Wie angekündigt fand am 27. Februar 2013 in den Räumlichkeiten der FH Campus Wien beim Verteilerkreis Favoriten die moderierte Bürgerversammlung zum Thema Viola Park statt. Die Abhaltung dieser Bürgerversammlung wurde wie bekannt über Ersuchen der Betroffenen von der FPÖ beantragt und von den Parteien in der Bezirksvertretungssitzung am 12.12.2012 einstimmig beschlossen.

Erschienen sind Experten aus den Bereichen Bezirk (Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Josef Kaindl), Planung (Architekt DI Albert Wimmer, Univ.-Prof. DI Hans Lechner), FK Austria Wien (Vorstand Finanzen: Mag. Markus Kraetschmer, Geschäftsführer Mischek Bau: Ing. Mag. Stephan Jainöcker), Verkehr (DI Andreas Käfer, DI Wilfried Pistecky) und Stadt Wien (DI Paul Oblak, für MA 21 Stadtteilplanung: DI Andreas Pfleger).

 

Begrüßung und Vorstellung

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Eingangs begrüßte Bezirksvorsteherin Mospointner die Anwesenden und gab zu bedenken, dass diese Bürgerversammlung auf Grund gesetzlicher Bestimmungen zwar abgehalten werden muss, man sich aber nach wie vor in einem sehr frühen Stadium befinde. In Reaktion auf erste Zwischenrufe und Vorwürfe, hierzu nicht eingeladen worden zu sein, teilte sie mit, dass Einladungen nur in einem gewissen Umkreis ergehen. Selbstverständlich sollen jedoch alle zu Wort kommen und ihre Probleme kundtun, unabhängig davon wo sie wohnen. Wichtig ist ihr jedenfalls, dass man miteinander reden kann.

 

Der Begrüßung durch Bezirksvorsteherin Mospointner folgte eine kleine Vorstellrunde der zuvor erwähnten Experten:

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013DI Wimmer merkte gleich zu Beginn an, dass die beiden Extreme „nichts bauen“ und „Hochhäuser bauen“ kein Thema sind. Ein Wettbewerbsverfahren mache man, um Ergebnisse zu erhalten über die man reden könne. Im Fall Viola Park wurde lt. ihm nach langen Debatten die Variante mit den geringsten Höhen und der wenigsten Dichte gewählt.

Man habe vor allem auf leistbares „wertvolles Wohnen“ mit „entflechtender Funktion“ geachtet. Gemeint ist unter anderem eine lebendige – und damit sichere – Erdgeschosszone, und auch der Fussballsektor sei in diesem Zusammenhang relevant. DI Wimmer möchte ein Wohnquartier mit Freiraum, Umgebung und Infrastruktur (Nahversorger) haben.

DI Lechner informierte dahingehend, dass DI Wimmer einer der Vorsitzenden jener Jury war, die das Siegerprojekt ausgewählt hat. Es gibt Regeln und Vorgaben für die Auswahl des Projektes, ein Wettbewerb dauere unter Umständen auch Jahre. Das Ergebnis wird dann nochmal überdacht und dann in den Flächenwidmungsplan übergeführt. Im Rahmen des Flächenwidmungsverfahrens gibt es dann für Anrainer die Möglichkeit, sich zum Entwurf zu äußern. DI Lechner zeigte abschließend Verständnis dafür, dass das Thema Fussball natürlich eines ist, das Emotionen hochkommen lässt.

Mag. Kraetschmer erklärte, dass es seitens der Generali / FK Austria um die Themen Stadion, Sicherheit, Verkehr und auch Schule geht. Aus diesen Themen ist dann das Thema Wohnen entstanden. Mag. Jainöcker (Mischek Bau) gab an, dass man von einer Realisierung man jedoch noch weit entfernt sei.

DI Pistecky, der schon am 12. Juni 2012 die öffentliche Präsentation des Viola Parks moderierte, erinnerte an die damals diskutierten Punkte „Stadionbetrieb“, „Städtebau, Architektur und Freiraum“ und „Verkehr“. Zu diesen Themen wurden die Sorgen der Anrainer auf Kärtchen festgehalten, die viele Ängste, Wünsche und Sorgen beinhalteten (zB: Befürchtungen um die persönliche Sicherheit und Vandalismus, Sorge wegen Beschattung, Sorge wegen Beeinträchtigung des Fernblicks, Wunsch nach Erhaltung und Erweiterung der Grün- & Freiräume, Wunsch nach Erholung, Wunsch nach transparentem Dialog, etc.). Die meisten Kärtchen mit Sorgen und Ängsten erntete die Kategorie „Verkehr“: Hier sind die Sorgen um einen Verkehrszuwachs, den Verlust von Parkplätzen und die Flüssigkeit des Verkehrs (soweit aktuell überhaupt vorhanden) als auch die Sorgen um die Lärm- und Luftbelastung durch den Verkehr vorhanden.

