Der Begriff “Monte Laa”

„Monte Laa“ ist in aller Munde und unter den Wienerinnern und Wiener bekannt – aber was genau ist das eigentlich?  Und warum heißt es „Laa“?

Jeder kennt das neue Stadtentwicklungsgebiet beim Porr-Turm in Wien Favoriten, aber wenige kennen den Hintergrund dieser Bezeichnung. Denn der Begriff „Monte Laa“ entstand bereits vor knapp einhundert Jahren und definiert in seiner ursprünglichen Form den Laaer Berg.

Der Laaer Berg selbst entstand in der Zeit des pontnischen Meeres und hat in Folge von tausenden von Jahren vieles gesehen und mit erlebt. Sein Name dürfte sich ursprünglich von dem sich an seinen Hängen befindlichen Gebiet Laa ableiten, dessen Geschichte bereits im 12. Jahrhundert beginnt: In einer testamentarischen Verfügung aus dem Jahr 1140 ist von den „Gründen in Lô“ die Rede. In kirchlichen Traditions- und Grundbüchern des Mittelalters finden sich verschiedene Schreibarten des späteren Laa, wie zum Beispiel „Lô“, „Loh“, „Lach“, „Laach“ oder „Loch“. Die Herren von Lach (auch Laher oder Locher) waren seit dem 13. Jahrhundert in diesem Gebiet ansässig. Im Jahre 1440 starb mit Christoph von Laa das Geschlecht der Herren von Lâ aus.

Der Wald am Laaer Berg ist uns heute als „Laaerwald“ bekannt. 1788 jedoch war dieser noch als „Laacher Waldl“ in den Karten verzeichnet.

Wie aber wurde aus dem Laaer Berg nun „Monte Laa“? Ganz einfach: Während dem ersten Weltkrieg arbeiteten italienische Kriegsgefangene am Laaer Berg. Sie konnten das Wort „Laaer Berg“ nur mühsam aussprechen. Ein Aufseher, der die italienische Sprache beherrschte, übersetzte den Kriegsgefangenen die Bezeichnung daher – völlig korrekt und wortwörtlich – als „Monte Laa“. Damit war also nichts anderes als der „Berg Laa“, unser „Laaer Berg“ gemeint. Die damit neu gewonnene Bezeichnung wurde bald volkstümlich und war somit rasch in aller Munde.

In seiner ursprünglichen Form meint der Begriff „Monte Laa“ also den „Laaer Berg“.

Viele Menschen der heutigen Zeit verbinden den Begriff „Monte Laa“ jedoch mit grünen Hinweisschildern, die rund um „Monte Laa“ im zehnten Wiener Gemeindebezirk zu finden sind und jene, die dort hin wollen, auch dort hin weisen. Man kommt sodann unweigerlich zum neuen Stadtentwicklungsgebiet „Monte Laa“, das auf den ehemaligen Gründen der Firma Porr errichtet wurde und heute bis auf wenige noch nicht in Bau befindliche Gebäude weitestgehend fertig gestellt ist. Das Gebiet, an dessen Rand sich der bekannte Porr-Turm befindet, erstreckt sich entlang der Laaer-Berg-Straße und wird durch die Absberggasse, die Urselbrunnengasse sowie die Moselgasse begrenzt.

Wer heute von „Monte Laa“ spricht, kann sich also entweder auf den Laaer Berg oder das Stadtentwicklungsgebiet Monte Laa auf den ehemaligen Porr-Gründen beziehen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.