Laaerberger Rundschau

In der Nachkriegszeit nach dem zweiten Weltkrieg wurde vieles über Jahre hinweg wieder aufgebaut. Es war auch die Zeit, in der sich ein Verein am Laaer Berg gründete, dessen Ziel die Verschönerung und Erhaltung des Gebietes am Laaer Berg war und der zu diesem Zweck unter anderem auch die „Laaerberger Rundschau“ veröffentlichte.

Die Gründungsversammlung des „Verschönerungsvereins Laaerberg“ fand am 18. September 1954 statt. Der Vorstand bestand ursprünglich aus Präsidentin Maria Geissler, Obmann Karl Sindelar (Stellvertreter Viktor Zemann), Sekretär Hans Heinz Pulkert (Stellvertreter Karl Koch), Kassier Gustav Dworak (Stellvertreter Ludwig Hotko) und den Beisitzern Karl Schuster und Anton Schwarz.

Der Laaer Berg wurde während dieser Zeit nach wie vor auch als Mistablagerungsstätte genutzt und war somit auch das Motiv eines Schlagerliedes mit dem Titel „Zwischen Simmering und Favoriten, liegt a Mistgrub´n in der Mitt´n“.

Der Verein machte es sich zur Aufgabe, das Gebiet des Laaer Berges sowie den restlichen Bestand des pannonischen Eichenwaldes (jene Gegend beim Böhmischen Prater) vor Verunstaltungen zu schützen. Die verfolgten Zwecke und Ziele des Vereins waren die Beseitigung der Kriegsschäden (Bombentrichter, Bunker, etc.), Schutz und Pflege der Wald- und Heckengelände sowie die Schaffung von Rast- und Spielwiesen. Der Verein wollte aufklärend sowie aufzeigend wirken und auf die Notwendigkeit der Erhaltung und Gestaltung des unentbehrlichen Naherholungsgebietes hinweisen.

Im Mai 1955 gab der Verein die erste Ausgabe der „Laaerberger Rundschau“ (das Vereins- und Nachrichtenblatt des Verschönerungsvereins Laaerberg) heraus. Der Verein konnte sich vieler finanzieller und materieller Spenden erfreuen. Darunter fand sich auch das Papier für die „Laaerberger Rundschau“, welches in dieser Zeit eher Mangelware war und von den Firmen Franz Waldmann und Mathaeus Salzer kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

Insgesamt wurden sechs Ausgaben der „Laaerberger Rundschau“ in unregelmäßigen Abständen zwischen Mai 1955 bis Oktober 1957 herausgegeben. Mit der sechsten und letzten Ausgabe wurde das Erscheinen der „Laaerberger Rundschau“ eingestellt.

Laaerberger RundschauDer Verschönerungsverein Laaerberg erreichte jedoch nicht nur die Herausgabe der „Laaerberger Rundschau“, sondern konnte noch viele weitere Erfolge für den Monte Laa verzeichnen. So konnten mit Unterstützung der Ankerbrotfabrik, der Simmering-Graz-Paukerwerke, der Wiener Brückenbau- und Eisenkonstruktion AG sowie Herrn Otto Geissler zahlreiche Bänke für Rastplätze und zur Verschönerung der Promenadenwege organisiert werden, aber auch tatkräftige Hilfe von Freiwilligen kam dem Verein zu Gute. Unter Mithilfe vieler Hände wurden in zahlreichen Arbeitsstunden nicht nur viele Schäden beseitigt, sondern auch Naturschutztafeln angebracht und sogenanntes „Stauböl“ verteilt, um der damaligen Staubplage Herr zu werden. Der Verein appellierte auch laufend an die Bezirksvertretung und führte zudem Gespräche mit der Gemeinde Wien.

Der Verschönerungsverein Laaerberg wurde schließlich im Jahre 1962 aufgelöst. Die genauen Gründe hierfür sind nicht näher bekannt, es liegt jedoch nahe, dass die Ziele des Vereins erreicht waren. Denn neben der erfolgreichen Tätigkeit des Vereins begann auch bereits das Aufforstungsprojekt der Stadt Wien am Laaer Berg zu fruchten, die nach ersten gescheiterten Versuchen zwischen den Jahren 1956 und 1964 insgesamt 270 000 Pflanzen auf mehr als 320 000m² setzte. Das dadurch neu geschaffene „Erholungsgebiet Laaer Wald“ wurde schließlich 1982 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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