 

Start der Diskussionsrunde

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Die anschließende Frage-Antwort-Runde startete bereits mit Unmut über einen Herrn Kronsteiner, der im Rahmen des Wettbewerbs für die betroffenen Sozialbau-Häuser hinzugezogen wurde, jedoch seitens der Bewohner nie als deren Sprecher gewählt wurde. BV-Stv. Kaindl antwortete, dass die Kleingartenvereine logischerweise durch deren Obmänner vertreten wurden. Für die Sozialbau-Häuser wurde Herr Kronsteiner gewählt, den er noch von einer Debatte aus dem Jahr 2008 kannte.

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Hierzu meldete sich umgehend Herr Schleihs zu Wort, der zwischenzeitig als Sprecher für den Sozialbau benannt wurde. Er gab zu bedenken, dass sich das Problem mit der öffentlichen Präsentation am 12. Juni 2012 ergeben hat und es ein perfektes Chaos war. Der Sozialbau wurde nicht eingeladen sondern erhielt die Einladungen an die Kleingartenvereine nur über Umwege. Dass sich Dinge mit der Zeit ändern ist vollkommen klar, allerdings handelt es sich hier um einschneidende Veränderungen. Man wurde nicht ins Boot geholt, sondern kaltgestellt. Weiters verwies er auf 700 gesammelte Unterschriften sowie die Tatsache, dass auf dem Areal keine Substanz und keine Ressourcen für solche Bauten vorhanden sind.

Auch die Grünen haben sich in der Vergangenheit bereits bei den Viola Park-Gegnern gegen das Projekt ausgesprochen. Davon wollen sie zwar nichts mehr wissen, für die Bürger und Herrn Schleihs sind solche Aussagen jedoch nicht „unbindend“.

Erschreckend war für Herrn Schleihs auch, dass das Forstamt bis vor kurzem nichts davon wusste, dass die Grünfläche neben dem Forsthaus an der Theodor-Sickel-Gasse (Spitz zur Laaer-Berg-Straße) lt. aktuellem Konzept verbaut werden soll.

Die Frage, ob bereits es eine Einigung über die zukünftige Bespielung von Trainingsplätzen der Neulandschule gibt, beantwortete DI Pfleger: Es gab bereits zwei Gespräche mit dem Direktorium der Neulandschule. Diese Gespräche sind jedoch noch nicht abgeschlossen, werden aber fortgeführt. Weiters stimmte DI Pfleger zu, dass der 12. Juni 2012 tatsächlich chaotisch war.

BV-Stv. Kaindl teilte mit, dass der Bezirk am 2.12.2011 zum ersten Mal in dieser Sache eingeladen wurde. Für den Bezirk ist nach wie vor die Beruhigung der Fischhofgasse auf beiden Seiten ein wichtiges Thema, das Vorrang hat. Hinsichtlich der öffentlichen Präsentation am 12.6.2012 war der Bezirk nicht eingebunden.

Bürgerversammlung Viola Park 27.02.2013Zum Chaos, das bei den Fussball-Matches herrscht, gab Mag. Kraetschmer zu bedenken, dass eben das Sicherheitskonzept der Beweggrund für das Projekt sei. Man müsse die Besucherströme so leiten, dass sie nicht durch das Wohngebiet durchkommen, sondern von der anderen Seite. Auch er betonte die Beruhigung der Fischhofgasse und wies zudem auf die U1-Südverlängerung hin, die Anfang September 2017 eröffnet werden soll.

Ein Sprecher der Polizei gab an, dass Darby´s ein Ausnahmezustand sind, die jedoch nur an zwei Tagen im Jahr stattfinden. Er sei froh gewesen im Expertengremium zu sitzen und merkte an, dass eine möglichst geringe Beeinträchtigung derzeit nur schwer möglich ist. Mit weiteren Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten werde es jedoch besser.

Die vom Polizeisprecher aufgestellte Behauptung, dass es nur an zwei Tagen im Jahr ein Chaos wegen der Fussball-Matches gebe, wurde von den anwesenden Betroffenen und Anrainern heftigst als unrichtig zurückgewiesen.

