer baut Wien?“, welches sich mit den Hintergründen und Motiven der Stadtentwicklung beschäftigt und die oftmals undurchsichtige Realisierung von Bauvorhaben unter die Lupe nimmt.

Insbesondere die Bürotürme des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 für das Gebiet Monte Laa auf den ehemaligen Porr-Gründen sorgen nach wie vor für großen Ärger bei den Bewohnern und Anrainern. Das höchst umstrittene Projekt – das entgegen hunderter Stellungnahmen besorgter Bürger noch knapp vor der Wahl von der SPÖ bis zur Rechtskraft gebracht wurde – wird in den Medien immer wieder als trauriges Beispiel einer völligen Fehlplanung genannt.

Weitere Informationen rund um die drei Türme für Monte Laa können hier nachgelesen werden.

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