Auf die Frage, warum man nicht im Happel-Stadion agiere, antwortete Mag. Kraetschmer, dass das Happel-Stadion genutzt wird, die Austria jedoch Favoriten als ihre Heimat gewählt hat. Das stehe der Austria auch zu.

Den Einwand, dass die Trainingsplätze bei der Tangente auf Grund der dortigen Lautstärke sinnlos seien, wies Mag. Kraetschmer zurück. Die aktuell dort befindlichen Trainingsplätze werden laufend bespielt und das funktioniere sehr gut. Diese Trainingsplätze sollen weiterhin erhalten bleiben. Mit dem Viola Park verliert die Austria sogar Trainingsplätze, daher gibt es ja die Gespräche mit der Neulandschule über die Bespielung der Schul-Trainingsplätze durch die Austria. Derzeit denke die Austria auch über Mädchenmannschaften nach.

Wissen wollten die betroffenen Anrainer auch, wo die Idee des Projekts überhaupt herkommt. Die Stadt Wien hat offensichtlich ein Interesse am Projekt, schiebt die Verantwortung jedoch auf den FK Austria Wien und Mischek.

BV-Stv. Kaindl entgegnete hierzu, dass es Planungen zwischen Mischek und dem FK Austria Wien gab ohne den Bezirk einzubinden. Der Bezirk habe bereits bei der ersten Sitzung verlangt, die Anrainer miteinzubinden.

DI Lechner teilte mit, dass die ursprüngliche Idee, das Gebiet neu zu entwickeln, von der Generali / FK Austria Wien ausging. Mischek kam erst in der zweiten Runde dazu. Mit der Idee, einen Wettbewerb zu starten, ging man dann zum Bezirk. Der Wettbewerb ist eine Möglichkeit, Ideen zu finden. Die hinsichtlich der Grundstücke Beteiligten kamen nach und nach hinzu (Anmerkung montelaa.biz: Informationen zu den Eigentumsverhältnissen können hier nachgelesen werden).

Die Bezeichnung „Viola PARK“ erklärte DI Lechner auf Anfrage damit, dass Grünflächen im Wettbewerb Bedingung waren. Für die anwesenden Bürger macht es jedoch einen Unterschied, ob mit „Grünland“ Park bzw. Wiese gemeint ist oder ob damit grüne Sportplätze gemeint sind. DI Oblak entgegnete, dass es im Plangebiet keine Festsetzung eines Wald- und Wiesengürtels gibt sondern heute rund 17.000m² als EPK (Parkanlagen) gewidmet sind. Von dieser Widmung sieht man jedoch nichts weil teilweise nichts ausgebaut ist.

Die Experten wurden von den Bürgern auch auf die (fehlende) Bodenstabilität hingewiesen. Viele Grundstücke mussten mit Sand angeschüttet werden; auch merken viele, dass sich die Mauern von Jahr zu Jahr bewegen.

DI Pfleger gab hierzu an, dass vorab natürlich Probebohrungen und Bestandsaufnahmen samt Fotodokumentation durch einen Sachverständigen durchgeführt werden müssen. Derzeit seien jedoch noch keine Baufluchtlinien bekannt.

Auch DI Oblak betonte, dass auf Plausibilität und Umsetzbarkeit geprüft werde. Unter einem sollen sowohl künftige als auch bereits vorhandene Bewohner auf kurzem Wege zu einem höherrangigen Verkehrsmittel geführt werden.

Angesprochen wurde auch die Verlängerung der Fischhofgasse bis zur Urselbrunnengasse (Durchbruch bei Laaer-Berg-Straße). DI Oblak wies hierzu darauf hin, dass diese Verlängerung bereits seit rund 100 Jahren schon so gewidmet ist. DI Pfleger gab ebenfalls an, dass es diese Widmung schon länger gibt. Da jedoch auch zwei bis drei Privathäuser dort stehen, hat man jedoch nach Alternativen gesucht. Etwas beruhigt wurden die Anwesenden schließlich auch von DI Käfer: Die Widmung gibt es zwar und die bleibt auch, jedoch ist eine Verlängerung im aktuellen Konzept nicht vorgesehen.

Zur Frage, ob und inwieweit es bereits Verhandlungen mit den Firmen in der Theodor-Sickel-Gasse über Abwanderungen gibt, teilte DI Pistecky mit, dass schon mit zwei Firmen gesprochen wurde. Die wesentlichen Flächen gehören jedoch der Stadt Wien.

Thema war auch die Ankündigung der Viola-Park-Wohnungen auf der Mischek-Homepage, was vielen Bürgern in diesem Stadium sauer aufstieß. Mag. Jainöcker (Mischek Bau) teilte dazu mit, dass die Wohnungen zwar angekündigt, jedoch nicht zum Verkauf angeboten wurden. Einige Bürger hätten dies bei der öffentlichen Präsentation im Juni 2012 angeregt. Seitens Mischek werden Interessenten für die Wohnungen gelistet, weil man ja am Verkauf der Produkte interessiert ist. Der Prozess über die genaue Ausgestaltung wird mit den Fachplanern abgehandelt, Mischek könne zwar mitdiskutieren, jedoch nichts bestimmen.

Seitens der Bürger wurde weiters kritisiert und angemerkt, dass die Distanz zur U1 zu weit ist und dass viele überhaupt nicht mit der U1 fahren.

DI Käfer erklärte, dass beim U-Bahn-Bau ein Einzugsradius von rund 500m angenommen wird und wies auf das sehr dichte U-Bahn-Netz Wiens hin. Allerdings könne die U-Bahn nicht vor jedem Haus stehen bleiben, hierfür gibt es Buslinien die die Fahrgäste zur U-Bahn bringen. Lt. aktuellem Konzept fährt der 68A wie bisher, dass jedoch Verbesserungen (wie zB beschleunigen oder verdichten) notwendig sind, ist ohnedies bekannt. Um die Fusswege zur U1 zu verkürzen wurde beispielsweise auch als eine Idee ein Steg über die Tangente (Katharinengasse) angedacht.

BV-Stv. Josef Kaindl merkte an, dass der Steg der ein gefahrloses Überqueren zur U1 ermöglicht, ja vielleicht gelingt. Ziel ist es jedenfalls, kritische Fans so schnell wie möglich zur U1 zu bringen und die Wohngebiete zu entlasten. Jeder der ein Auto braucht soll es aber auch benutzen können.

Anrainer des Kleingartenvereins Wilhelmshöhe haben auf das tägliche Chaos bei der Neulandschule aufmerksam gemacht und nachgefragt, wozu man dort dann noch eine zweite Schule hinbauen möchte. Bei dem schon bestehenden Chaos ist das reiner Wahnsinn.

Lapidar gab DI Käfer dazu an, dass ein Verkehrschaos bei Schulen nunmal normal in Österreich sei. Die geplante Schule des Viola Parks wird jedoch nicht über die Fischhofgasse sondern über eine eigene neue Straße bedient. DI Käfer zeigte auf einem Realisierungsplan, dass diese neue Straße zwischen den gelb und rot eingezeichneten Gebäuden gebaut wird und die Theodor-Sickel-Gasse somit entlasten soll. Der Schwarzerweg bleibt wie er ist; zwischen Schwarzerweg und der neuen Straße wird noch eine Straße gebaut die jedoch nur der Zufahrt zu zwei Garageneinfahrten dienen wird.

Zu Recht wurde nachgefragt, wie man ein Verkehrskonzept, das jetzt schon nicht funktioniert, mit rund 800 zusätzlichen Wohnungen denn verbessern kann.

DI Käfer sprach von rund 800 bis 900 neuen Wohnungen, wovon jede einen Stellplatz bekommt. Er geht davon aus, dass sehr viele Bewohner zwar wohl ein Auto haben werden, wie viele ihr Auto dann aber tatsächlich nutzen werden, könne man nur hochrechnen. Laut diesen Hochrechnungen seien die Kreuzungen Theodor-Sickel-Gasse / Laaer-Berg-Straße unproblematisch. Auch habe Wien einen steigenden Trend bei der Wahl zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Derzeit liege der Anteil bei 39%. Der grüne Aktivist Kuppelwieser warf zwischendurch in der Diskussion auch ein, dass das Auto sowieso nur ein Auslaufmodell sei.

Kritisiert wurden auch die schon oft beanstandenden (und sogar auf Platz 3 der nervigsten Ampeln Wiens gelisteten) vier Ampeln an der Laaer-Berg-Straße, die sich im Abschnitt Urselbrunnengasse bis Absberggasse befinden und stets für Stauchaos sorgen.

Lt. Angaben von DI Käfer werden die Ampelprogramme nachgerechnet und vor Ort angesehen. Bei einer Begehung wurde schon festgestellt, dass das nicht ganz so funktioniert. Anregungen hierzu kamen schon im Juni 2012, zwischenzeitig wurde auch bereits schon einmal umprogrammiert. DI Käfer versucht jedoch noch weiter zu optimieren und dankte für die neuerliche Anregung.

Heftige Kritik hagelte es neuerlich, als Bürger die Verdichtung des Laaerbergs, fehlende Information und fehlendes Mitspracherecht thematisierten. War hier früher ein Erhohlungsgebiet (man denke an die Ziegelböhm und die Errichtung des Laaer Walds als Naturschutzgebiet), so ist die Verbauung heute teilweise bereits schon bis knapp zu den Teichen im Laaer Wald vorangeschritten (Moselgasse in Monte Laa). Genannt wurden unter andere auch der überfüllte 68A, Todesängste beim Befahren des noch jungen Radwegs an der Laaer-Berg-Straße und neue Wohnbauten. Viele Bürger wussten von den Bauarbeiten am Bauplatz 6 in Monte Laa zum Beispiel nichts – bis die Bagger zu sehen waren. Hinsichtlich des Viola Parks wurden Anrainer erst im letzten Augenblick informiert – dass 700 Gegner nicht gefragt wurden und ihre Unterschriften nicht gelten ist wohl in Österreich so.

BV Mospointner entgegnete, dass das Projekt mehr als nur am Anfang stehe und es sich dabei nicht um ein Bezirksprojekt sondern um ein Projekt der Interessensgemeinschaft Generali / FK Austria / Mischek handle. Das Projekt wurde lediglich an den Bezirk herangetragen. Die im Planungsareal vorhandenen Gründe, die sich im Privateigentum befinden, seien noch nicht verkauft worden. Weiters wisse man noch nicht, ob der Boden vielleicht konterminiert ist oder nicht.

Das Projekt müsse mit den Bewohnern kompatibel sein, derzeit gebe es aber noch nicht viel Konkretes. Es müsse daher noch viel passieren, damit der Viola Park ein „Ja“ bekommt. Die 700 Unterschriften werden jedenfalls zur Kenntnis genommen. Menschen brauchen allerdings Wohnungen, wie viel Grün bleiben muss etc. werde in der Flächenwidmung genau festgesetzt.

Der Bezirk überblicke die Angelegenheit in einem größeren Zusammenhang, wie etwa die Probleme an der Laaer-Berg-Straße, die kommende U1 und die bekannte Überlastung des 68A, der eindeutig zu wenig ist. Man müsse sich hier auf Experten verlassen und zusehen, wer am allermeisten davon hat.

Großen Aufschrei und Missmut unter den anwesenden Bürgern erntete BV Mospointner, als sie auf die langjährige Forderung des Bezirks für die Verlegung der Straßenbahnlinie 67 in die Laaer-Berg-Straße hinwies. Entsetzt erstickte sie dieses Thema wieder mit den Worten „Wir diskutieren hier nicht über die Laaer-Berg-Straße“.

Die Frage nach dem frühesten Baubeginn verknüpfte ein Bürger mit der Anmerkung, dass es schon so wirkt, als würden sich drei was wünschen und der Rest danach springen. Erwartungsgemäß wurde dieser Eindruck seitens der anwesenden Experten zurückgewiesen.

Lt. DI Pfleger wurde ein Erstentwurf eingebracht der nun mit den Fachleuten diskutiert wird. Seiner Erinnerung nach gab es in den letzten zehn Jahren kein Projekt, bei dem 100% der Beteiligten mit im Boot waren. Die Stadt müsse Projekte aber differenzierter sehen weil die Stadt wächst.

Dem stimmte auch DI Oblak zu und merkte an, dass Flächen ein wertvolles Gut sind. Neue Stadtbewohner brauchen Wohnungen, die man entweder im Inneren der Stadt oder im äußeren Bereich der Stadt schafft. Während im inneren Bereich kompaktes Bauen mit schon vorhandener Infrastruktur möglich ist, trifft man im äußeren Bereich auf grüne Wiesen. Beim Areal des Viola Parks handelt es sich um Betriebsflächen. Solche Flächen sucht die Stadt Wien. Die Überlegungen sind gewissen Vorgaben unterworfen, auch deshalb müsse man sich das erste Bild des Projekts ansehen und dann so lange daran drehen, bis es passt.

Völlig unverständlich war den anwesenden Bürgern, wieso man – um leichter ins Stadion zu kommen – verbauen müsse.

Mag. Kraetschmer verwies hierzu wie bereits eingangs erwähnt auf die Sicherheit aller und erzählte kurz über einen Zuschauer, der einen Herzinfarkt erlitt. Da damals die Fischhofgasse verstopft war, konnte der Rettungswagen nicht durch, somit musste schließlich der Rettungshubschrauber landen. Beim Projekt Viola Park stehe man am Beginn, jedenfalls sollen sich aber nicht alle durch die Fischhofgasse quetschen.

In welcher Reihenfolge die Bauteile errichtet werden sollen, war dem auf der Leinwand gezeigten Realisierungsplan zu entnehmen.

 

Schlussworte

Gegen Ende der Veranstaltung wurde seitens der Bürger nochmals betont, dass die Experten sehr wohl wissen, dass es Probleme gibt. Dort dennoch den Viola Park mit rund 2000 neuen Bewohnern hinzubauen wäre irrsinnig.

Nach rund zweieinhalb Stunden angeregter Diskussion voller Missmut gegenüber dem Projekt beendete der vorgesehene Zeitplan die Veranstaltung und ließ die Betroffenen mit vielen offenen Fragen und noch nicht geäußerten Wortmeldungen zurück.

Ebenso wurde die zu Beginn der Veranstaltung von DI Pfleger angekündigte Präsentation des Verkehrskonzeptes nicht mehr durchgeführt.

Bezirksvorsteherin Mospointner danke jedoch allen Anwesenden für ihr Kommen und kündigte an, dass dies nicht die letzte Informationsveranstaltung zum Viola Park gewesen sein wird.

Bericht in der der HEUTE

Bericht in der ÖSTERREICH

Interview auf 88.6 

 „Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Erlebnisbericht handelt. Alle hier lesbaren Informationen wurden von den Verantwortlichen an die anwesenden Bürger während der Veranstaltung so weitergegeben und können von montelaa.biz nicht auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen werden.“

Weitere Fotos von der Veranstaltung:

Wie bereits am 27. September 2010 angekündigt, haben die Grünen erst kürzlich zum Infostammtisch geladen und sorgen somit für eine bürgernahe Gesprächsmöglichkeit mit Vertretern der Politik. Das Hauptanliegen der Grünen ist dabei die Thematik rund um die (fehlende) öffentliche Verkehrsanbindung des Böhmischen Praters.

Wie bereits bekannt, fordert nicht nur die Bürgerinitiative für eine attraktive öffentliche Verkehrsanbindung in den Böhmischen Prater sondern auch die Grünen eine bessere öffentliche Anbindung für den beliebten Vergnügungspark. Die Partei hat zudem einen Shuttlebus ins Leben gerufen, der bereits seit 1. Mai 2010 an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 13:00 bis 20:45 Uhr jede halbe Stunde Besucher vom Reumannplatz bis zum Böhmischen Prater und retour fährt. Dass dieser kostenlose Service von den Besuchern des Böhmischen Praters auch gerne angenommen und genutzt wird, zeigen die aktuellen Zahlen: Über 6.500 Personen hat der Shuttelbus zwischenzeitig befördert!

Die genauen Abfahrtszeiten sowie Haltestellen vom grünen Shuttlebus sind hier im Infofolder der Grünen ersichtlich, ein aktueller Artikel aus der erst Mitte September verteilten Zeitschrift „GrünRaum Monte Laa“ der Wiener Grünen für den zehnten Bezirk kann ebenfalls hier nachgelesen werden. Der Infostammtisch der Partei zur öffentlichen Anbindung des Böhmischen Praters findet am

1. Oktober 2010 um 19:00 Uhr

im Bierstadl im Böhmischen Prater

(Laaer Berg 218a, 1100 Wien)

 

statt. Es ist jeder herzlich willkommen daran teilzunehmen, sich zu infomieren und seine Meinung über die öffentliche Anbindung des Böhmischen Praters kund zu tun. Mit dabei sein wird lt. heutiger Ankündigung auf der Website der Grünen Frau Ingrid Puller (Gemeinderätin, Landtagsabgeordnete, und Verkehrssprecherin der Wiener Grünen).

Heute, 7.6.2010, fand die vielfach angekündigte und mit Spannung erwartete Bürgerversammlung zum Entwurf des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 am Monte Laa im Haus der Begegnung in der Per-Albin-Hansson-Siedlung in Favoriten statt.

Von 19:00 Uhr an wurden besorgte Bewohner und Anrainer mit abschließender Diskussionsrunde über das Projekt informiert.

 

Projektvorstellung

Eingangs betonte Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner, dass der Bezirk selbst keine Flächenwidmungen beschließt, sondern lediglich eine Stellungnahme abgibt die dann dem  Gemeinderat vorgelegt wird. Bezirksvorsteherin Mospointner verwies auch darauf, dass man im aktuellen Zusammenhang immer das Gesamtkonzept sehen müsse, dessen Vorgeschichte bereits vor rund zwanzig Jahren beginnt.

Architekt DI Wimmer erklärte sodann die Entwicklung seines Masterplans aus 1999. Wichtig für das Gesamtkonzept war vor allem der neue Weg der Überplattung, den die Firma PORR ging. Damit sollten Wunden aus der Vergangenheit geschlossen und ein neues Areal entstehen. Der Masterplan sieht im Wesentlichen zwei Teile Monte Laa´s vor, einerseits den Bereich Wohnbau und andererseits den Bereich Bürobau. Den Übergang stellt ein Grünstreifen, der sogenannte Park Monte Laa, dar. Dies entspricht dem Konzept der Stadt Wien, das von einer Zusammenführung der Bereiche Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Bildung ausgeht. Im Jahre 1995 ging man von einer schnelleren Entwicklung aus. Tatsächlich geriet jedoch die wirtschaftliche Entwicklung ins Stocken, während die Wohnbebauung voranging.

Nach Ansicht von DI Wimmer bringt der neue Entwurf des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Nr. 7915 Parkplätze und Infrastruktur nach Monte Laa. Auch soll die nach dem Entwurf gesamtmögliche Kubatur nicht ausgenutzt werden, da die Türme oberhalb wesentlich filigraner aussehen sollen. Ein weiteres Anliegen lag darin, dass der Verkehr nicht in das Innere des Areals gezogen wird. Daher entstehen diese mächtigen Bauten, die den Büroteil Monte Laa´s darstellen, entlang der Laaer-Berg-Straße.

 

Diskussion

Nach dieser kurzen Vorstellung und Einleitung folgte eine teils hitzige Diskussion, bei der viele Fragen gestellt wurden und bei welcher zahlreiche Bürger ihren Unmut kundtaten.

Im Rahmen dieser Diskussion wurden wichtige Punkte wie Verkehr und Parkplatzsituation, öffentliche Anbindung, Wind und Schatten sowie Lichtverschmutzung und die Beeinträchtigung des  Unesco-Weltkulturerbes Belvedere thematisiert.

So informierte DI Pfleger (MA 21) auf die Frage hin, warum Türme in solchen Höhen wider dem Wiener Hochhauskonzept möglich sind, dass sich damals die Schaffung des Hochhauskonzept und des Flächenwidmungsplan aus 2002 überschnitten haben. So wurden die im Plan 2002 vorgesehenen Doppeltürme mit 110m Höhe (gewidmet mit einer Höhe ab 91m) vom Hochhauskonzept als gegeben hingenommen. Zudem ist ein Bebauungsplan eine Verordnung ist damit rechtlich höherrangiger als das Hochhauskonzept, das lediglich eine Richtlinie bildet.

In diesem Zusammenhang wurde von Bezirksrat Thomas Redl (Grüne) richtig gestellt, dass derzeit der für Monte Laa existierende Flächenwidmungsplan aus 1999 gültig ist. Dies deshalb, da der Plan aus 2002 seine Gültigkeit durch Zeitablauf verloren hat und somit wieder der alte Plan aus 1999 gültig ist. Damit ist auch das Wiener Hochhauskonzept einzuhalten.

Die Einhaltung sämtlicher Vorschriften wurde diesbezüglich bejaht. DI Wimmer teilte mit, dass bei jedem eingereichten Projekt zahlreiche Aspekte gemäß der Wiener Bauordnung genau zu behandeln sind. Damit sind wichtige Bereiche wie z.B. Sicherheit, Brandschutz, Wind, etc. ebenso abgedeckt wie eine Mindestanzahl an Parkplätzen. Weiters befürwortet DI Wimmer die Türme als wohlproportionierte Senkrechte anstatt einer breiteren und niedrigeren Ausladung. Am Schattenwurf würde seiner Aussage nach auch eine Höhe von 55m nichts ändern.

Kritisiert wurde vor allem auch der Schattenwurf auf die Campusschule Monte Laa. Besonders die Beeinträchtigungen von Lärm, Schatten und Wind waren vielen Betroffenen ein Anliegen. Ebenso wurde das Fehlen richtiger Spielplätze und Grünflächen zahlreich bemängelt.

Die Problematik der fehlenden öffentlichen Anbindung konnte auch heute nicht abschließend geklärt werden. So fehlt weiterhin eine konkrete Vorstellung von der Verlegung und Verlängerung der Straßenbahnlinien D und 67. Eine hochrangige Anbindung an der Laaer-Berg-Straße ist jedoch jedenfalls geplant, idealerweise könnte bereits 2015 die Realisierung einer Lösung vorgenommen worden sein.

Anwesend waren auch Vertreter der Firma PORR. Nach Aussage von Ing. Gruber möchte die Firma PORR bei diesem Vorhaben wieder als Bauherr fungieren. Die Philosophie hinter der Projektentwicklung, für die die Firma dutzende Millionen Euro investierte, war stets Wohnen und Arbeiten in einem neuen Stadtteil zu vereinen. Mit den vorgesehenen Bauten entlang der Laaer-Berg-Straße sollen wie bekannt rund 3000 Arbeitsplätze entstehen.

Seitens der anwesenden Vertreter der Aktion21 wurde an Bezirksvorsteherin Mospointner appelliert, die Bürgerversammlung nicht als Verpflichtung sondern als ein Anliegen zu sehen und die eindeutige Ablehnung des Vorhabens auch politisch umzusetzen.

Treffend stellte ein Anrainer auch den Konnex zu einer Werbung der Stadt Wien her: Auf dem Plakat ist eine Frau zu sehen, die sich mit einer Stadt voller Hochhäuser im Blickwinkel in den Abgrund stürzt.

Auf Rückfrage zur weiteren Vorgehensweise wurde seitens DI Pfleger (MA 21) mitgeteilt, dass die zahlreichen seitens der Bürger abgegebenen Stellungnahmen sowie die Stellungnahme des Bezirks von der MA 21 vorgesichtet und mit entsprechenden Bezug habenden Unterlagen an den Gemeinderat weitergeleitet werden. Dieser entscheidet über den Entwurf. Konkret soll nunmehr der Entwurf am 9.6.2010 im Planungsausschuss besprochen und sodann am 30.6.2010 dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Derzeit wird von einer Höhe von 110m für den ersten Turm (neben dem PORR-Turm), 100m für den mittleren und 70m für den südlichsten Turm gesprochen.

 

Abschließend wurde während der fast dreistündigen Versammlung klar ersichtlich, dass es seitens der Betroffenen eine eindeutige Ablehnung gegen die drei vorgesehenen Türme gibt, viele Fragen offen und viele Antworten durch die anwesenden Projektbeteiligten schuldig geblieben sind. Insgesamt waren rund 280 besorgte Bewohner und Anrainer zur Bürgerversammlung erschienen und füllten damit den Saal ordentlich aus. Der bittere Beigeschmack auf Seiten der Bürger, dass es bei der Verwirklichung des Entwurfs Nr. 7915 vorrangig nur um die Rechtssicherheit der Investoren und nicht um die Wohn- und Lebensqualität der Bürger geht, blieb. Viele haben zudem den Eindruck gewonnen, dass die Verwirklichung des Entwurfs längst intern beschlossen ist. Die Hoffnung auf ein Einlenken des Gemeinderats jedoch lebt!

 

Hier einige Fotos der Veranstaltung, weitere Bilder finden sich in der Bildergalerie

Wie bereits vorab berichtet, wurde die Abhaltung einer Bürgerversammlung bereits vor wenigen Wochen geplant. Nunmehr steht der Termin endlich fest!

Beim Lokalaugenschein in Monte Laa wurde die Idee zur Antragstellung betreffend die Abhaltung einer Bürgerversammlung von den Politikern positiv aufgenommen. Wie bereits in einem vorangegangenen Artikel berichtet, wurde dieser Antrag schließlich von der FPÖ gestellt und in der Sitzung der Bezirksvertretung Favoriten am 5. Mai 2010 einstimmig von allen Fraktionen angenommen.

Nunmehr steht der Termin und der Ort fest: Die Bürgerversammlung zum Entwurf eines Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes Nr. 7915 betreffend Monte Laa findet am

Montag, den 7. Juni 2010 um 19 Uhr im Haus der Begegnung

(Ada-Christen-Gasse 2b, Per-Albin-Hansson-Siedlung in 1100 Wien)

>> Ort der Bürgerversammlung <<

>> Einladung<<

 

statt.

Mit dieser Informations- und Diskussionsrunde bietet sich eine einmalige Gelegenheit, seine Meinung kundzutun und ev. offene Fragen im direkten Gespräch zu klären. Mit eurer Teilnahme wird bereits viel bewirkt und mit einem vergleichsweise geringen Zeitaufwand kann bereits sehr viel erreicht werden.

Seid dabei, seid präsent – und erhaltet damit ein Stück mehr Lebensqualität in Monte Laa!